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Elektroautos erobern die Straßen - Tankstellennetz muss gebaut werden

(ddp.djn). Mit Wasserstoff oder Batterien betriebene Elektrofahrzeuge dürften nach Einschätzung von Experten in spätestens zehn Jahren eine wichtige Rolle im Straßenverkehr spielen. Bis 2020 könnten in Deutschland rund 1,5 Millionen Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein, prognostizierten Fachleute zum Auftakt der 18. Weltwasserstoffkonferenz am Montag in Essen.

Zukunftstauglich sind den Experten zufolge beide Antriebe, da batteriebetriebene Fahrzeuge vor allem für den Kurzstreckenbetrieb interessant seien, während Wasserstoffautos mit Brennstoffzelle ihre Vorteile auf langen Strecken ausspielen könnten. «Es geht hier nicht länger um Entweder-Oder, sondern um Sowohl-Als-Auch», sagte der Leiter des Innovationsmanagements beim Industriekonzern Linde, Andreas Opfermann.

Ingenieure von Daimler rechnen sich deshalb für ein Hybridauto gute Marktchancen aus, das einen Antrieb sowohl mit Wasserstoff-Brennstoffzelle als auch mit Batterien ermöglicht. «Ab 2015 könnten wir dies von der Technik her anbieten», zeigte sich der Leiter der Brennstoffzellen- und Batterieantriebsentwicklung, Christian Mohrdieck, zuversichtlich. Reichweiten von 600 Kilometern für den Wasserstoffbetrieb seien schon heute kein Problem mehr.

Für eine flächendeckende Einführung solcher Autos müssten aber Fahrzeugentwicklung und Aufbau einer entsprechenden Tankstellen- Infrastruktur Hand in Hand gehen. Für einen flächendeckenden Betrieb von Wasserstofffahrzeugen müsste nach Schätzungen die Zahl der Tankstellen mit Wasserstoffangebot von jetzt 30 auf mindestens 3000 ausgebaut werden. Dies könnte bis zu drei Milliarden Euro kosten. Für die Einführungsphase der Wasserstoffautos brauche es daher mit Sicherheit auch die Unterstützung der öffentlichen Hand, merkte Opfermann an.

Beim großflächigen Start ins Wasserstoffzeitalter sieht sich das Konferenz-Gastgeberland Nordrhein-Westfalen gut aufgestellt. Schon jetzt könnten mit dem in Nordrhein-Westfalen produzierten Industriewasserstoff rund 260 000 Autos oder 6000 Busse betrieben werden, sagte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Für eine breitere Verfügbarkeit solle Wasserstoff künftig auch aus regenerativen Quellen wie Biomasse und Solarthermie erzeugt werden. Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte die Brennstoffzelle zu einem Schwerpunkt der Energieforschung gemacht.

Auf der alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfindenden Weltwasserstoffkonferenz wollen bis Freitag mehr als 1500 Wissenschaftler aus aller Welt die Möglichkeiten von Wasserstoff als Energieträger erörtern. Die Konferenz war zuletzt im australischen Brisbane ausgerichtet worden und ist jetzt in Essen auch Bestandteil des Programms der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR 2010. Die Organisation liegt bei der EnergieAgentur.NRW.

(Quelle: alle auf Konferenz)

Von Frank Bretschneider

(ddp-Korrespondent Ulrich Breitbach)


 


 

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