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Die Bedeutung digitaler Sprachassistenten für Marken und Unternehmen

Nutzen, Ignorieren oder den Markt gestalten? Die ewig gleichen Fragen für Marken und Unternehmen in Bezug auf neue Technologien. So auch in Bezug zu digitalen Sprachassistenten und künstlicher Intelligenz, den aktuellsten Buzzwords der Digitalbranche.

Unternehmen unter Entwicklungsdruck

Nach Computer, Fax, Internet, Smartphones nun auch noch Elektronik die uns das Sprechen streitig machen will. Kommt dann irgendwann das Fühlen? Jedenfalls ist „Sprachassistenz“ grundsätzlich kein neues Thema, sondern lediglich eines welches der Mensch in den Bereich der Science Fiction geschoben hat um mit Captain Kirk und Co. in den Weiten des Alls entschwinden zu können. Der Grund dafür liegt in der anspruchsvollen Auseinandersetzung der Technik mit Spracherkennung und künstlicher Intelligenz. Letztendlich ist beides unvermeidlich fest miteinander verbunden, insofern der Sprachassistent wirklich mit dem Menschen interagieren möchte ohne dass der Mensch ihn nach dem dritten Satz in die Ecke feuert oder bei ebay wieder vertickt.

Es ist also soweit, die künstliche Intelligenz und die Sprache als Nutzerschnittstelle zu den Maschinen finden ihren Weg in die Märkte und damit auch in immer mehr Anwendungsfälle. Dies schließt Marketing und Arbeiten ebenso ein wie das tägliche Leben. Entsprechend stehen nun Anforderungen an die Marken und Unternehmen im Raum die Beantwortet werden müssen, insofern nicht wieder ein technischer Umbruch verschlafen werden soll. Die Digitalisierung ist in deutschen Landen ein Stiefkind, wie soll als der Sprachassistent da erst seinen Weg finden? Ganz einfach, durch seine nun endlich „menschliche“ Schnittstelle zur Maschine, der Sprache.

Sprache ist wohl einer der natürlichsten und menschlichsten Kommunikationsform. Wenn der Mensch alss auf eine Kommunikationsschnittstelle zugreifen kann die er nicht erst erlernen muss, so wie z.B das Tippen und damit keine Nutzungshürden bestehen, ist der Schritt einen digitalen Sprachassistenten zu nutzen, nicht mehr weit. Hurrraaa!!!

Sinn und Unsinn unterscheiden

Ausschlaggebend für die sinnvolle Nutzung von Irgendwas, wie auch dem Sprachassistenten, ist der „Anwendungsfall“. Nicht alle Anwendungsfälle machen Sinn für einen digitalen Sprachassistenten und wie bei allen Technologien, muss die Grenze zwischen Nützlich und Unnütz erst noch ausgelotet werden. Eine Sache die viele „ausländische“ Unternehmen und Marken schon ausgiebig tun, deutsche Unternehmen leider mal wieder weniger. Der aktuelle Flaschenhals dabei stellt die Leistungsfähigkeit der Spracherkennung und die künstliche Intelligenz dar. Die Umsetzung von Sprache in physische Aktionen, ist dabei schon heute „fast“ kein Problem mehr. Derartige „Aktoren“ sind in Vielfalt und Masse vorhanden, vornehmlich natürlich im Marktsegment Smart Home/Smart Living. Ob es das Einschalten des Lichts ist, oder die Steuerung einer Maschine auf Basis von Echtzeitdaten, etc.

Die Identifizierung der sinnvollen Anwendungsfälle ist also das A und O. Diese Anwendungsfälle zu finden und zu gestalten bedarf es Menschen, die sowohl Sprache als auch Prozesse verstehen. Keine herkömmlicher Designer und Programmierer ist aktuell dazu in der Lage. Es bedarf neuer Sichtweisen und Strategien um Anwendungsfälle in „Sprache“ bzw „Dialogmodelle“ zu wandeln oder anzupassen. Gelernt ist der „Bildschirm“ mit bunten Bildchen und Listen. Sprache dagegen können derzeit nur ganz, ganz wenige Menschen in die Maschine einbringen und diese so sinnvoll gestalten als das für den Menschen auch etwas anwendbares und verständliches dabei herauskommt.

Einfach mal die Hände auf den Rücken binden (Ein Träum für Bondagewillige…) und in ganz kurzer Zeit findet man heraus wo man die Stimme als Werkzeug prima einsetzen könnte. Selbst das einschlagen eines Nagels ist über eine mechanische Hand mit dem Sprachassistenten am Ende des Tages möglich. Glauben sie nicht? Warum hatte die Robotik in Deutschland dann im Jahr 2016 einen Umsatz von 12, Milliarden Euro (Quelle: vdma.org)? Für 2018 sollen Weltweit 2 Mio. Roboter am Werkeln sein.

Nutzen und/oder Machen

Welche Prozesse sich auch immer durch Sprachassistenten verbessern lassen. Unternehmen bietet es die Möglichkeit nicht nur interne Prozesse zu optimieren, sondern auch Erfahrungen zu machen und diese weiter zu vermarkten. Bisher mussten Erfahrungen jeglicher Art in aufwändiger Art und Weise von Menschen analysiert werden um dann Mechanismen zu schaffen die die gemachten Erfahrungen in optimierten Prozessen abbilden. Die künstliche Intelligenz bietet aber nun seit kurzem das Werkzeug an eben genau diese Erfahrungen viel effizienter zu machen und in anwendbare Szenarien umzusetzen. Aktuell gibt es zahlreiche StartUps die an künstlicher Intelligenz arbeiten und leider auch viele die nur vorgeben es zu tun, um mal eben den kommenden Hype mit den entsprechenden Buzzwords mitzunehmen. Eine Datenbankabfrage und eine Fallunterscheidung ist noch lange keine künstliche Intelligenz liebe Leute *Zwinkersmilie*.

