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Übernachtungsgäste

Touristiker sind zufrieden

Eine Million Einwohner hat Köln. Übernachtet haben im vergangenen Jahr sechs Mal so viele Menschen in der Domstadt: 5,98 Millionen Übernachtungsgäste zählten die Hoteliers 2015, ein Plus von 4,3 Prozent im Vergleich zum Jahr davor und ein echtes Rekordergebnis.

Laut KölnTourismus erhöhte sich dabei der Anteil an Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland um 6,6 Prozent auf 2,08 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen deutscher Gäste steigerte sich um 3,2 Prozent auf 3,9 Millionen. Insgesamt haben sich die Übernachtungszahlen seit dem Jahr 2000 verdoppelt. Den jährlichen touristischen Bruttoumsatz schätzt KölnTourismus auf 6,6 Milliarden Euro.

Zahlen, die deutlich belegen, dass der Tourismus für Köln und die Region ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist, der beständig wächst und entsprechend gehegt und gepflegt werden sollte. Gepflegt und gebaut wird bei Kölns Touristenattraktion Nummer Eins bereits seit der Grundsteinlegung vor 768 Jahren: Ungeschlagen und mit Abstand auf dem Spitzenplatz thront der Kölner Dom. Nahezu jeden Touristen zieht es zur Hohen Domkirche St. Petrus, so der offizielle Name der Kathedrale. Rund 6,5 Millionen Besucher bringen den Dom auch bundesweit auf den ersten Platz der Touristen-Ziele. Dicht dahinter in der Gunst der Köln-Besucher: Das Römisch-Germanische Museum, 4711- und Farina-Haus, die romanischen Kirchen und offensichtlich die Kombination „Kölsch mit Schokolade“, denn die Brauhäuser werden ebenso gerne besucht wie das Schokoladenmuseum. Ebenfalls Publikums-Magnet: eine in den vergangenen Jahren durch Kölner und durch Menschen aus aller Welt selbst geschaffene Attraktion: Die Liebesschlösser auf der Hohenzollernbrücke. Erfreulich, dass es auch ein Gebäude mit einem sehr ernsten Thema auf die Liste der stark frequentierten Plätze schafft: Das NS-Dokumentationszentrum der Stadt zählte 2015 rund 77 400 Eintritte. Das ehemalige Gefängnis der Gestapo zieht mit seinem breitangelegtem Programm, seiner Bibliothek und als Museum Schulklassen ebenso an wie geschichtsinteressierte ältere und jüngere Menschen – die offensichtlich nicht so rar sind, wie öfters befürchtet wird.

Weihnachtsmärkte, Veranstaltungen in der Lanxess-Arena, Kongresse und Tagungen, international besetzte Messen Events wie die Kölner Lichter, große Sportveranstaltungen wie der Marathon, natürlich der Karneval, das breite kulturelle Angebot von Theater über Konzerte bis hin zu Museen mit wechselnden Sonderausstellungen – all das bringt Hunderttausende Menschen in die Domstadt. Hunderttausende Menschen, die sich in einer aufgeräumten, sauberen und sicheren Stadt mit positivem Image naturgemäß sehr viel wohler fühlen als in einer Metropole, die mit Übergriffen in der Silvesternacht in die Schlagzeilen gerät. Köln hat durch diese Vorkommnisse und die damit verbundenen negativen Berichterstattungen einen Image-Schaden erlitten. Es gilt nun, diesen wieder gut zu machen. Sicherheit, Sauberkeit, Stadtbild, Image und Markenbildung sind Themen, die Köln verstärkt angehen will. Im Tourismus sollen neue Schwerpunkte gesetzt und Themen abseits der ausgetretenen Pfade angeboten werden. KölnTourismus hat kürzlich für 2016/2017 das Thema „#urbanCGN – cologne urban lifestyle“ vorgestellt. Die Stadt soll als kreatives Erlebnisareal in den Fokus rücken. Dabei werden Geschichten abseits der touristischen Pfade erzählt und auch einmal Nischenthemen aus der kreativen Szene rund um Kunst, Kultur, Mode, Design, Festivals und Musik besetzt. Schließlich hat Köln viel mehr zu bieten als Dom und Rhein. Zudem steht Köln als Tourismus-Destination nicht alleine da: Die Region zieht mit und ergänzt das Angebot der Metropole. Wander- und Kulturrouten im Bergischen, oberes Rheintal oder Schloss Augustusburg in Brühl als Unesco-Stätten – die Region ist ein Gesamtpaket, das sich gut vermarkten lässt.

Schließlich hat Köln viel mehr zu bieten als Dom und Rhein. Zudem steht Köln als Tourismus-Destination nicht alleine da: Die Region zieht mit und ergänzt das Angebot der Metropole. Wander- und Kulturrouten im Bergischen, oberes Rheintal oder Schloss Augustusburg in Brühl als Unesco-Stätten – die Region ist ein Gesamtpaket, das sich gut vermarkten lässt.

Damit sich die Touristen in Köln wohl fühlen, ist hinter den Kulissen harte Arbeit nötig. Neben den alltäglichen Herausforderungen des laufenden Betriebes müssen die Unternehmen aus Tourismus und Gastronomie dabei zunehmend mit Fachkräftemangel und steigenden Arbeitskosten, Anforderungen des nachhaltigen Wirtschaftens und wachsenden Ansprüchen der Gäste klar kommen. In Köln sorgte zudem die Kulturförderabgabe, als „Bettensteuer“ bekannt geworden, für Unmut. Nachdem der Rat der Stadt Köln beschlossen hat, die Satzung zur Erhebung der Kulturförderabgabe zu ändern um das Verfahren zu verschlanken, Formulare zusammenzulegen und zu vereinfachen, Sammelbescheinigungen zu ermöglichen und Alternativen zur Arbeitgeberbescheinigung für beruflich zwingend erforderliche Reisen anerkannt werden sollen, ist etwas Ruhe rund um die Kulturförderabgabe eingekehrt. Weniger ruhig wird es dagegen zugehen, wenn im Mai die Live-Show „Monster High“ in der Lanxess-Arena rockt, Adele dort auftritt, das Acht-Brücken- Festival mit Musik der Moderne lockt oder Queen + Adam Lambert im RheinEnergieStadtion ihr einziges Deutschland-Konzert geben. Es wird laut. Und das ist gut so.

Der Artikel erschien in der zweiten Ausgabe von DIE WIRTSCHAFT im Mai 2016.

(Redaktion)


 


 

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