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Versicherungsgesellschaften intensivieren Kapital- und Risikomanagement

Risikomanagement wird institutionalisiert

Mit der Notwendigkeit eines umfassenden ERM-Systems spielt auch der Chief Risk Officer (CRO) des Versicherungsunternehmens eine immer wichtigere Rolle. Stricker: „Risikomanagement wird mit steigender Intensität auch mehr und mehr zu einem Vorstandsthema. Die Unternehmensführung zeichnet somit aber auch verantwortlich für die Ergebnisse.“ 43 Prozent der Befragten haben heute einen CRO, gegenüber 39 Prozent in 2004 und nur 19 Prozent in 2002. Die Tillinghast-Studie zeigt auch, dass Enterprise Risk Management sogar in den Aufsichtsräten an Gewicht zunimmt: Fast alle ERM-Verantwortlichen (92 Prozent) berichten 2006 mindestens einmal jährlich an den Aufsichtsrat (2004: 84 Prozent). 53 Prozent informieren das Board sogar vierteljährlich.

Europäische Marktteilnehmer stimmen überein, dass insbesondere Solvency II den Unternehmen signifikante Verbesserungen ihres Risikomanagements abverlangen wird. Dennoch beurteilen Versicherer in Kontinentaleuropa und Großbritannien die Anforderungen in ganz unterschiedlicher Weise, was vor allem auf das in England geltende ICAS-System zurückzuführen ist, das bereits heute Solvency II ähnliche Anforderungen schafft: „Britische Versicherer fühlen sich mit ICAS besser vorbereitet. Ihr Fokus liegt jetzt darauf, das richtige Instrumentarium zu entwickeln, um den detaillierten Anforderungen gerecht zu werden”, so Hauser.

Verbesserungspotenzial bleibt bestehen

Obwohl das Enterprise Risk Management in der Assekuranz schon große Fortschritte gemacht hat, gibt es noch Spielraum nach oben: So geben 77 Prozent der Unternehmen an, nachdrücklich an einer Verbesserung ihrer Risikomessung und -quantifizierung zu arbeiten. Insgesamt zeigen sie sich mit ihrer derzeitigen ERM-Fähigkeit noch nicht zufrieden, insbesondere mit ihren Möglichkeiten, operative Risiken einzuschätzen und zu reflektieren. Tillinghast erwartet in den kommenden Jahren eine stetige Verbesserung von Risikomodellierung und -management. Stricker: „Versicherer erkennen immer mehr den potentiellen Einfluss eines einzigen unvorhergesehenen Ereignisses – sei es eine Sicherheitslücke im System oder einen Zwischenfall in der IT – auf ihr operatives Geschäft ebenso wie auf ihre finanzielle Situation.“ Insgesamt wird die erhöhte ERM-Fähigkeit die Unternehmen flexibler machen. Die Folge ist eine stärkere Innovationskraft bei der Produktentwicklung ebenso wie beim Kapitalmanagement und den Finanzierungsstrukturen.

(k.olbrisch)


 


 

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