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Über 5.000 Telekom-Mitarbeiter sollen Arbeitsort wechseln - Konzern strafft Standorte

(dapd). Die Telekom hat wieder Krach mit der Gewerkschaft. Grund sind Pläne zur Straffung des Unternehmens. Insgesamt fast 5.200 Beschäftigte sollen bis Ende des Jahres 2012 an einen anderen Arbeitsort versetzt werden, weil bisher über das Land verstreute Standorte zusammengelegt werden, wie die Telekom am Mittwoch in Bonn erklärte. Die Gewerkschaft ver.di, die sich mit dem Konzern nicht auf einen Rahmentarifvertrag über den Umbau einigen konnte, kündigte Proteste an.

Von der Straffung im Geschäftskundenservice und im Mittelstandsvertrieb sind nach den Angaben des Unternehmens insgesamt knapp 6.900 Mitarbeiter betroffen. Fast die Hälfte davon, etwa 3.640 Beschäftigte, sollen künftig an einem anderen Ort arbeiten. Nur noch in 28 statt bisher 58 Städten sollen diese Bereiche künftig vertreten sein. Im internen IT-Sektor arbeiten 2.800 Beschäftigte; etwa 1.500 müssen sich auf einen anderen Weg zur Arbeit einstellen, wenn die Zahl der Standorte von fast 100 auf nur noch 5 verringert wird.

Telekom nennt bis zu 120 Minuten Fahrt zur Arbeit zumutbar

Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei nicht geplant, versicherte Personalgeschäftsführer Dietmar Welslau. Für die Mitarbeiter könnte der Umbau aber bedeuten, dass sie künftig bis zu 120 Minuten Fahrtzeit zur Arbeit pro Strecke in Kauf nehmen müssten. Dies sei laut Tarifvertrag "zumutbar", sagte Welslau.

Bei Mitarbeitern, die längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen oder sogar umziehen müssten, wolle der Bonner Konzern die Kosten übernehme, hieß es. Für solche Mitarbeiter, die nicht in einen der neuen Standorte wechseln wollten oder könnten, würden in Absprache mit dem Betriebsrat "individuelle Lösungen" gesucht. Die ersten Umzüge sind in der zweiten Jahreshälfte 2011 geplant.

ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder kündigte an, die Gewerkschaft wolle den Protest gegen diese Pläne "auf die Straße tragen". Die Zentralisierung "rüttelt an den Existenzgrundlagen vieler Beschäftigter. Sie ist unnötig und schädlich für das Unternehmen", sagte Schröder. Er bezeichnete die Maßnahmen außerdem als kunden- und servicefeindlich. "Wer in Vertrieb und Service diesen Kahlschlag betreibt, riskiert weitere Kundenverluste."

Das Unternehmen hält dagegen: Die Umstrukturierung sei notwendig geworden, weil die derzeitige kleinteilige Flächenstruktur noch aus den 60er Jahren stamme, der Zeit der Fernmeldeämter, sagte Welslau. Für die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur in den neuen Großstandorten kündigte der Konzern für die kommenden zwei Jahre Investitionen in Höhe von 45 Millionen Euro an. An den neuen Großstandorten sollen zwischen 400 und 600 Mitarbeiter beschäftigt sein. Außerdem rechnet die Telekom langfristig mit Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe.

(dapd )


 


 

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