Der Sprachassistent macht digitales Anwenden und Arbeiten massiv „paralleler“, da Mund und Ohren nun parallel zu den Händen agieren können. Die Frage dabei ist, ob es ein größerer Stress für den Menschen ist die Sprache parallel zu den Händen einzusetzen, oder ob es nicht stressiger ist die Anwendungsfälle für Sprache über die Hände umsetzen zu müssen, so wie der Mensch es mit der Digitalisierung über Tasten bisher lernen musste. Vermutlich ist ein „Back to Voice“ eher entstressend, da Sprache nunmal natürlicher ist als das gelernte Tippen. Auch werden Prozesse die zuvor am Bildschirm aus vielen einzelnen Schritten bestanden, nun in nur eine oder wenige Sprachanweisungen zusammengefasst. Wo also verstecken sich Prozesse die eigentlich für Sprache ausgelegt sind und derzeit mühsam über Tasten verarbeitet werden?

Das Erzeugen und Finden von Anwendungsfällen über einen Sprachassistenten und dessen weitere Vermarktung macht in einem so jungen Markt wie der digitalen Sprachassistenz in jedem Fall Sinn. Wer dies tun möchte, braucht aber eben neben einem offenen Geist auch eine längere Lernphase oder eben jemanden der sich damit auskennt. Genau diese Fachkräfte sind aktuell noch extremst rar gesät. Hier herrscht in der Tat ein „echter“ Fachkräftemangel. Wobei den Unternehmen klar sein sollte das mit den üblichen Niedriggehältern wohl kaum eine echte Fachkraft einzufangen ist. Eine Mangel und eine Chance zugleich für Unternehmen und auch für Fachkräfte die sich diesem Thema annehmen.

Nutzungenszenarien finden

Die Grundlage für den Einsatz diggitaler Sprachassistenten ist primär die Spracherkennung. Der Sprachassistent muss zwingend die Sprache des Menschen so gut wie nur möglich erkennen. Ohne diese gut funktionierende Grundfunktion, braucht die künstliche Intelligenz erst gar nicht anfangen das gesprochene Auszuwerten. Weil eh nur das falsche dabei herauskommen würde. Ergo, ist der erste Test den man machen sollte bevor man ein System einsetzt, eben genau diese Funktion, die Spracherkennung. Es gibt zahlreiche Wörter die falsch verstanden werden könnten. Ergo, gibt der gewählte Sprachassistent dies überhaupt her? Sollte, die Antwort „Ja“ heissen, dann sind die künstliche Intelligenz und der damit verbundene Kontext die nächste Funktion die eine entsprechende Qualität abliefern muss. Dabei ist es nicht zwingend notwendig dass die künstliche Intelligenz sofort alles richtig macht, es ist aber zwingend notwendig das sie lernfähig ist und richtig lernt. Wie vielleicht bekannt, kann dies aber auch daneben gehen. So ist die KI „Tay“ (Microsoft) von seinen Nutzern zum Rassisten gemacht worden, weshalb Microsoft die KI abschalten musste. Wobei in diesem Fall natürlich eine moralische Komponente fehlte, die bei einer KI z.B zum Verwalten eines Lagers, wohl eher weniger Relevanz hat.

Daher ist, wie bei einem Menschen auch, das richtige anlernen der KI ausschlaggebend für dessen erfolgreichen Einsatz. Wenn also eine richtiges anlernen der KI nicht gewährleistet ist, dürfte eine KI eher das gesetzte Ziel verfehlen. Grundfrage ist dabei natürlich wie komplex die Anwendungsfälle und Szenarien sind die eine KI abfackeln soll. Oft macht eine Datenbank mit entsprechenden Filtern auch einen guten Job. Es muss nicht sofort immer KI sein!

Zukunftsaussichten!?

Der Markt für digitale Sprachassistenten hat sehr viel Potential. Jedoch haben die umgebenden Märkte noch wesentlich mehr Potential. Sprachassistent und KI sind technische und Wissenschaftliche schwierige Themen, entsprechend sind Produkte die dieses Thema „nur nutzen“, aber nicht entwickeln, natürlich einfacher zu entwickeln und zu vermarkten. Ein typisches Beispiel ist hierbei z.B das Smart Home / Smart Living Segment. Die Umsätze in Hard- und Software die sich über Sprachassistenten regeln lassen, sind hier nicht nur schon jetzt um ein vielfaches größer, sondern ergeben in der Summe auch den wirkliche Einfluss der Sprachassistenten auf den gesamten Markt (David treibt Goliath). Nur wenige Unternehmen können also den Sprachassistenten selbst entwickeln, aber viele können ihn nutzen und sich den Druck des Marktes den der Sprachassistent und KI ausübt zu Nutze machen. Die aktuellen Innovationen aus dem Smart Home Bereich und die dort ständig steigenden Umsätze beweisen das eindrucksvoll.

Also…. Machen! So oder so…

Robert C. Mendez zu diesem Thema live auf der StartupCon ereben.

(Robert C. Mendez)


 

 

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