Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell Recht & Steuern
Weitere Artikel
Wettbewerbsrecht

LG Stuttgart: Stopp der irreführenden Werbung für Mercedes S-Klasse in Printanzeigen

Laut einer vom Landgericht Stuttgart erlassenen einstweiligen Verfügung, erwirkt durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH), muss Mercedes seine Werbekampagne für das neue S-Klasse Modell in Teilen ändern.

Kampagne irreführend

Jürgen Resch (DUH-Bundesgeschäftsführer) sieht die Mercedes Kampagne als “besonders dreisten Fall von Verbrauchertäuschung”, da die Kampagne die neue S-Klasse als umweltverträglicher darstellt als sie tatsächlich ist und somit irreführend sei.

Angaben zur Effizienzklasse geschönt

Laut Werbung in den Printmedien verbraucht die Mercedes S-Klasse auf 100 Kilometern maximal 9,7 Liter Benzin und stößt höchstens 225 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer aus.

Diese Angaben treffen aber, zumindest für die sportlichste Version der Luxuslimousine, der Variante S63 AMG mit 585 PS, nicht zu. Dieses Modell verbraucht 10,1 Liter auf 100 Kilometern, in der Langversion sogar 10,3 Liter und damit deutlich mehr als in den beanstandeten Anzeigen.

Mercedes bleibt gelassen

Werbeanzeigen in Printmedien haben eine lange Vorlaufzeit. Als Mercedes die Anzeigen gebucht hatte, war die AMG-Version weder publiziert noch eine Verkaufsfreigabe erfolgt. Folglich habe man zu diesem Zeitpunkt keine Veranlassung gesehen, das AMG-Modell in der Anzeige mit Verbrauchsangaben oder Effizienzklassen zu berücksichtigen, so eine Sprecherin des Autobauers. Inzwischen hat man die Werte für Durchschnittsverbrauch und CO2-Ausstoß und hat diese auch stets korrekt auf der Hersteller Internetseite angegeben.

Fazit: Keine gezielte Täuschung, sondern ungünstige Zeitplanung

Nach Aussage des Herstellers sind in allen aktuellen Werbungen die korrekten Werte der einzelnen Modelle aufgeführt.

Bei Zuwiderhandlung wäre nach Gerichtsangaben ein Ordnungsgeld von bis zu einer Viertelmillion Euro fällig.

Ähnliche Artikel:

OLG Hamm – Unzulässige Werbung mit wissenschaftlich nicht erwiesener Heilkraft einer Salzgrotte
Irreführende Werbung für „Top-Tagesgeld“: Verbraucher sollten auf Fallen achten
OLG Köln: Irreführende Werbung für De-Mail-Dienst
Grenzen zahnärztlicher Werbung: Eine Radiowerbung, die zum Wechsel des Zahnarztes aufruft, ist unzulässig
OLG Hamm äußert sich zur Zulässigkeit der Werbeaussage „Made in Germany“
LG Hamburg: Irreführende Werbung mit “SMS-Flatrate”

(Christian Solmecke)


 


 

AMG-Modell
Mercedes Kampagne
Werbung
Mercedes
AMG-Version
Liter
Angaben
Effizienzklasse

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "AMG-Modell" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

1 Kommentar

von timo3
29.09.13 10:48 Uhr
Ist nicht aernst gemeint, oder?

Ich finde es ehrlich gesagt lächerlich, wie sehr diese Thema in den Medien behandelt wird, nur weil Mercedes den Maximalverbrach von ihrem Tuning-Modell nicht aufführt (und es dabei um einen Unterschied von weniger als 10% geht!). Außerdem wird der Fauxpas von Mercedes verstandlich erklärt und als Verbrauchertäuschung ist dies sicherlich nicht zu bezeichnen.

 

Entdecken Sie business-on.de: