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Umsatzsteuererhöhung auf 19 % ab 1. Januar 2007 – wie können Sie gegensteuern?

Gestaltungsmöglichkeiten

Entscheidend für den anzuwendenden Steuersatz ist nicht der Tag der Bestellung, sondern der Zeitpunkt der Lieferung oder der Leistung. Das Vorziehen einer Lieferung / Leistung ist nicht in allen Fällen möglich und sinnvoll, kann aber genutzt werden, wenn ein Kauf (z. B. PKW) oder eine Leistung (z.B. Reparatur) schon geplant war und die Umsatzsteuer den Endverbraucher trifft. Dem gegenüber ist abzuwägen, ob Anfang 2007 nicht besondere Rabattangebote unterbreitet werden.

In vielen Fällen wird es möglich sein, (Dauer-)Leistungen zu teilen und Teilleistungen zu vereinbaren.

Häufig anzutreffende Dauerleistungen · Vermietung · Leasing · Softwareüberlassung · Wartung · Saisontickets im Freizeitbereich (z.B. Basket- und Fußball; Sonnen- und Fitnessstudios)

Beispiel: Jahresvertrag über die Wartung einer Heizungsanlage vom 01.02.2006 bis 31.01.2007. Konsequenz: Entstehung der vollen Steuer für den ganzen Zeitraum in 1/2007. Die Steuer beträgt somit 19%.

Modifikation: Vereinbarung und Durchführung kürzerer Zahlungstermine (Monat, Quartal). Konsequenz: Vorliegen von Teilleistungen im Sinne des Gesetzes. Die Steuer von 19% wird nur für 1 Monat berechnet.

Sofern bereits Rechnungen über Dauerleistungen, die nach dem 31. Dezember 2006 enden, erteilt worden sind, können diese vor dem 1. Januar 2007 berichtigt werden. In Fällen von langfristiger Fertigung, wie z.B. im Bereich der Bauwirtschaft, können Teilleistungen vereinbart werden. Teilleistungen liegen vor, wenn die Leistung wirtschaftlich teilbar ist, eine gesonderte Abnahme der Werklieferung oder Werkleistung tatsächlich erfolgt, dies gesondert vereinbart worden ist und sie gesondert abgerechnet wird. Zu berücksichtigen ist in dem Zusammenhang, dass die Fristen für zivilrechtliche Reklamations- und Verjährungsvorschriften mit der Abnahme der Teilleistung beginnen, was bei Mängeln am Gesamtbauwerk später zu unterschiedlichen Regressmöglichkeiten führen kann. Einzelne Gewerke werden grundsätzlich abgrenzbare Teilleistungen darstellen. Bei Maurer- und Betonarbeiten wird eine geschossweise Aufteilung nicht anerkannt werden.

Ausgleich für Steuersatzerhöhung

Sofern Verträge vor dem 1. September 2006 für eine Leistung nach dem 1. Januar 2007 geschlossen worden sind, darf nach § 29 UStG der leistende Unternehmer bei einer Steuersatzerhöhung einen angemessenen Ausgleich verlangen, sofern nichts anderes vereinbart ist. Insbesondere bei langfristig geplanten Bauprojekten mit Festpreisen, die sich über einen langen Zeitraum hinziehen, und bei der die empfangende Partei steuerlicher Endverbraucher (Privatpersonen wie Kommunen) ist, kann sich hierüber erhebliches Konfliktpotential aufbauen.


 


 

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