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Interview

Ulf Reichardt: „Das Rheinland punktet mit hervorragender Infrastruktur.“

Ulf Reichardt ist Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. Der gebürtige Schwabe war beruflich viel Unterwegs, bevor er vor zwei Jahren zur IHK Köln wechselte und seitdem in der Domstadt lebt. Die Offenheit der Rheinländer habe es ihm leicht gemacht, sich in der Region wohl zu fühlen, verriet Reichardt im Interview mit Business-on.de. Aber auch wirtschaftlich gäbe es viele Gründe, die für Köln und Umgebung sprächen.

Business-on.de: Seit wann wohnen Sie im Rheinland und was hat Sie damals zu dem Umzug bewogen?

Ulf Reichardt: Ich bin gebürtiger Schwabe, lebe aber schon seit vielen Jahren im Rheinland. Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl. Nach zahlreichen Stationen im In- und Ausland während meines Studiums bin ich 1997 von Berlin zunächst nach Düsseldorf gezogen, später für kurze Zeit nach Duisburg und dann nach Ratingen. Seit 2012 bin ich in Köln. Die Umzüge nach meiner Zeit in Berlin hatten berufliche Gründe, weil ich in verschiedenen Unternehmen der ThyssenKrupp AG tätig war und vor zwei Jahren dann zur IHK Köln gewechselt bin. Ich lebe nun seit 17 Jahren im Rheinland, habe hier mit meiner Frau ein Haus gekauft, unsere Kinder sind hier geboren – es ist mein Zuhause geworden.

Business-on.de: Was ist das Besondere am Rheinland?

Ulf Reichardt: Offenheit und Kontaktfreudigkeit. Das erlebe ich, wenn ich – was ich sehr oft tue – im Kammerbezirk der IHK Köln unterwegs bin, der ja auch die Kreise Rhein-Erft, Rhein-Berg, Oberberg und die Stadt Leverkusen umfasst. Die Offenheit der Rheinländer hat es mir leicht gemacht, mich hier schnell wohl zu fühlen. Aus wirtschaftlicher Sicht zeichnet das Rheinland eine enorme Vielfalt aus. Neben den klassischen Branchen wie einer starken Industrie und den Unternehmen der digitalen Wirtschaft gibt es zahlreiche dynamische Unternehmen aus kreativen Bereichen wie Medien und Kommunikation. Übrigens: Mehr oder weniger sind alle Unternehmen heute von der Digitalisierung betroffen und profitieren von ihr. Deshalb ist es uns wichtig, dass auch im Umland ein vernünftiges Breitbandangebot zur Verfügung steht.

Außerdem gibt es im Rheinland hervorragende Verkehrsverbindungen zwischen den Städten, die Häfen, die Flughäfen – nur hat diese Infrastruktur vor allem bei Straßen und Brücken in den vergangenen Jahren stark gelitten. Hier muss jetzt gehandelt werden. Das macht unsere IHK gegenüber Öffentlichkeit und in Gesprächen mit Politik und Verwaltung immer wieder deutlich.

Business-on.de: In welcher Branche sind Sie tätig und seit wann?

Ulf Reichardt: Heute, wenn Sie so wollen: in allen! In allen jedenfalls, die zu unserer IHK gehören. Denn wir als IHK Köln vertreten rund 155.000 Unternehmen, und wir vertreten das Gesamtinteresse dieser Branchen in der Region Köln. Dabei sind wir zugleich Dienstleister, Berater, Informationsquelle, Bildungseinrichtung, Netzwerker und politische Stimme der Wirtschaft.

Die Themen Gewerbeflächen und Energie sind noch Verbesserungswürdig

Business-on.de: Sehen Sie sich von der Politik ausreichend unterstützt? Wenn nicht, wo besteht noch Handlungsbedarf?

Ulf Reichardt: Wir sehen unsere Aufgabe ja unter anderem als Mittler zwischen Politik und Wirtschaft. Deshalb versuchen wir in öffentlichen Stellungnahmen einerseits und in vielen Hintergrundgesprächen andererseits, die Belange der Wirtschaft gegenüber der Politik zu erklären. Das gelingt oft, aber natürlich sehen wir an vielen Stellen noch Handlungsbedarf. Ein Beispiel dafür ist das Thema Gewerbeflächen. Viele Kommunen stellen ihren Unternehmen zu wenig Flächen zur Verfügung. Das hat auch damit zu tun, dass Wirtschaft, vor allem Industrie, nicht überall die verdiente Akzeptanz und Wertschätzung findet. Wir arbeiten daran, das zu verbessern. Ein weiteres Beispiel ist das Thema Energie: Wenn die steigenden Energiekosten und fatale politische Weichenstellungen die Existenz zahlreicher Betriebe bedrohen, dann müssen wir die Folgen deutlich machen. Folgen für die Menschen, die ihre Jobs verlieren, und damit auch für die öffentliche Hand, wenn die Sozialkassen belastet werden.

(Christian Weis)


 


 

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