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Telekom legt bei Tarifverhandlung Angebot vor - ver.di erhöht Verhandlungsdruck durch Warnstreiks von 7.000 Beschäftigten

(dapd-nrd-nrd). Die Deutsche Telekom hat in der dritten Runde der Tarifverhandlungen am Mittwoch in Hamburg ein Angebot vorgelegt. Dabei gehe es um ein «tarifpolitisches Zukunftsbündnis», teilte das Unternehmen mit.

«Die Zeiten, in denen man in den Tarifverhandlungen fantasielos ausschließlich über Prozente streitet, sind vorbei», sagte Dietmar Welslau, Personalchef der Telekom Deutschland GmbH und Vorstandsbeauftragter für den Personalumbau. Unterdessen erhöhte die Gewerkschaft am zweiten Verhandlungstag den Druck auf die Arbeitgeber durch eine Ausweitung der Warnstreiks.

Das Angebot der Telekom sieht 2,17 Prozent mehr Geld, eine Aufstockung garantierter Übernahmen auf 5.000 Auszubildende und Nachwuchskräfte sowie Ruhestandsperspektiven für zusätzlich 2.300 ältere Mitarbeiter vor. Flexible Lebensarbeitszeitkonten sollen Beschäftigten die Lebensplanung erleichtern. Mitarbeiter in den Servicegesellschaften sollen mehr tariflich garantierte Qualifizierungszeit erhalten.

«Das Zukunftsbündnis mit Elementen eines Generationenvertrages soll die Menschen bei der Telekom vom Einstieg bis zum Ausstieg begleiten», fügte Welslau hinzu. Dazu gehöre auch, dass man über die Verlängerung des betrieblichen Kündigungsschutzes sprechen werde.

Rund 7.000 Telekom-Beschäftigte im Warnstreik

Die Verhandlungen am zweiten Tag hatten am Morgen mit einstündiger Verspätung begonnen. Begleitet wurden die Gespräche von Warnstreiks, an denen sich nach Angaben von ver.di-Sprecher Jan Jurczyk bundesweit etwa 7.000 Beschäftigte beteiligten. Mit knapp 2.000 Mitarbeitern legten Jurczyk zufolge in Nordrhein-Westfalen die meisten Telekom-Beschäftigten die Arbeit nieder. Weitere Schwerpunkte der Warnstreiks waren Niedersachsen mit mehr als 1.700 sowie Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils weit über 1.000 Teilnehmern.

Geplant waren nach ver.di-Angaben sogenannte halbschichtige Warnstreiks von jeweils etwa vier Stunden, die sich von den Frühschichten an über den gesamten Tag verteilten. Bereits zum Auftakt der dritten Verhandlungsrunde am Dienstag hatten sich laut Gewerkschaft rund 1.600 Telekom-Mitarbeiter an Warnstreiks beteiligt.

ver.di und die Telekom verhandeln über den Haustarifvertrag für rund 50.000 Beschäftigte. ver.di fordert eine Anhebung der Gehälter um 6,5 Prozent, mindestens aber um 170 Euro monatlich. Nach ver.di-Vorstellung sollen die Ausbildungsvergütungen um 70 bis 90 Euro steigen. Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen.

Einschließlich der Beamten sind rund 105.000 Mitarbeiter in der Konzernzentrale und in der Telekom Deutschland GmbH, zu der auch die 2007 ausgegliederten Servicegesellschaften gehören, vom Ergebnis der Tarifverhandlungen betroffen.

Von Michael Best

(dapd )


 


 

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