Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell News
Weitere Artikel
Unternehmen

SinnLeffers ist saniert und will sich künftig im Textil-Einzelhandel behaupten

(ddp-nrw). Neun Monate nach Bekanntgabe ihrer Insolvenz ist die Modekette SinnLeffers saniert und will nun mit weniger Filialen und weniger Mitarbeitern im hart umkämpften Textil-Einzelhandel neu durchstarten. «Unsere Bilanz ist wieder völlig sauber. Wir fahren wieder ohne Netz und in Eigenverantwortung», sagte Aufsichtsratschef Peter Zühlsdorff am Freitag in Düsseldorf.

Die Lieferanten, denen das Unternehmen noch Geld schulde, würden kommende Woche und der Sozialplan bis Monatsende ausbezahlt. Damit sei das Insolvenzverfahren abgeschlossen, fügte Zühlsdorff hinzu. Durch die Sanierung wurden nach den Angaben 24 Filialen mit 2700 Arbeitsplätzen gesichert. In den vergangenen Monaten hatte sich SinnLeffers damit von rund der Hälfte seiner Häuser getrennt sowie 1300 Mitarbeitern und damit einem Drittel der Belegschaft gekündigt. Über die Hälfte der betroffenen Beschäftigten seien inzwischen aber in neue Stellen vermittelt worden, hieß es.

«Der Orkan ist vorbei, aber der Sturm hält an», beschrieb Zühlsdorff die Situation für SinnLeffers angesichts der schwierigen Lage im Textil-Einzelhandel, der unter sinkenden Umsätzen leidet. Im laufenden Geschäftsjahr 2008/2009 (31. Juli) werde das Unternehmen wegen der Kosten der Insolvenz noch keine Gewinne machen. Erst im folgenden Geschäftsjahr wird mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen gerechnet. Der Umsatz im laufenden Jahr soll mit rund 300 Millionen Euro zwei Drittel des Niveaus vor der Insolvenz haben.

Mit neuen Kollektionen will sich SinnLeffers nun von den Wettbewerbern abheben und um neue Kunden werben. In den Filialen wolle man mit einem Angebot auch lokaler und regionaler Sortimente die Rolle eines «Platzhirsches» einnehmen, so Zühlsdorff. Da SinnLeffers nahezu alle Möglichkeiten zur Kostensenkung ausgeschöpft habe, hänge die weitere Gesundung des Betriebs jetzt vor allem davon ab, wieder mehr Umsatz pro Fläche zu machen.

Punkten will SinnLeffers dabei auch mit einer Personalausstattung der verbliebenen Häuser, die deutlich höher sei als bei den Wettbewerbern. «Wir wollen kein anonymer Filialist sein, sondern setzen auf eine gehobene Beratungsqualität», erläuterte Geschäftsführungs-Mitglied Karsten Oberheide.

Mit dem Abschluss der Insolvenz steht im Mai auch ein Wechsel an der Spitze der Geschäftsführung an. Deren bisheriger Vorsitzender Patrick Feller wird von dem Niederländer Abram Nette abgelöst, der zuvor unter anderem bei Karstadt und Douglas tätig war. Feller agiert künftig zunächst als Finanzchef, bis er laut den Angaben beim SinnLeffers-Eigentümer, der Deutschen Industrie Holding (DIH), neue Aufgaben übernimmt.

SinnLeffers war nach Wehmeyer und Hertie die dritte ehemalige KarstadtQuelle-Tochter, die in Turbulenzen geraten war. Die DIH hatte SinnLeffers 2005 übernommen.

(Quelle: Pressekonferenz)
Von Frank Bretschneider

(ddp)


 


 

SinnLeffers
Insolvenz
Modekette SinnLeffers
Textil-Einzelhandel
Peter Zühlsdorff

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "SinnLeffers" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: