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Interview

Univ.-Prof. Dr. Tobias Kollmann: „Köln kann mehr!“

Univ.-Prof. Dr. Tobias Kollmann ist neben seiner Lehrtätigkeit für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen Landesbeauftragter Digitale Wirtschaft NRW und Geschäftsführer der netSTART Venture GmbH. Vor allen Dingen aber ist der „Net-Economist“ ein selbsternannter „Social Jeck“. Gebürtig aus Bonn kommend, ist der Godesberger Jung stolz darauf, in der „schönsten Stadt Deutschlands“ zu wohnen und spart im Interview mit Business-on.de nicht an Liebeserklärungen an die Domstadt.

Business-on.de: Sind Sie gebürtig aus dem Rheinland?

Dr. Tobias Kollmann: Ich wurde laut Aussage meiner Mutter als erster Junge auf der neu eröffneten Entbindungsstation des evangelischen Waldkrankenhauses in Bonn-Bad Godesberg geboren. Wie es sich gehört, habe ich nur zwei Mädchen den Vortritt gelassen. Entsprechend fühle ich mich nicht nur als Rheinländer, sondern auch als „Godesberger Jung“.

Business-on.de: Sind Sie nur beruflich oder auch privat im Rheinland ansässig?

Dr. Tobias Kollmann: Ich habe meine Kindheit sowohl in Bonn als auch in Köln verbracht und auch wenn meine Arbeitsstelle im Ruhrgebiet liegt, so gab es keinen Zweifel, dass ich im Rheinland wohnen und leben möchte. Entsprechend muss ich um 5:30 Uhr aufstehen, damit ich um 6:30 Uhr am Kreuz Köln-Ost vorbei bin. Dafür wohne ich aber laut des Stadionsprechers vom 1. FC Köln „in der schönsten Stadt Deutschlands“.

Business-on.de: Was ist das Besondere am Rheinland?

Dr. Tobias Kollmann: Es ist die rheinische Lebenskultur, die sympathische Selbstverliebtheit, die innere Verbundenheit mit lokalen Besonderheiten wie Rhein, Dom, FC und Karneval mit den zugehörigen gefühlten 30.000 Liedern zur Schönheit unserer Heimat. Der Rheinländer kann intensiv arbeiten aber auch feiern und gleichzeitig mit einem unglaublichen Lokalpatriotismus in vollkommener Zufriedenheit leben.

Für Wolfgang Bosbach sind die Menschen am Rheinland das Besondere. Hier lesen sie das komplette Interview mit Wolfgang Bosbach.

Business-on.de: In welcher Branche sind Sie tätig und seit wann?

Dr. Tobias Kollmann: Ich forsche, lehre, berate, investiere und kümmere mich in den verschiedenen Funktionen seit Mitte der 1990er Jahre um die sogenannte „Net Economy“. Dazu gehören das Internet, der Mobilfunk und das interaktive Fernsehen (ITV) mit den zugehörigen elektronischen Geschäftsmodellen und -prozessen. Basis ist mein Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen, die durch mein Beratungs- und Beteiligungsunternehmen netSTART Venture in Köln ergänzt wird. Hinzu kommt meine Aufgabe als Landesbeauftragter für Digitale Wirtschaft in NRW.

„Das Rheinland muss einiges tun, um den Anschluss nicht zu verlieren.“

Business-on.de: Sind Sie im Karneval aktiv?

Dr. Tobias Kollmann: Ich bin aktives Mitglied der Prinzen-Garde Köln und damit begeisterter Karnevalist. Auch hier bringe ich aber meine Online-Kompetenz ein. So habe ich die Social Media-Plattformen für meine Karnevalsgesellschaft aufgebaut und betreue diese auch zusammen mit den Kollegen. Somit poste und tweete ich live von unseren Sitzungen, Aufzügen und natürlich dem Rosenmontagszug. Insofern freue ich mich natürlich auf das kommende Sessionsmotto „Social jeck“.

Business-on.de: Wie beurteilen Sie die Zukunft Ihrer Branche in der Region?

Dr. Tobias Kollmann: Im Bereich der Startups der digitalen Wirtschaft stehen wir in einem harten Wettbewerb mit Berlin, Hamburg und München. Hier müssen wir einiges tun, um den Anschluss nicht zu verlieren. Das Rheinland mit Köln, Düsseldorf und Bonn hat beste Voraussetzungen, um hier mithalten zu können. Entsprechend gilt es einen Schulterschluss von Gründern, Investoren, Multiplikatoren sowie der ansässigen Industrie und dem Mittelstand zu erreichen, damit das Rheinland auch ein Gründerland für die Net Economy ist.

Business-on.de: Besteht Ihrer Meinung nach hinsichtlich der wirtschaftlichen Faktoren im Rheinland noch Optimierungsbedarf?

Dr. Tobias Kollmann: Im Hinblick auf die Startup - und Gründerszene für die digitale Wirtschaft gilt aus meiner Sicht der Satz „Köln kann mehr...!“ Mehr Ausbildung in den Bereichen BWL und Wirtschaftsinformatik an den Hochschulen, mehr Anlaufpunkte und Vernetzung für die Unterstützung der Gründer in der Stadt, mehr Kooperationen zwischen Startups und der klassischen Wirtschaft, mehr Venture Capital und Business Angels für die Region und mehr Rückenwind für das Thema durch die Politik vor Ort.

(Christian Weis)


 


 

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2 Kommentare

von Leser
20.03.14 14:24 Uhr
Frage an Herrn Kollmann

Was ist eigentlich aus den Rotonda Business Angels geworden. Da hört man nichts mehr.

von Tobias Kollmann
27.03.14 06:29 Uhr
Antwort auf Leserfrage

Die Rotonda Business Angels sind weiterhin aktiv... Regelmäßige Pitching-Abende mit deutlich mehr Anfragen als Präsentationsplätze zur Verfügung stehen... Wachsende Zahl von Angels... Vier Investments seit der Gründung... Kooperationen mit anderen Investmentpartnern... Es ist für 2014 ein eigener Wettbewerb für Startups mit Preisgeldern geplant... Es wird also weiterhin einiges bewegt,auch wenn es vielleicht nicht immer sichtbar ist.

Herzliche Grüße
Tobias Kollmann

 

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