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Ursula Vierkötter

Chefin legt Tempo vor

Modebewusste Frau als Zielgruppe

business-on.de: Welche Frau gehört zu Ihrer Zielgruppe?

Ursula Vierkötter: Die Kundin ab dreißig. Das heißt, die gut verdienende Frau, die das Besondere sucht, die eine gute Beratung erwartet, die gepflegt angezogen sein möchte und die sich auch mal zwischendurch etwas gönnt wie beispielsweise ein nettes Accessoire.

business-on.de: Gucci, Prada und Co. werden bei Karstadt nicht angeboten. Ist das eine strategische Entscheidung?

Ursula Vierkötter: Bei den Premiummarken sprechen wir von sechs Prozent der Bevölkerung, die sich das leisten kann. Deshalb gibt es bei Karstadt die Entscheidung, ein Sortiment unterhalb dieses Premiumsegments anzubieten. So nach dem Motto: Sieht so aus wie Gucci, kostet aber nur ein Drittel.

business-on.de: Welche Marke tragen Sie selbst am liebsten?

Ursula Vierkötter: Kein Kommentar. Wir führen ohnehin Teamkleidung ein. Das heisst, dass wir zukünftig alle mit schwarzen Hosenkostümen und schwarzen Kostümen ausgestattet sind. Die Teamkleidung wird eine unserer Eigenmarken sein: She, Adagio, Yorn, Joy oder Desiree.

business-on.de: Was machen Sie am liebsten in Ihrem Job?

Ursula Vierkötter: Verkaufen. Ich bin leidenschaftlich gern Verkäuferin. Schon im Studium arbeitete ich auf Messen als Propagandistin, usw. In der Zeit habe ich diesen Job lieben gelernt.

business-on.de: Was würden sie mir spontan verkaufen?

Ursula Vierkötter: Vielleicht einen neuen Lippenstift? Oder ein nettes Accessoire wie beispielsweise ein Armband oder eine Kette. Kunden sind eigentlich immer dankbar, wenn sie auf passendes zu ihrem Outfit aufmerksam gemacht werden.

business-on.de: Wie sieht es mit der Ausbildung des Verkaufspersonals aus? Gab es hier speziellen Nachholbedarf?

Ursula Vierkötter: Ich habe mehrere Verkaufsschulungen und Seminare auch für die Führungskräfte veranlasst. Wichtig ist doch, dass auch die Führungskräfte wissen, wie man richtig verkauft. Damit sie unseren Mitarbeitern Rückmeldung geben können. Körpersprache war auch dabei. Im wesentlichen handelt es sich dabei um ein Auffrischen, weil genau wie beim Sport, müssen die Mitarbeiter immer wieder trainieren, um gute Leistungen zu bringen.

business-on.de: Wurden Sie denn von den Mitarbeitern, die bis dato nur männliche Chefs gewohnt waren, gleich akzeptiert?

Vertrauen bei Mitarbeitern aufgebaut

Ursula Vierkötter: Ja. Dabei war wichtig, dass die Mitarbeiter im vergangenen Jahr gemerkt haben, dass sie sich auf mich verlassen können. Jeder weiss inzwischen, dass ich das, was ich sage, auch einhalte und zwar sowohl bei positiven wie auch weniger erfreulichen Dingen.

business-on.de: Welche besonderen Eigenschaften haben Ihnen dabei geholfen?

Ursula Vierkötter: Ganz wichtig ist, dass man authentisch ist und Menschen begeistern kann. Und das sind hier in Köln immerhin 400 Köpfe. Man muss das Geschäft lieben und das merken die Mitarbeiter. Andererseits muss man klare Ziele formulieren und diese dann auch nachhalten. Die Entscheidungen, die man trifft, müssen verkaufsbezogen, also auf den Kunden ausgerichtet sein.

business-on.de: Lernt man das oder hat man das?

Ursula Vierkötter: Das hat man. Aber der Weg ändert sich mit der Zeit. Am Anfang war ich blauäugiger und eben nicht nachhaltig. So nach dem Motto, gesagt getan. Das ändert sich aber schnell, wenn sie erst einmal paar Enttäuschungen erlebt haben. Wichtig ist, dass die Ziele und die Folgen bei Nichtbeachtung klar definiert sind. Bei uns im Haus gibt es beispielsweise die Anweisung, dass jeder Kunde zu begrüßen ist. Das hört sich lapidar an, ist aber essentiell. Das geht bei einem Mitarbeiter besser als beim anderen. Wir arbeiten daran.

business-on.de: Die Geschäftsführung eines so großen Hauses ist sicherlich kein 40-Stunden-Job?

Ursula Vierkötter: Mein Arbeitspensum schwankt so zwischen 50 und 60 Stunden die Woche. Allerdings muss ich dazu sagen, dass man nie richtig abschaltet, egal, ob zu Hause oder im Auto. Für mich ist die Arbeit ein großer Teil meines Lebens. Und Gott sei Dank macht es mir riesig Spaß.

business-on.de: Was sagt Ihr Sohn dazu, dass er Sie so wenig sieht?

Ursula Vierkötter: Er findet es okay und ist stolz auf seine Mami. Er kennt es nicht anders. Im Prinzip ist er ein Karstadt-Kind. Ich habe das grosse Glück, dass sich meine Eltern und mein Lebensgefährte sich um ihn hervorrragend kümmern. Wenn ich zu Hause bin, nehme ich mir auch wirklich Zeit für ihn. Obwohl ich überbehütete Kinder auch nicht gut finde, überkommt mich natürlich ab und zu das schlechte Gewissen. Aber Teilzeitgeschäftsführer gibt es eben nicht.

business-on.de: Finden Sie noch Zeit für Sport oder andere Freizeitbeschäftigungen?

Ursula Vierkötter: Wenn die Zeit es zuläßt, steht Sport auf dem Programm. Beispielsweise Aerobic, Laufen, Fitnesscenter. Ich fahre gern Rennrad, laufe leidenschaftlich gern Ski. Im Sommer ist es bevorzugt Windsurfing.

business-on.de: Kann es sein, dass Sie das Risiko lieben?

Ursula Vierkötter: Ja.

business-on.de: Auch im Job?


 


 

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