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Wissensmanagement

Warum sich Expertenwissen nicht managen lässt und wie es trotzdem funktioniert

Innovationsstrategie für Wissen

Zunächst gilt es, die Wissensträger im Unternehmen zu identifizieren. In der Regel sind nicht alle Abteilungen und Mitarbeiter eines Unternehmens relevant für die Innovationsprozesse. Im nächsten Schritt müssen Wissensarbeiter und Themen verlinkt werden. Wer ist Experte auf einem bestimmten Fachgebiet? Wer in relevante Projekte eingebunden?

Suchen statt archivieren

Ein Fehler wäre es, diese Informationen wieder in eine neue Datenbank zu schreiben und dann turnusmäßig zu aktualisieren. Da Expertenwissen sich ständig verändert, müssen Wissensmanagement-Systeme das innovationsrelevante Wissen und seine Träger dynamisch vernetzen und dieses Netzwerk sichtbar machen. Als wesentlich flexibler als eine zentrale Datenbank haben sich spezialisierte Suchlösungen erwiesen, die im Unternehmen bereits vorhandene Informationsquellen in Echtzeit nutzen. Das können Nutzerdaten, Organigramme oder Prozessinformationen sein. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Daten in einem SAP vorliegen, auf einem Dateiserver oder in einem Intranetportal. Entscheidend ist, dass die Suchlösungen keinen zusätzlichen, zentralen Datentopf schaffen.

Der Ansatz macht eine doppelte Datenhaltung überflüssig. So gewinnt das Wissensmanagement die nötige Flexibilität, um etwas so Flüchtiges wie Innovationswissen zu fördern und zu erschließen, ohne es von zentraler Stelle „managen“ zu müssen. Die Wissensarbeiter nutzen derweil ihre gewohnten Systeme weiter. So entsteht ein lebendiges Abbild der Wissenslandschaft im Unternehmen ohne zusätzlichen Pflegeaufwand für die Nutzer.

Experten suchen anders

Ebenso wie der Webcrawler von Google Webseiten mit Algorithmen durchpflügt und erfasst, legt eine Themen- und Expertensuche Indizes und Schlagwortkataloge der verfügbaren Wissensquellen an. Das umfasst neben organisationsinternen Systemen auch Suchtreffer aus den Weiten des Internets.

Doch die üblichen Verfahren, wie sie Google oder Microsoft einsetzen, sind zu grobe Werkzeuge für die Suche nach Innovationswissen. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Masse. Diejenigen Inhalte, die die größte Aufmerksamkeit des breiten Publikums wecken, tauchen ganz vorne in den Suchtreffern auf. Im Wissensmanagement kommt es dagegen auf andere Qualitätsmerkmale an: die Güte der Information, ihre Passgenauigkeit zu bestehenden Wissensstrukturen oder ihre Urheberschaft. Suchsysteme für hoch spezialisierte Wissensarbeiter benötigen eine ebenso spezielle Suchoptik, die Treffer aus unterschiedlichen Quellen mit eigenen semantischen Verfahren aufbereitet. Hierzu müssen eigene Klassifikationen entwickelt werden, die auf die exklusiven Anforderungen derWissensarbeiter im Unternehmen und ihre Fachgebiete zugeschnitten sind.

So bilden intelligenteSuchsysteme das Rückgrat einer neuen und beweglichen Form des Wissensmanagements, die ohne eine Schaltzentrale, zusätzliche Contentprozesse und Redaktionen auskommt. Sie vernetzt lediglich Vorhandenes, Themen, Dokumente und Fachleute auf intelligente und dynamische Weise. Solche Suchverfahren lassen sich in vorhandene Portale oder Intranets einbinden. Sie sorgen dafür, dass Wissensarbeiter im richtigen Moment den richtigen Partner finden oder die ihm zugeordneten Informationen.

(Dr. Angela Berrisch, Dr. Thomas Morscher)


 


 

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