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  • 06.10.2006,
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Unternehmenssteuerreform 2007: Hilfe für den Mittelstand?

Wie wird es gegenfinanziert?

Hierzu sind folgende Maßnahmen geplant: • die Hinzurechnung (in Höhe eines zu bestimmenden Prozentsatzes) aller Zinsen und Zinsanteile bei der kommunalen Unternehmenssteuer (Gewerbesteuer) und der föderalen Unternehmenssteuer (Körperschaftsteuer) • die Begrenzung des Abzugs von Fremdfinanzierungsaufwendungen (Mindestbesteuerung, Mindestgewinnbesteuerung, Zinsschranke) • die Einführung von Maßnahmen zur Verstetigung der kommunalen Einnahmen • die Begrenzung des Abzugs von Zinsen auf Gesellschafterdarlehen • die Einführung einer Abgeltungssteuer auf Einkünfte aus Kapitalvermögen

Wem nützt die Unternehmenssteuerreform?

Die Reduzierung des Körperschaftsteuersatzes von 25 % auf 12,5 % ist den Kapitalgesellschaften vorbehalten. Diese stellen jedoch nur rund 15,4 % aller Unternehmen dar. Diesen Steuerentlastungen stehen jedoch durch die Gegenfinanzierungsmaßnahmen, insbesondere die Nichtabzugsfähigkeit der lang- und kurzfristigen Fremdkapitalzinsen, deutliche Belastungen gegenüber. So werden insbesondere Unternehmen benachteiligt, die einem permanenten Investitionsdruck ausgesetzt sind. Die über Jahrzehnte praktizierte Benachteiligung der Eingenkapitalfinanzierung wird jetzt geschwächt, indem auch Fremdkapitalfinanzierung steuerlich nicht mehr abzugsfähig sein soll. So werden die geplanten Maßnahmen den eigenen Ansprüchen der Bundesregierung nicht gerecht. Die Studie des Zentrums für europäische Wirtschaft (ZEW) hat ermittelt, dass der Mittelstand als Verlierer der Reform gilt. Gewinner sind ertragsstarke Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote. Mit zunehmendem Verschuldungsgrad und einer schlechteren Ertragslage tendiert die Steuerentlastung gegen null. Dies trifft insbesondere innovative und risikoorientierte Unternehmen. Die Einführung der Abgeltungssteuer, voraussichtlich mit 30 %, verbunden mit dem Wegfall des Halbeinkünfteverfahrens auf Dividenden- und Veräußerungsgewinne für die Kombination mit den auf Unternehmensebene vorgesehenen Zinsabzugsbeschränkungen zu einer Doppelbesteuerung der in Unternehmen erwirtschafteten Erträge. Damit ist tendenziell ein steuerliche Mehrbelastung mittelständischer Unternehmen verbunden.


 


 

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