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Bayer streicht tausende Stellen

(dapd). Der Pharmakonzern Bayer will in Deutschland in den nächsten zwei Jahren 1.700 Stellen streichen. Weltweit sollen sogar 4.500 der insgesamt knapp 109.000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Der Stellenabbau ist Bestandteil eines 800-Millionen-Euro-Sparprogramms, mit dem der Konzern zusätzliche Mittel für die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Pflanzenschutzmittel sowie für die Expansion in den wachstumsstarken Regionen Asiens freisetzen will, wie Bayer am Donnerstag mitteilte. In den Schwellenländern sollen bis Ende 2012 rund 2.500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Der seit Anfang Oktober amtierende Konzernchef Marijn Dekkers kündigte an, Bayer werde seine Ressourcen künftig noch konsequenter in das Wachstum und die Innovationskraft des Unternehmens stecken. Dadurch entstehe in den kommenden Jahren ein hoher Investitionsbedarf. Gleichzeitig sorgten im Gesundheitsbereich jedoch der harte Wettbewerb durch preisgünstige Nachahmerpräparate, steigende Entwicklungskosten sowie Belastungen aus den Gesundheitsreformen für einen spürbaren Druck auf Umsatz und Ergebnis. «Die notwendigen finanziellen Mittel zum Ausbau der Wachstumsbereiche müssen daher durch eine gezielte Umschichtung von Ressourcen sowie durch Effizienz - und Sparmaßnahmen aufgebracht werden», sagte Dekkers.

Insgesamt will der Konzern ab 2013 rund 800 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Die Hälfte davon solle wieder investiert werden, sagte Dekkers. Die Einmalkosten für das Sparprogramm bezifferte der Manager auf rund eine Milliarde Euro. Er kündigte an, die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über die geplanten Maßnahmen würden in Kürze aufgenommen.

In Deutschland sind aufgrund einer Beschäftigungssicherungsvereinbarung allerdings betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2012 ausgeschlossen. Der Stellenabbau werde vor allem über Fluktuationen und Aufhebungsverträge erfolgen, betonte das Unternehmen. «Bayer hat in der Vergangenheit notwendigen Arbeitsplatzabbau stets sozialverträglich gestaltet. Das ist mir auch jetzt sehr wichtig», sagte Dekkers.

Der Bayer-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Thomas de Win sprach von einem «erheblichen Personalabbau» mit einschneidenden Veränderungen und kündigte intensive Gespräche über Notwendigkeit und Umfang der Stellenkürzungen an.

Nach Unternehmensangaben werden in Deutschland vor allem die Gesundheitssparte, der Pflanzenschutzbereich sowie die Konzernzentrale und die Service-Gesellschaften vom Personalabbau betroffen sein. In der Kunststoffsparte MaterialScience werde es dagegen nur noch kleinere Anpassungen geben.

Von Erich Reimann

(dapd )


 


 

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