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Konsequenz nach Datenskandal

Telekom schafft Vorstandsressort für Datenschutz

(ddp-nrw). Die Deutsche Telekom zieht mit der Einrichtung eines neuen Vorstandressorts für Datenschutz Konsequenzen aus den jüngsten Fällen von Datenmissbrauch. Darüber hinaus will der Konzern mit der Veröffentlichung eines jährlichen Datenschutzberichts und der Einsetzung eines Datenschutzrates mit Experten aus Politik, Forschung und Lehre für mehr Transparenz sorgen, wie Vorstandschef René Obermann am Freitag in Bonn ankündigte. Zudem werde die Telekom die internen Zugriffsberechtigungen auf Kundendaten verschärfen.

«Durch das neue Vorstandsressort stellen wir sicher, dass die notwendigen Maßnahmen zum Datenschutz zentral abgestimmt und konzernweit umgesetzt werden«, sagte Obermann. Die jüngsten Ereignisse hätten gezeigt, dass es »zusätzlichen Handlungsbedarf« bei Datenschutz und -sicherheit gebe. »Das heißt nicht, dass unser Datenschutz generell schlecht ist«, fügte Obermann hinzu und wies zugleich Forderungen nach seinem Rücktritt zurück. Er sei mit dem Auftrag angetreten, das Unternehmen zu modernisieren und zu reformieren: «Das braucht eine Reihe von Jahren.»

Obermann bestätigte die Jahresprognose für 2008

Wirtschaftliche Schäden aus dem jüngsten Datenskandal erwartet die Telekom unterdessen nicht. Kundenverluste habe es in diesem Zusammenhang nur in Höhe von »leicht über 100« gegeben. Obermann bestätigte die Jahresprognose für 2008, die ein um Sonderfaktoren bereinigtes Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf dem Vorjahresniveau von 19,3 Milliarden Euro vorsieht. Es gebe keinen Grund, diese Aussage zu korrigieren. Trotz der globalen Finanzkrise habe die Telekom weiter eine solide Bilanz und sei sicher finanziert.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass der Telekom-Tochter T-Mobile 2006 Daten von 17 Millionen Kunden gestohlen wurden. Laut Telekom handelt es sich um Daten von Prepaid- und Vertragskunden, darunter neben Name und Anschrift die Mobilfunknummer, teils das Geburtsdatum und in einigen Fällen auch die E-Mail-Adresse. Die Datensätze enthielten den Angaben zufolge keine Bankverbindungen, Kreditkartennummern oder Verbindungsdaten. 

Obermann verteidigte in diesem Zusammenhang seine Entscheidung, als damaliger T-Mobile-Chef trotz seines Wissens um den Datenraub die Panne nicht öffentlich gemacht zu haben. Der Diebstahl sei im Frühjahr 2006 umgehend bei den zuständigen Staatsanwaltschaften angezeigt worden. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass die Daten nicht auf dem Markt angeboten worden seien. Zudem habe man vermeiden wollen, über eine Bekanntmachung »Trittbrettfahrer« anzulocken.

Laut Unternehmen gibt es inzwischen einen Hauptverdächtigen

Ein früherer Mitarbeiter stehe unter dringendem Tatverdacht, sagte Festnetz-Vorstand Timotheus Höttges. Nach bisherigen Erkenntnissen hat der «Binnentäter» die Daten über einen längeren Zeitraum abgegriffen, um so interne Sicherungssperren zu umgehen.

Der jüngste Diebstahl von Kundendaten ist für die Telekom nicht der einzige Fall von Problemen mit dem Datenschutz. Laut Höttges gibt es in diesem Zusammenhang derzeit sieben Ermittlungsverfahren. Im Frühling hatte das Unternehmen zudem bestätigt, dass Telefondaten von Journalisten und Aufsichtsräten ausgewertet worden waren, um Informationslecks zu finden.

(Quelle: alle auf Pressekonferenz)

(Redaktion)


 


 

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