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Schöne Werbelandschaft

Zergliederte Werbeträger - Droht das Ende des Werbezeitalters?

Laut IBM bedroht ein Sturm die schöne Werbelandschaft. Die Abteilung „Global Business Service“ veröffentlichte eine Studie mit dem schlagkräftigen Titel „The End of Advertising as we Know It“ – zumindest die wenigen Werber, die die Publikation zur Kenntnis nahmen, dürften einen dumpfen Schlag in der Magengrube gespürt haben.

Für ihre Untersuchung, welche Faktoren die Werbung in Zukunft beeinflussen werden, beobachteten die Forscher das Verhalten von rund 2400 Konsumenten und 80 Werbefachleuten. Ihre zwei wichtigsten Ergebnisse: der Trend zum bewussten Konsumenten setzt sich fort und die neuen digitalen Technologien werden den Werbemassenmarkt in viele kleine Nischen aufspalten.

Die große Akzeptanz sowie die unerwartet hohe Geschwindigkeit, in der das Internet und Videospielkonsolen zur Alltagskultur geworden sind, hat dafür gesorgt, dass die Menschen immer weniger Zeit mit klassischen Medien, wie dem Fernsehen oder den Printmedien, verbringen und sich immer mehr den individualisierten Angeboten der digitalen Medien zuwenden.

Dies bekamen vor kurzem japanische TV-Sender schmerzlich zu spüren: Kurz nach der Markteinführung der Spielekonsole „Wii“ von Nintendo erreichte keine Sendung eine Quote von mehr als neun Prozent − dies war in Japan noch niemals passiert. „Besonders hart trifft uns das zur Hauptsendezeit am Abend, die die Leute jetzt lieber vor ihrer Wii verbringen.“, so der Pressesprecher des japanischen Senders TBS. Auf die Frage, wie sie das verlorene Publikum zurückgewinnen wollen, weiß keiner der Fernsehmacher eine Antwort.

Auch sie sollten sich die IBM Studie von IBM zu Gemüte führen: Ihr zufolge müssen Werber ihre Aufmerksamkeit auf Konsumenten-Nischen und die Vielzahl der neuen Entertainment- Technologien lenken. Aufgrund der Segmentierung der Kundengruppen muss vor allem die Konsumenten- und Marktforschung intensiviert werden, will man nicht den Anschluss an die Kundschaft verlieren.

Um die medientechnisch emanzipierten Konsumenten zu verstehen und zu erreichen sind allerdings erst einmal hohe Investitionen nötig, so das IBM Dossier. Diese würden sich allerdings schnell bezahlt machen: Durch die Nutzung der digitalen Technologien als Werbeträger, lassen sich so einfach wie nie wichtige Daten über den Kundenstamm gewinnen und sich dadurch Dienstleistungen und Produkte weiter verbessern − denn die digitalen Kanäle eigen sich nicht nur, um Werbebotschaften zu verbreiten, sondern bieten auch ein gänzlich neues Instrumentarium für die Analyse der neuen Märkte und Kunden.

Kommentar:
Die Karten in der Werbebranche werden neu gemischt. Das Forschungsteam von IBM erwartet, dass sich bis zum Jahre 2012 das mediale Konsumentenverhalten so drastisch ändern wird, das die herkömmlichen Werbekanäle ihre Vormachtsstellung verlieren werde. Erste Anzeichen dafür, lassen sich schon jetzt erkennen (siehe „Ausgeflimmert!“ Future Research No. 11). Unternehmen und Werber die den Anschluss an diesen Trend verpassen, werden das Nachsehen haben, während findige Geister sich jetzt neue Pole Position in der digitalen Werbelandschaft sicher können. Bleiben sie am Ball!

Mehr aktuelle News im Mindsharing Blog.

(Björn Theis)


 


 

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