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Wolfgang Riotte Übergangs-Geschäftsführer des Kinderhilfswerks

Die angeschlagene deutsche Sektion des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF hat ihren personellen Neuanfang weitgehend abgeschlossen. Nach dem Wechsel im Vorstand ist nun auch ein neuer, wenn auch zunächst vorläufiger Geschäftsführer an Bord. Der frühere Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Innenministerium, Wolfgang Riotte, übernahm das Amt für eine Übergangszeit von voraussichtlich fünf Monaten.

Gemeinsam könne man nun rasch die anstehenden Aufgaben wie die Satzungsreform und die Überarbeitung der Geschäftsabläufe angehen, sagte der Vorsitzende des deutschen UNICEF-Komitees, Jürgen Heraeus, am Montag in Köln. Der 71-jährige Unternehmer war vorvergangene Woche als neuer Vorstand für vier Jahre an die Spitze der Organisation berufen worden. UNICEF Deutschland müsse möglichst schnell wieder so dastehen, wie es diese Organisation verdient habe, betonte Heraeus.

«Wir wollen UNICEF so aufstellen, dass alle Spender und Partner so schnell wie möglich wieder mit vollem Vertrauen unsere wichtige Arbeit für Kinder in 150 Ländern der Welt unterstützen», machte Riotte klar. Der 69-jährige Jurist war nach seiner Pensionierung bis 2005 Beauftragter des NRW-Ministerpräsidenten für Reformen des öffentlichen Dienstes. Er war außerdem Leiter des Büros des langjährigen Ministerpräsidenten Johannes Rau (SPD) sowie der Abteilung für Personal und Organisation im Finanzministerium. Von 1987 bis 2003 war er Staatssekretär im NRW-Innenministerium.

Mit der Neuwahl von Vorstand und Geschäftsführung sowie den geplanten Reformen will UNICEF Deutschland einen Schlussstrich unter den Skandal ziehen, der die deutsche Sektion des Kinderhilfswerks in den vergangenen Monaten erschüttert hat. Der frühere langjährige Geschäftsführer Dietrich Garlichs war im Februar wegen des Vorwurfs der Verschwendung von Spenden zurückgetreten. Darüber hinaus war UNICEF Deutschland das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) entzogen worden.

Heraeus rechnet damit, dass die Sektion das Siegel nach zwei Jahresabschlüssen voraussichtlich 2009 wieder zurückbekommt. Den Spendenskandal will er bis Ende 2008 aufgearbeitet haben. Zu den wichtigsten Reformen zählt Heraeus vor allem die Abgrenzung von Vorstand und Geschäftsführung. So muss die Geschäftsführung künftig ab einer bestimmten Ausgabenhöhe und bei Personalfragen die Genehmigung des Vorstandes einholen.

Unterstützung erhält der neue Vorstand vom «Team UNICEF», dem unter anderem Vertreter der Unternehmensberatungen Roland Berger und Ernst & Young sowie der Anwaltskanzleien Waldeck sowie Flick Gocke Schaumburg angehören. Sie alle würden UNICEF kostenlos bei der Verbesserung von Kontrolle, Strukturen und Managementprozessen beraten, hieß es weiter.

Als Folge der Affäre hat UNICEF Deutschland seit November einen Rückgang der Einnahmen um rund ein Fünftel zu verkraften. Außerdem hat das Ansehen der Organisation stark gelitten. Nach einer am Montag vorgestellten Erhebung des Leipziger Instituts für Marktforschung zur Demokratie in Deutschland haben nur noch 42 Prozent der Befragten Vertrauen zu UNICEF. Für die Umfrage wurden 501 Bürger aus den neuen und 505 aus den alten Bundesländern befragt und die Ergebnisse entsprechend dem Bevölkerungsanteil gewichtet.

(Quellen: alle auf Pressekonferenz; Umfrage in «Leipziger Volkszeitung»/Dienstagausgabe)

(Redaktion)


 


 

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