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«Die Bank ist stabilisiert»

WestLB sieht Ende ihrer schweren Krise erreicht

Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) sieht die schwerste Krise ihrer Geschichte nach der Rettungsaktion ihrer Eigentümer weitgehend überwunden. Für das laufende Jahr stellte der scheidende Vorstandschef Alexander Stuhlmann nach den Milliardenverlusten von 2007 wieder einen Gewinn in Aussicht.

Derzeit seien keine Umstände zu erkennen, die erneut rote Zahlen befürchten ließen, sagte Stuhlmann bei Vorlage der Bilanz am Mittwoch in Düsseldorf. Fehlspekulationen und das Debakel auf den Finanzmärkten hatten der WestLB 2007 einen Verlust von 1,6 Milliarden Euro beschert nach einem Gewinn von 800 Millionen Euro im Jahr zuvor.

«Die Bank ist stabilisiert», betonte Stuhlmann mit Blick auf die zum Jahresanfang vereinbarte Ausfallgarantie, mit der die Eigentümer der drittgrößten deutschen Landesbank mit bis zu fünf Milliarden Euro für mögliche weitere Risiken haften. Begleitend wurden Wertpapiere im Volumen von rund 23 Milliarden Euro in eine Zweckgesellschaft ausgelagert. Für die WestLB heißt das: Die Bilanz wird durch «faule» Wertpapiere künftig nicht mehr belastet.

Damit sieht Stuhlmann die Bank bereit für den Neuanfang. «Für die WestLB ist ab sofort der Weg frei, sich auf die Zukunft zu konzentrieren.» Diese Aufgabe kommt dem designierten Vorstandschef Heinz Hilgert (54) zu, der zum 1. Mai die Nachfolge Stuhlmanns antritt. Stuhlmann selbst hatte den Vorstandsvorsitz erst im vergangenen Sommer übernommen, nachdem sein Vorgänger Thomas Fischer wegen der Fehlspekulationen abberufen worden war.

Die WestLB setzt vor allem auf einen Ausbau des Direktgeschäfts mit den Sparkassen. Schon jetzt sei die WestLB im Zahlungsverkehr die Nummer eins im deutschen Sparkassenwesen. Stärken will die Bank auch ihre Verbindungen zu Großkunden und mittelständischen Unternehmen. Bei den vermögenden Privatkunden will das Kreditinstitut durch einen Ausbau des NRW-Filialnetzes der vor zwei Jahren übernommenen Berliner Weberbank punkten. Dazu soll nach Bielefeld 2009 in Essen eine weitere Niederlassung eröffnen.

Im Gegenzug will die Bank insbesondere durch einen deutlichen Stellenabbau ihre Kosten senken. Wie bereits angekündigt soll bis 2010 nahezu jede vierte Stelle - insgesamt 1350 von knapp 6000 - wegfallen. Außerdem soll das internationale Standortnetz ausgedünnt werden. Bis 2010 will die WestLB durch das gesamte Maßnahmen-Paket ihr nachhaltiges Ergebnis von zuletzt annähernd 400 Millionen Euro um 500 Millionen Euro mehr als verdoppeln. «Der vor uns liegende Weg wird hart und steinig», werden, machte Stuhlmann aber zugleich klar.

Auf der Agenda hat die WestLB nach Worten Stuhlmanns weiterhin die Suche nach einer Partnerbank, da der notwendige Ausbau des Kundenstamms aus eigener Kraft allein nicht zu stemmen sei. Zuletzt waren sowohl ein Zusammengehen mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) gescheitert. Stuhlmann: «Die WestLB braucht sich nicht zu verstecken. Sie ist die Landesbank mit der größten internationalen Expertise.»

(Quelle: Presskonferenz)

(Redaktion)


 


 

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