Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell News
Weitere Artikel
Katastrophenschutz

Wacht am Rhein

(ddp-nrw). Wacht am Rhein: Von Bonn aus koordinieren die Bevölkerungsschützer des Bundes die Hilfe bei großen Gefahrenlagen und Katastrophen. Sie müssen beispielsweise Szenarien erwägen, von denen alle hoffen, dass sie nie in Deutschland eintreten - wie die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA. Der Präsident des «Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe» (BBK), Christoph Unger, gab am Donnerstag in Bonn anlässlich des 50-jährigen Jubiläums seiner Behörde einen Einblick in die Arbeit des Bundesamtes.

Offiziell findet ein Festakt am 5. Dezember mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages statt.

Das «Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern» ist als moderne «Servicestelle» des Bundes für die Unterstützung der Länder mit Informationen und der Koordination der Hilfe in Katastrophenfällen zuständig. Rund um die Uhr haben die BBK-Experten die nationale und auch internationale Lage im Blick. Hier wird in der «Stunde X» blitzschnell ein «Gesamtlagebild» erstellt. «Wir haben die Aufgabe, den Gesamtüberblick zu behalten und die Möglichkeiten aufzuzeigen, wie dem Bundesland, in dem sich die Katastrophe ereignet hat, am besten geholfen werden kann», schildert Unger im Lagezentrum.

Der Katastrophenschutz ist grundsätzlich Ländersache

Nach der deutschen Verfassungslage ist der Katastrophenschutz grundsätzlich Ländersache. Die Verantwortung vor Ort bei der Bewältigung von allen Schadensfällen trägt stets das jeweilige Land. «Wir informieren bundesweit über unser technisches Netz die Einrichtungen der Länder. Wenn ein Bundesland im Einzelfall überfordert ist, werden wir unterstützend tätig», erläutert Unger. Bei dem extremen Elbhochwasser im Sommer 2002 gab es plötzlich nicht mehr genügend Sandsäcke. Bei ähnlichen Ereignissen können solche Mängel durch das BBK rasch behoben werden.

Das spezielle Warnzentrum des BBK kann über das satellitengestützte Warnsystem beispielsweise bei Chemieunglücksfällen innerhalb weniger Sekunden Warnmeldungen über heranziehende Giftwolken herausgeben. Diese Meldungen werden auch auf die angeschlossenen Rundfunkanstalten übertragen. «Wir sind voll auf die neuen Aufgaben im 21. Jahrhundert eingestellt», berichtet Unger. Der deutsche Zivilschutz sei auch zunehmend in europäische Kooperationen für den Bevölkerungsschutz eingebunden.

«Wir haben uns auf alle nur erdenklichen Katastrophenfälle vorbereitet»

Auch auf terroristische Anschläge mit biologischen oder chemischen Waffen hat sich das BBK vorbereitet. Unger führte die Spezialfahrzeuge vor, die überall im Bundesgebiet stationiert sind: Dekontaminations-LKWs, ABC-Erkundungskraftwagen und einen neu entwickelten Notfallkrankentransportwagen. Er kann nach wenigen Handgriffen umgebaut werden und dadurch mehr als zwei Verletzte aufnehmen. «Wir haben uns auf alle nur erdenklichen Katastrophenfälle vorbereitet», betont Unger.

Für die Bevölkerung hat das BBK besondere Empfehlungen für die Notlagen herausgegeben. «Für alle Fälle sollte jeder Haushalt einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für ein bis zwei Wochen anlegen», lautet der entscheidende Rat. «In Zeiten von Wassermangel bewährt sich auch eine Campingtoilette, dazu natürlich Toilettenpapier und Ersatzflüssigkeit.» Generell sollte immer ein netzunabhängiges UKW-Radio mit ausreichendem Batterievorrat zur Verfügung stehen.

«Unsere Aufgaben beginnen natürlich nicht erst in einer Einsatzlage», unterstreicht Unger. «Wir versuchen jetzt schon die verantwortlichen Einrichtungen und Behörden vorzubereiten durch Ausbildung, Übungen und entsprechendes Training», erläutert er. Dafür gibt es im zweijährigen Abstand die «LÜKEX»-Übungen (Länderübergreifende Krisenmanagement-Übung Exercise). Im vergangenen Jahr nahmen nach Angaben von Unger daran 3000 Beteiligte aus sieben Bundesländern teil.

Es wurde ein bundesweites Pandemieszenario (Epidemie großen Ausmaßes) mit einer fiktiven Erkrankungsrate von 30 Prozent der Bevölkerung angenommen. Die Pandemie führte zu rund 400 000 Einweisungen in Krankenhäuser und zu 100 000 Todesfällen. «Unsere Notfallvorsorge würde sich nach unserer Einschätzung im Ernstfall gut bewähren», so Unger.

(Redaktion)


 


 

Katastrophenschutz
Wacht am Rhein
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
BBK

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Katastrophenschutz" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: