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Design

360-Grad-Design für Onlinenutzer

Das Web ist heute die wichtigste Schnittstelle zu Interessenten und Kunden. Wer hier nicht gefunden wird, auf sich aufmerksam macht, überzeugt, berührt und bindet, ist morgen nicht mehr da. Studien zeigen, selbst im Business-to-Business-Bereich ist das längst Realität. Der Schlüssel zum Erfolg im Web ist neben relevanten Inhalten vor allem: intelligentes DESIGN, das Benutzen als Erlebnis begreift. Experten sprechen von User Experience. Ein Faktor, den künftig kein erfolgreicher Unternehmer dem Zufall überlassen wird.

Wenn es eine Hall of Fame für schier unbedienbare Technik gäbe, ein Gerät würde vermutlich noch heute die Bestmarke setzen: der Videorekorder. Vor gut dreißig Jahren brachte er die Fernsehbilder zum Stehen und das Publikum zum Staunen. Dabei wurden die Augen noch größer, wenn es daran ging, das Wunderwerk in die Lage zu versetzen, wie von Geisterhand eine TV-Sendung aufzuzeichnen. Das Ergebnis endete in der Mehrzahl der Fälle mit der Demütigung des vormals stolzen Besitzers. Ein noch größeres Wunderwerk als ein Videorekorder wäre damals ein Videorekorder gewesen, der sich einfach beherrschen ließ.

Nutzer fordern Spaß an der Bedienung

Und heute? Heute benutzen wir Youtube. Millionen Menschen weltweit produzieren, kopieren und bearbeiten bewegte Bilder und tauschen sich darüber im Internet aus. Einen Krimi oder eine Serie aufzunehmen, damit geben sich die Nutzer schon lange nicht mehr zufrieden. Dank einfach zu bedienender Onlinesoftware vollbringen sie heute spielerisch Dinge, für die es früher eines Sendewagens und eines vielköpfigen TV-Teams bedurft hätte.

Im VHS-Zeitalter gab es den einzelnen Nutzer nicht, nur die Masse,  das Publikum, die Kundschaft. Damals war es schon unerhört, dem fast gesetzesgleichen Fernsehprogramm ein Schnippchen zu schlagen und sich eine Sendung dann anzuschauen, wenn man selbst dazu Zeit und Lust hatte. Die fummelige Bedienung, der Zufallscharakter des Aufnahmeerfolgs, all diese Zumutungen durch den Hersteller und sein Gerät nahm man gewissermaßen als milde Strafe für den subversiv eigensinnigen TV-Genuss. Kaum vorstellbar, dass vor dreißig Jahren ein Fernsehzuschauer mit dem Selbstbewusstsein und dem Anspruch eines Youtube-Nutzers gefordert hätte: Videorekorder müssten nicht nur einfach zu bedienen sein, sondern der Umgang mit ihnen müsse auch noch Spaß machen! Heute ist das die Normalität, im Internet. Und ganz normal ist mittlerweile auch, dass junge Nutzer kaum mehr Fernseh schauen.

Unser Umgang mit Technik wird kreativ und sozial

Das Web 2.0 hat nicht nur die Art und Weise verändert, wie wir mit dem Internet umgehen, es verändert unseren Umgang mit Technik überhaupt. Ob mit Geräten oder einem Stück Software, Anwender  wollen nicht mehr nur passiv konsumieren. Sie wollen Dinge und Inhalte schaffen, für die sie sich interessieren. Das stellt völlig neue Anforderungen an das Design von Technologie. So verlangen Kunden über die bloße Bedienbarkeit hinaus, dass die Technik sie dabei unterstützt, ihre Wünsche und Vorstellungen zu verwirklichen. Sie wollen Spaß und Inspiration. Eingängige Funktionalität ist nur der erste Schritt. Nutzer wollen wissen, wie sie ihre Ergebnisse mit  anderen teilen können. Wir alle lernen im Social Web, Technik kreativ und sozial einzusetzen, imTeam und für die Arbeit imTeam. Entsprechend haben sich Webseiten zu leistungsfähigen Onlineanwendungen entwickelt, die deutlich mehr leisten, als Inhalte anzuzeigen.

Unternehmenserfolg auf 1024 mal 768 Pixeln

Entsprechend hat sich das Internet zur entscheidenden Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden entwickelt. Das heißt: Unternehmen kommunizieren mit ihren Kunden zunehmend über digitale Benutzeroberflächen. Ihr Erfolg entscheidet sich auf einer Fläche von durchschnittlich 1024 mal 768 Pixeln. Das gilt erst recht, wenn das eigene Geschäftsmodell vollständig auf dem Internet basiert, beispielsweise bei Onlineshops. Wer sich bei der Gestaltung seines Onlineangebots darauf beschränkt, seine Nutzer technisch nicht zu überfordern, verschenkt daher wertvolles Wirkungspotenzial.

User Experience als ganzheitlicher Ansatz

Im Webdesign beginnt sich darum ein erweitertes Qualitätsverständnis für die Gestaltung von Onlineangeboten durchzusetzen. Vielen Designern ist der Ansatz der Usability nicht mehr differenziert genug. Aus der Ingenieurstradition und der Softwareergonomie her stammend, kommen bei der Nutzerfreundlichkeit die ästhetischen und emotionalen Aspekte nach Ansicht vieler Kritiker zu kurz. Ihr Argument: Eine Software kann  ergonomisch perfekt programmiert und trotzdem nutzlos sein für den Anwender und obendrein langweilig. Je mehr Onlineangebote zu Werkund Spielzeugen, Statussymbolen und Kommunikationsanlässen heranwachsen, desto wichtiger wird es für Designer, den kompletten Menschen damit anzusprechen. In Abgrenzung zur Usability sprechen Experten darum von User Experience, also dem ganzheitlichen Bedienerlebnis. User Experience berücksichtigt über die Nutzerfreundlichkeit dabei auch die Aspekte Nutzwert und Nutzenfreude.

Nutzerfreundlich heißt nicht automatisch erfolgreich

Trotz aller Kritk: Die Basis jeder guten Benutzeroberfläche ist selbstverständlich auch ihre Usability, also ihre Bedienbarkeit. Sie sorgt dafür, dass die Erwartungen der Nutzer nicht überfordert werden. Dazu untersuchen Usability-Methoden die Bediengewohnheiten der Nutzer, um die Gestaltung der Benutzeroberfläche darauf abzustimmen. Im Rahmen von Testreihen etwa lässt sich feststellen, wo und in welcher Gestaltung Schaltflächen auf einerWebsite optimal positioniert werden. In Workshops mit ausgewählten Nutzern ermitteln Websitebetreiber bereits in einer frühen inwieweit Anwender sich mit einer neuen Benutzeroberfläche zurechtfinden werden. Deren Wünsche lassen sich dann in das spätere Design aufnehmen. Usability-Optimierung zahlt sich aus. Trotzdem führt sie nicht zwangsläufig zum Publikumserfolg. Andernfalls müssten alle Websites ungefähr gleich aussehen. Denn je mehr man bei der Gestaltung einer Benutzeroberfläche auf bewährte Konzepte zurückgreift, desto einfacher finden sich die Anwender zurecht. Andererseits: Wer ihren Erwartungen völlig entspricht, langweilt die Nutzer am Ende. Insofern ist Usability ein unverzichtbarer Baustein. Aber eine gute User Experience muss noch weiteren Anforderungen gerecht werden.


 


 

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