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Wallraff äußert Unverständnis über Krafts «Hartz-IV»-Vorstoß

(ddp-nrw). Der Autor Günter Wallraff hat Unverständnis über den Vorschlag der nordrhein-westfälischen SPD-Landesvorsitzenden Hannelore Kraft zur Beschäftigung von «Hartz IV»-Empfängern in Altenheimen oder Sportvereinen geäußert. Er habe den Eindruck, das seien «Sprüche, die dem jetzigen härter werdenden Wahlkampf geschuldet» seien, sagte Wallraff der Nachrichtenagentur ddp am Dienstag in Berlin.

Kraft wolle eine bestimmte Klientel, auf die sie angewiesen sei, nicht verlieren. Es seien offenbar Berater am Werk, die Kraft «wahrscheinlich falsche Ratschläge» erteilten. Kraft ist Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl am 9. Mai.

Die Debatte über die Zukunft des Sozialstaats bezeichnete Wallraff als «sehr wohl richtig». Zugleich kritisierte er, dies geschehe zulasten derer, die ohnehin immer weniger Möglichkeiten hätten, ihr Leben in die Hand zu nehmen und gleichzeitig nicht die gleiche Lobby hätten wie Großverdiener. «Auf deren Kosten wird jetzt Wahlkampf gemacht und das finde ich schändlich», sagte Wallraff. Stattdessen müsse darüber diskutiert werden, «wo die großen Gelder hinfließen, welche Steuergeschenke in Wirklichkeit gemacht werden». Zugleich kritisierte er, dass es keine Vermögenssteuer gibt.

Auch an FDP-Chef Guido Westerwelle äußerte Wallraff deutliche Kritik: «Wer weiß, wie das Römische Reich untergegangen ist, der weiß, dass es da die Spitzen der Gesellschaft waren, die nachher nur noch geprasst und geschlemmt haben», nicht die Sklaven und die Bauern. Wallraff warf vor diesem Hintergrund Westerwelle mangelnde Geschichtskenntnisse vor.

(ddp/ Passauer Neue Presse)


 


 

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