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Die Marke Köln stärken

Jahresempfang des Wirtschaftsclub Köln zum Thema Integration

Auch die türkischen Unternehmer und Arbeitnehmer sind ein wichtiger Faktor in der positiven Leistungsbilanz der Wirtschaft. Gemeinsam mit den Bürgern mit Migrationshintergrund wächst Köln stärker als andere Städte.

„Ich wurde vor 14 Monaten nicht als Entertainer gewählt, sondern um die Stadt Köln voran zu bringen“. Schlagfertig und ironisch konterte Oberbürgermeister Jürgen Roters so die Forderung, seine Rede beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsclubs Köln im Dom-Hotel auf kölsch zu halten. „Ich bin froh, an diesem Abend nicht überlegen zu müssen, welche Karnevalsmütze ich aufziehen sollte und keine Witze auf Kölsch erzählen zu müssen“. Nach diesen Anspielungen auf die aktuelle Debatte um die Rede des OBs zur Prinzenproklamation konzentrierte sich der erste Bürger der Domstadt auf das Thema „Integration“, das der Wirtschaftsclub in den Mittelpunkt seiner Arbeit im kommenden Jahr gestellt hat.

Mustafa Kemal Basa, Generalkonsul der Türkei war VIP-Gast des Abends, in seinem Gefolge viele türkische Geschäftsleute und Journalisten. „Köln ist die Hauptstadt der türkischen Community in Deutschland,“ rechnete der Diplomat seinen Zuhörern vor. Nicht nur die große Zahl der Kölner mit türkischem Migrationshintergrund stützt diese Feststellung, sondern auch viele Institutionen und Verbände, die von Köln aus die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern organisieren und fördern. Ein Beweis für gelungene Integration ist, dass die 75.000 türkischen Betriebe in der Bundesrepublik rund 450 000 Arbeitsplätze geschaffen haben und so auch vielen Deutschen gute Jobs bieten.

Wichtigste Macht für deutschen Wohlstand

40.000 Türken studieren an deutschen Hochschulen. Sie sind ein weiteres Indiz für die erfolgreiche Integration, die auch für deutsche Unternehmer, mehr noch für die gesamte deutsche Gesellschaft, große Möglichkeiten entwickelt. „Ich würde die Türkei als den fünften BRIC-Staat bezeichnen“, engagierte sich Marc Kurtenbach, Präsident des Wirtschaftsclubs Köln und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung der Privatbank Merck Finck & Co. Nicht nur die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China sind Weltmeister beim Wirtschaftswachstum, auch die Türkei überzeugt seit dem Begin des Jahrtausends mit jährlichen Steigerungsraten von 10% und mehr. „Die Türkei hat sich binnen einer Generation von einem Entwicklungsland zur Regionalmacht entwickelt. Wer der Türkei heute vorschnell die Türe vor der Nase zuschlägt, der verpasst eine geschichtliche Chance,“ warnte der Banker.

Marc Kurtenbach unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der Türkei auch in den Beziehungen zur an den anderen Staaten im Nahen Osten. „Syrien, Libanon, Jordanien. Ägypten, Libyen, Jemen, Bahrein, Irak, Kuweit, Katar und Oman sind die wirtschaftlich motivierte Union.“ Beide, Deutschland und die Türkei, gewännen durch die engen Beziehungen zur arabischen Welt. “Die Türkei ist neben China und Indien die wichtigste Macht für unseren dauerhaften Wohlstand.“

Gemeinsam mit Christian Kerner, dem geschäftsführenden Vorstand des Wirtschaftsclub Köln, und Ernst Vleer, dem Vorsitzenden des Colonia Kochkunstvereins von 1884, reiste Marc Kurtenbach einen Tag nach dem Neujahrsempfang in den Badeort Antalya zur Food & Beverage Fair, einer„türkischen Anuga“. „Seit Jahren gibt es einen lebhaften Austausch von türkischen und Kölner Köchen, der für beide Seiten sehr erfolgreich ist“, berichtete Christian Kerner.

Kölner Unternehmerpreis

Er wies auf die Anmeldefrist für den Kölner Unternehmerpreis des Wirtschaftsclub Köln hin, für den sich Kandidaten bis zum 30. April melden können. Ihre Entscheidung wird die Jury am 7. Juni bekannt geben. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich auch Betriebe bewerben würden, deren Inhaber einen Migrationshintergrund haben“.

Von anderen Metropolen lernen

Oberbürgermeister Jürgen Roters skizzierte weitere Projekte der Integrationsförderung in Köln. „Wir werden die Idee der Stadtteilmütter, die wir in Mühleim erprobt haben, weiter ausbauen,“ kündigte er an. Diese Stadtteilmütter besuchen bildungsferne Familien in ihrer Nachbarschaft, bevorzugt mit Migrationshintergrund. Die Frauen beraten die Familien zu 10 Themen, wie Erziehung, Bildung, Gesundheit und Arbeit. Das Projekt wurde durch die Städtepartnerschaft mit Berlin-Neukölln inspiriert und ist als Pilotprojekt in Köln das erste dieser Art

“Wir wollen auch von anderen Metropolen lernen,“ forderte der OB. „Bürokratische Hemmnisse und Hürden in der Stadtverwaltung sollen beseitigt werden, die Aufgaben zügiger umgesetzt werden und schlankere Strukturen die Arbeit im Rathaus effizienter machen. Fördermittel sollen gezielter und gebündelt eingesetzt werden.“ So begegnete Jürgen Roters der aktuellen Kritik an der Arbeit der Verwaltung.

„Wir sind eine junge und wachsende Stadt. Andere Kommunen beneiden uns darum. Köln ist auch sehr beliebt. Das zeigt auch eine Untersuchung, nach der 70% der Absolventen unserer Hochschulen in Köln bleiben wollen.“

„Lassen Sie uns in 2011 gemeinsam die Marke Köln stärken. Denn unser Herz schlägt für Köln“ schloss Marc Kurtenbach seinen Vortrag. Unter den Gästen waren auch Elisabeth Slapio, Geschäftsführerin der IHK Köln, Hans-Peter Wollseifer, Präsident der Handwerkskammer Köln, und Andrea Asch, Landtagsabgeordnete der Grünen.

(Ulrich Gross)


 


 

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