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Kritik an Internetexpansion

Printverlage fit für digitale Zukunft

Das Thema Zeitschriften und Internet brennt der Verlagsbranche derzeit heftig unter den Nägeln. Die unter dem Motto "Die Zukunft von Print in der digitalen Medienwelt" stehenden Zeitschriftentage 2007 des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger verzeichneten jedenfalls einen Rekordandrang. "Die Branche hat das Internet als Komplementärmedium anerkannt. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern mit welchen Geschäftsmodellen das Thema angegangen wird", erklärt VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner im pressetext-Interview.

Die Branche habe in punkto Internet eigene Strategien entwickelt und bereits eine Vorstellung darüber, wie diese umzusetzen sind und verfüge darüber hinaus über genügend finanzielle Mittel. "Die Verlage sind fit für die digitale Zukunft", so das Fazit des VDZ-Chefs. Der Spiegel etwa hat bisher keine Kannibalisierung durch das Online-Angebot feststellen können. Vielmehr ziehe Spiegel Online ein jüngeres Publikum an, das sich sonst kein Spiegel-Magazin kaufen würde, hieß es bei einer Podiumsdiskussion.

Allerdings kommen mit der zunehmenden Digitalisierung der Zeitschriften auch neue Herausforderungen auf die Verlagsbranche zu. So werden die Arbeitsschritte beim Erstellen von Online-Contents - Videoclips, Grafiken usw. - sehr viel komplexer, die Zahl der Berufsgruppen steigt und das Berufsfeld des Redakteurs wird erweitert. Noch gebe es aber keine adäquaten Ausbildungseinrichtungen, so die Kritik bei den Zeitschriftentagen.

Insgesamt 800 Kongressteilnehmer diskutierten außerdem die digitalen Expansionspläne der öffentlich-rechtlichen Sender im Internet. "Privaten Medien entsteht dadurch ein struktureller Wettbewerbsnachteil", kritisiert Fürstner gegenüber pressetext. In den öffentlichen Anstalten müsse die Einsicht Platz greifen, dass eine Selbstbeschränkung notwendig ist. "Die Öffentlich-Rechtlichen stoßen mit ihren Internetaktivitäten in Felder vor, die den Auftrag der Grundversorgung und die Beschränkung auf Programmbegleitung weit überschreiten", meint auch VDZ-Präsident Hubert Burda.

Zustimmung gab es in der politischen Auseinandersetzung auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Chats und Kontaktbörsen sind vom Grundversorgungsauftrag weit entfernt. Daher müssen Grenzziehungen künftig klar definiert werden." Merkel teilt damit zwar die Ablehnung der Verleger an den zum Teil ausufernden Internetkonzeptionen der öffentlich-rechtlichen Sender. Allerdings müssten auch ARD und ZDF in ihrer Programmgestaltung so frei agieren können, dass sie damit eine ihrem Grundversorgungsauftrag entsprechende Reichweite generieren können.

Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl kam im Rahmen der Publishers Night der Zeitschriftentage zu einer besonderen Ehrung. Für sein "herausragendes Engagement und den Einsatz für die europäische Integration" verlieh ihm der VDZ die Ehren-Victoria. Kohl habe wesentlich dazu beigetragen, dass die deutsche Teilung auch über parteipolitische Grenzen hinweg überwunden wurde und ein zuvor geteiltes Land seiner Verantwortung im internationalen Kontext gerecht werden kann, lobte VDZ-Präsident Burda.

(pte)


 


 

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