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L’escalier: Bistro mit Sternen-Schmuck

Im stylish-coolen Bistro-Look ohne Schnörkel erwarten den unvorbereiteten Gast Kulinaria der Spitzenklasse. Begleitet von einem ausnehmend freundlichen Service fühlt man sich im „L’escalier“ am Rande des Belgischen Viertels sofort rundum wohl. Koch Jens Dannenfeld, der in der Küche herrscht, und seine Frau Melanie sind optimale Gastgeber. Die Gourmet-Experten des Guide Michelin haben das kleine schicke Bistro gerade mit einem der begehrten Sterne ausgezeichnet. Damit hat die Domstadt neben dem Zwei-Sterne Restaurant „Moissonnier“ in der Nähe des alten Hansaring-Hochhauses fünf Edel-Adressen, über denen ein Michelin funkelt.

Nur 36 Plätze gibt es im Interieur des typischen Hauses aus der Kölner Gründerzeit. Ein paar Treppenstufen, denen das Bistro seinen Namen verdankt, führen in das intim wirkende Restaurant. Im Sommer verfügt es über weitere 20 Plätze im Freien unter den Weinreben, die den Eingang umranken. Die Dannenfelds kommen aus Braunschweig, hatten dort auch schon Michelin-Schmuck über ihrem Lokal.

Heidschnucken aus Rösrath

Eine der besten Empfehlungen von der aktuellen Karte sind die Lammgerichte. Denn Dannenfeld bezieht das Fleisch von einem Bauern in Rösrath, der neben seinen Islandpferden Heidschnucken züchtet. Diese genügsame halbwild lebende Schafrasse, deren Widder eigenartig gedrehte Hörner tragen, liefert besonders delikate Koteletts, Keulen oder Carrees, die im L’escalier z.B. mit Kartoffel-Bohnenstampf zubereitet werden. Von bergischen Wiesen stammen meist auch die Rinder für die Töpfe und Pfannen des Kochs, der zu den „Jeunes Restaurateurs d’Europe“ gehört. Das ist eine Vereinigung junger Küchenmeister, die eine „zeitgemäße Haute Cuisine“ entwickelt haben. „Die Aufnahme in den Kreis dieser Kollegen war für mich wie ein Ritterschlag,“ erinnert sich Jens Dannenfeld.

Typisch für seine Küche sind auch die vielen Wildkräuter. „Es gibt Kräutersucher, die kennen die besten Stellen in den Wäldern und auf den Feldern und beliefern uns“, erfährt der staunende Gast.

Botschafter des Eigengeschmacks

Das Restaurant hat nur eine kleine Karte, aber eine größere Auswahl würde wohl zu Lasten der Frische und des Geschmacks gehen. Die Philosophie des Kochs: „Wir sehen uns als Botschafter des Eigengeschmacks und des „Terroir“. Deshalb verarbeiten wir fast ausschließlich regionale Produkte im Rhythmus der Jahreszeiten, die wir nach Möglichkeit direkt vom Erzeuger beziehen, denn: je näher, desto frischer! Der Schwerpunkt liegt auf heimischen Früchten, Gemüsen und Wildkräutern in Kombination mit Fleisch aus hiesiger Jagd und Tierhaltung sowie Edelfischen aus den klaren Kraterseen der Eifel. Die Konzentration auf Erzeugnisse der Saison bietet dabei die Gewähr, dass die verarbeiteten Zutaten auf dem Höhepunkt ihrer Aromen- und Geschmacksentwicklung sind.“
Am liebsten empfehlen die Service-Kräfte die drei- bis sechsgängigen Überraschungs-Menus (42 bis 60 Euro), die man auch mit passender Weinbegleitung ordern kann. Zum „Dreier“ kosten die abgestimmten Rebensäfte noch einmal 24 Euro, der „Sechser“ steht mit je 36 Euro auf der Rechnung. Immer dienstags wird als Spezialität das „Jeunes Restaurateurs-Menu“ mit vier Gängen und Aperitif für 45 Euro angeboten. Und mittags gibt’s ein jeweils Lunchmenu mit Suppe und einem Hauptgericht sowie einem Glas Wein für angemessene 19,50 Euro.

Dorade royal mit Jerusalem-Artischocken 

Da das a la Carte-Angebot so häufig entsprechend dem Nachschub an taufrischen Zutaten wechselt, hier nur ein paar Beispiele aus dem April: Kalbskopf mariniert und gebacken mit Kapernsvinaigrette (19 Euro) oder zum gleichen Preis Hechtschnitte mit gebratenem Rappa – was keine Band von rappenden Kids bedeutet, sondern ein spinatähnliches Gemüse. Fischliebhaber können z. B. auch Seeteufel mit Lauchkuchen und Basilikum (19 Euro) oder bei den Hauptgerichten Seezungenfilet mit Erbsenravioli und Minze (29 Euro), Dorade royal mit Topinambur und Frühlingsspinat (28 Euro) genießen. Topinambur heißt übrigens auch „Jerusalem Artischocke“ und stammt entgegen allen naheliegenden Vermutungen nicht aus dem Asienshop sondern aus deutschen Landen und wird neuerdings als „Wunderknolle gegen Übergewicht“ promotet. Rinderfilet mit Staudensellerie und Backpflaume ist eine köstliche Fleischzubereitung ebenso wie das Lammcarree von den Rösrather Heidschnucken. ( je 29 Euro)

Die Weinkarte umfasst stolze 30 Seiten und bietet Kreszenzen für jeden Geschmack und Geldbeutel – vom Weißburgunder von der Mosel (19 Euro) oder der legendären Wehlener Sonnenuhr von 2005 (28 Euro) bis zum ausgesuchten Château Ausone aus St. Emilion für 900 Euro.
Im Kreis der Kölner Edel-Gastro-Szene ist das „L’escalier“ eine vorzügliche Alternative zu den altbekannten Adressen. Nicht für den Fan von billigem Fast Food, sondern für die Gäste, die sich trotz Krise noch was gönnen. So hört man gelegentlich Fetzen von angeregten Unterhaltungen, in denen über Rolex und Cartier, Aktienkurse und Reisen zu exotischen´ Zielen geplaudert wird.

L’escalier, Brüsseler Straße 11, 50674 Köln
Telefon: 0221-2053998
Internet: www.lescalier-restaurant.de
geöffnet: dienstags – freitags 12 bis 14 und 18.30 bis 22 Uhr,
montags und samstags nur abends 18.30 bis 22 Uhr
Sonntags geschlossen.

(Ulrich Gross)


 


 

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