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Wirtschaftsclub Köln

Neujahrsempfang des Wirtschaftsclub Köln - Mahnende Worte zum neuen Jahr

Der Einladung zum Neujahrsempfang des Wirtschaftsclub Köln im Hotel im Wasserturm folgten etwa 100 Mitglieder und Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft. Internationales Flair verliehen Repräsentanten der polnischen, türkischen und niederländischen Konsulate der Veranstaltung.

Christian Kerner, 2. Vorsitzender des Wirtschaftsclub Köln, erinnerte an die zahlreichen Highlights des Clublebens im letzten Jahr. Dabei hob er insbesondere die internationalen Aktivitäten des Clubs mit Delegationsreisen ins benachbarte Ausland, nach Österreich und Polen, hervor. Auch im neuen Jahr will der Wirtschaftsclub die Marketingaktivitäten der Stadt Köln begleiten und den Kölner Unternehmerpreis verleihen – jetzt schon zum 7. Mal.

Präsident Marc E. Kurtenbach blickte in seiner Rede auf ein positives Jahr zurück. Der Wirtschaftsclub Köln sei im letzten Jahr kontinuierlich gewachsen und werde sich auch weiterhin aktiv in das wirtschaftliche Leben der Stadt einbringen. Er biete seinen Mitgliedern einen lokalen, nationalen und internationalen Austausch: ein interdisziplinäres Netzwerk, das ihnen einen Informationsvorsprung garantiere.

Natürlich war auch die Entwicklung der Stadt Köln ein Thema. Einerseits weise die Stadt eine positive demographische wie auch industrielle Entwicklung auf. Sie verfüge über ein attraktives Dienstleistungs- und Immobilienangebot, das die Neuansiedlung mittelständischer Unternehmen begünstige. Mit seiner Eliteuniversität und zahlreichen privaten Bildungsinstituten sei Köln an die auch in der Wissenschaft top, sieht Kurtenbach die positiven Eckdaten.

Auf der anderen Seite forderte er von den politisch Verantwortlichen der Stadt Köln auch mehr Mut und mehr Tempo, um die notwendigen Wachstumsprozesse und erforderlichen Maßnahmen in Infrastruktur und Verkehr zu beschleunigen. „Die Stadtverwaltung muss sich als Dienstleister verstehen – ohne unnötige Bedenken und Behinderungen“, so Kurtenbach. Den Abbau des Schuldenbergs bezeichnete er als „alternativlos“, den bis 2022 geplanten Schuldenabbau werde der Wirtschaftsclub kritisch beobachten.

Nicht auf Köln, sondern auf die Arbeit der großen Koalition, kurz „Groko“ richtete Gastredner Daniel Goffart, Leiter Hauptstadtredaktion des „Focus“, sein Augenmerk. Dank seiner fundierten Kenntnisse der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen kam er zu einem vernichtenden Urteil. Nur Ursula von der Leyen sei in den Medien präsent; die Kanzlerin aufgrund einer Verletzung nur bedingt handlungsfähig und andere Politiker wie Sigmar Gabriel offenbar abgetaucht – ein klassischer Fehlstart, so Goffart.

Die Wirtschaft habe von dieser Regierung nicht allzu viel zu erwarten. Geschenke gingen an Mütter, Familien und Rentner, dringend notwendige Reformen der Gewerbe-, Umsatz oder Unternehmenssteuer seien momentan kein Thema. Folglich bleibt für Unternehmer und Selbständige nur die Verpackung. Stagnierende Löhne, Personalabbau und Outsourcing bei steigenden Lebens- und Mietkosten sind für Goffart die Folgen aus der Arbeit der „Groko“. Über seinen inspirierenden Vortrag wurde beim anschließenden Get Together noch lebhaft diskutiert.

(Redaktion)


 


 

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