Weitere Artikel
GmbH-Anteile

Erbschaftsteuer bei der Übertragung von GmbH-Anteilen vermeiden

Die Unternehmensnachfolge bei GmbHs wird oft in der Weise abgewickelt, dass Kinder von einem Elternteil GmbH-Anteile im Wege der (vorweggenommenen) Erbfol- ge geschenkt bekommen. Beträgt die GmbH-Beteiligung mindestens 25 Prozent, kann die ansonsten fällige Schenkungsteuer unter bestimmten Voraussetzungen zum größ- ten Teil oder ganz vermieden werden:

  • Die Lohnsumme muss weiterhin eine bestimmte Höhe aufweisen. Bei der sog. Regelverschonung (nur 15 Prozent des Anteilswerts werden der Erbschaft-/Schenkungsteuer unterworfen) darf die Summe der jährlichen Lohnsummen der GmbH in den nächsten fünf Jahren 400 Prozent der Ausgangslohnsumme nicht unter- schreiten. Bei der sog. Optionsverschonung (es fällt dabei überhaupt keine Erbschaft-/Schenkungsteuer an) darf sogar in den nächsten sieben Jahren die Summe der jährlichen Lohnsummen nicht kleiner als 650 Prozent sein,
  • Der Betrieb muss mindestens fünf (bei Regelverschonung) bzw. sieben Jahre (bei Optionsverschonung) fortgeführt werden. Dabei dürfen weder wesentliche Betriebsgrundlagen veräußert noch ins Privatvermögen überführt werden. Von einer Nachversteuerung wird in diesen Veräußerungsfällen nur dann abgesehen, wenn der Veräußerungserlös innerhalb der begünstigten Vermögensart bleibt. Der Erlös muss innerhalb von sechs Monaten nach der Veräußerung wieder in begünstigtes Vermögen reinvestiert werden.

Anteile an der GmbH dürfen in diesem Zeitraum nicht veräußert oder als Sacheinlage (z.B. in eine andere GmbH) eingebracht werden. Die Sacheinlage von Anteilen wird der Veräußerung gleichgestellt. Ebenso schädlich ist es, wenn die GmbH innerhalb der fünf bzw. sieben Jahre aufgelöst oder ihr Nennkapital herabgesetzt wird. Schließlich dürfen die Ausschüttungen an den begünstigten Gesellschafter die Summe seiner Einlagen nicht um mehr als 150.000 Euro übersteigen.

Der Gesellschafter, der unter diesen Voraussetzungen die GmbH-Anteile erbschaft- oder schenkungsteuerfrei erhalten hat, sollte also jährlich prüfen:

  • die Entwicklung der Lohnsumme (ggf. gegensteuern),
  • die Veräußerung wesentlicher Betriebsgrundlagen (ggf.
    Reinvestitionsplan erstellen),
  • schädliche Einbringung von GmbH-Anteilen als Sacheinlage vermeiden.

(VSRW-Verlag)


 


 

Erbschaftsteuer
Veräußerung
GmbH-Anteile
Lohnsumme
Sacheinlage
Übertragung von GmbH-Anteilen
Schenkungsteuer

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Erbschaftsteuer" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: