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Teileinkünfteverfahren für Gewinnausschüttungen zur teilweisen „Rettung“ von Werbungskosten

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein GmbH-Gesellschafter für die bezogenen Gewinnausschüttungen die Regelbesteuerung wählen und so die Abgeltungswirkung der Kapitalertragsteuer vermeiden. (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG).

In diesem Fall sind 60% der Ausschüttung steuer - pflichtig, 40% können steuerfrei vereinnahmt werden (sog. Teileinkünfteverfahren). Voraussetzung dafür ist,

  • dass der beantragende Gesellschafter entweder zu mindestens 25% beteiligt ist oder
  • dass er für die Gesellschaft tätig ist (Standardfall: als
    Gesellschafter-Geschäftsführer) und zu mindestens
    1% beteiligt
    ist.

Da bei dieser Veranlagungsart 60% als Einnahmen veranlagt werden, dürfen im Umkehrschluss auch 60% der zuordenbaren Werbungskosten (zur Werbungskosten Definition) in Abzug gebracht werden. Es handelt sich insoweit also um eine „normale“ Einkommensteuerveranlagung.

Das heißt natürlich auch, dass diese 60% Einkünfte aus Kapitalvermögen mit dem normalen individuellen Steuersatz des Anteilseigners besteuert werden. Es gibt in diesen Fällen also keine Begrenzung auf die „Flatrate“ von 25%. Der Antrag sollte deswegen wirklich nur gestellt werden, wenn sehr hohe Werbungskosten zu berücksichtigen sind.

Der Sparer-Pauschbetrag wird in diesen Fällen nicht berücksichtigt. Ist er bei bei Ausschüttung schon berücksichtigt worden, wird dies im Rahmen der Veranlagung korrigiert. Die von der GmbH abgeführte Kapitalertragsteuer wird freilich auf die Einkommensteuer angerechnet. Der Antrag gilt für die jeweilige Beteiligung und wird für gewöhnlich erst mit Abgabe der Einkommensteuererklärung gestellt, was auch genügt. Pferdefuß: Er gilt auch für die folgenden vier Veranlagungszeiträume, wenn er nicht widerrufen wird. Der Widerruf muss spätestens mit Abgabe der Einkommensteuererklärung für das Jahr erfolgen, für das der Widerruf dann gelten soll. Das darf auf keinen Fall vergessen werden. Ein weiterer Pferdefuß: Nach einem Widerruf kann für dieselbe Beteiligung nicht erneut das Teileinkünfteverfahren beantragt werden.

(VSRW-Verlag)


 


 

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