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Design

360-Grad-Design für Onlinenutzer

Ebenso wichtig: der Nutzwert

Das Beispiel Youtube macht deutlich, was noch fehlt: Nutzwert. Eine Benutzeroberfläche lässt sich perfekt auf die kognitiven und physischen Fähigkeiten ihres Bedieners zuschneiden. Das heißt aber nicht, dass sie damit zu etwas nütze ist. Die Macher des kostenfreien Onlinevideodienstes dagegen tun sehr viel, damit die Anwender ihre Ziele erreichen. Sie unterstützen sie, indem sie ihnen ein nützliches Werkzeug zur Verfügung stellen. Betreiber von Selfservice-Portalen oder Onlineshops sollten bei der Planung des nächsten Relaunchs darüber nachdenken, wie sie ihr Angebot nützlicher machen können, und zwar auch für ihre Kunden. Ein Ziel, das bei normalen Firmenwebsites nicht weniger vorrangig sein  sollte. Wollen B2B -Nutzer beispielsweise eine Investitionsentscheidung durch eine Onlinerecherche bei relevanten Anbietern vorbereiten, dann sollte dieWebsite ihnen dabei möglichst wirksam helfen. Das kann unter Umständen bedeuten, dass der Betreiber darauf verzichtet, die Verweildauer seiner Webbesucher künstlich zu verlängern. Statt dessen führt er die Nutzer schnell zum gewünschten Content und hilft ihnen somit, Zeit zu sparen.

Emotionen ansprechen

Nutzerfreundlichkeit und Nützlichkeit – zwei Eigenschaften, die immer noch vielen Onlineangeboten fehlen. Aber reicht das im Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Internetnutzer? Das Web macht es Anwendern besonders leicht, ein Angebot durch ein anderes auszutauschen. Sagt einem dieWebsite einer Firma nicht zu, die nächste ist nur den sprichwörtlichen Klick entfernt. Nicht anders beim Onlineshopping. Wer sich im Web durch gute User Experience unterscheiden will, muss auch die Emotionen seiner Nutzer ansprechen.

Der satte Klang einer zuschnappenden Autotür

Hierbei können sich Websitebetreiber hilfreiche Anregungen bei Autoherstellern holen. BMW zum Beispiel überlässt beim Design  seiner Fahrzeuge nichts dem Zufall. Über Bedienbarkeit und Funktionalität hinaus haben die Autobauer das Fahrzeugdesign zu einer ganzheitlichen Kunst getrieben. So strebt BWM danach, seinen Kunden das Benutzen eines Autos als Erlebnis zu gestalten. Folgerichtig stellen die Münchner das Design nicht ans Ende ihrer Wertschöpfungskette , sondern an ihren Anfang. BMW begnügt sich nicht damit, seine Autos mit leistungsfähigen Motoren auszustatten  und einem funktionsreichen Cockpit, das seine Benutzer gleichwohl nicht überfordert. Der bayerische Autobauer kümmert sich auch darum, mit welchem Geräusch eine Autotür ins Schloss fällt, wie der spätere Besitzer das Fahrgeräusch im Inneren seines Autos wahrnimmt oder wie das neue Auto riecht. Sogar den Eindruck den ein überholendes Fahrzeug auf die zurückbleibenden Verkehrsteilnehmer macht, zieht man an der Isar mit ins Kalkül. Dort spricht man stolz von Überholprestige. Bei Herstellern wie BMW ist das Auto eine komplexe Benutzeroberfläche, die alle Sinne des Benutzers gezielt anspricht. Die zentrale Werbebotschaft des Unternehmens bringt es auf den Punkt: „Freude am Fahren“. BMW sieht sein Alleinstellungsmerkmal also in der User Experience seiner Nobelautos.

Ganzheitliches Bedienerlebnis

Die Freude an der Bedienung ist der Schlussstein jeder guten User Experience. In ihr bündelt sich das Produkt- und Markenerlebnis, hierdurch unterscheiden sich auch Betreiber von Websites, Onlineshops und Self-Service-Portalen vom Wettbewerb. Darum ist eine ausgewogene User Experience aus Nutzerfreundlichkeit (Usability), Nutzwert und Nutzenfreude (Joy of Use) der Schlüssel zum Erfolg im Internet – und somit zum Geschäftserfolg. Angesichts der Vielzahl lieblos gestalteter und wenig genutzter Webangebote bleibt noch viel zu tun. DerWeg zu einer erfolgreichen User Experience beginnt für viele Betreiber damit, umzudenken. Sie müssen erkennen, dass sie ihre Geschäfts- und Kommunikationsziele im Web nur erreichen, wenn sie die Nutzer in den Mittelpunkt stellen. User-Experience- Design ist daher immer auch nutzerzentriertes Design. Derzeit geben sich manche Ansätze für User Experience noch sehr akademisch, was damit zusammenhängt, dass es noch an Erfahrung mit den neuen Methoden und Ansätzen mangelt. So werden Auftraggeber häufig mit aufwendigen Analyse-Verfahren zu Usability und User Experience überfordert. Dabei lassen sich schon mit überschaubarem Aufwand, beispielsweise Interviews oderWorkshops, präzise Einblicke in die Bedürfnisse und Erwartungen von Nutzern gewinnen.

Nutzerziele und Geschäftsziele im Einklang

Der anschließende Kreativprozess erarbeitet auf Grundlage dieser Analyseergebnisse ein Konzept, das die Bedürfnisse der Anwender hinsichtlich der drei Gestaltungsdimensionen mit den geschäftlichen Zielen des Auftraggebers in Einklang bringt. Denn jedes Webangebot muss letztlich Konversionen erzielen, also die Nutzer zu bestimmten Handlungen motivieren wie den Kauf eines Produkts, die Pflege des eigenen Kundenprofils oder die Angabe persönlicher Daten. Entsprechend liefert jedes gute User-Experience-Konzept zugleich eine geeignete Messapparatur auf Basis gängiger Webcontrolling-Verfahren mit, um den Kommunikationserfolg zu evaluieren und das Onlineangebot laufend zu verbessern.

(Niels Anhalt)


 


 

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