Sie sind hier: Startseite Köln-Bonn Aktuell News
Weitere Artikel
Unternehmen

Wirtschaftsministerium verteidigt Magna-Konzept als alternativlos

(ddp). Die Bundesregierung hat das Opel-Konzept des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna als «alternativlos» bezeichnet. «Unsere Einschätzung ist, dass das ein sehr tragfähiges Modell ist», sagte Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze vor einer Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages am Dienstag in Berlin. Die Fraktionen beurteilten die Sitzung im Anschluss unterschiedlich. Derweil geht die Bundesregierung laut einem internen Papier davon aus, dass die deutschen Staatshilfen für Opel nicht gesondert genehmigt werden müssen.

Hintze äußerte sich zuversichtlich, «dass es gelingen wird, die europäischen Partner von der Richtigkeit dieses Weges und von seiner Alternativlosigkeit zu überzeugen». Seit der Entscheidung der ehemaligen Opel-Mutter General Motors zugunsten des österreichisch-kanadischen Zulieferers Magna hätten «die Dinge eine sehr gute Richtung genommen».

Zudem glaube er, «dass die Europäische Kommission dafür gewonnen wird, dass der Weg, den wir gewählt haben, voll mit dem EU-Recht übereinstimmt». Mit Blick auf die Lastenteilung sagte er, dass sich «unsere europäischen Partner in dem Maße ihres Anteils auch an der Kreditfinanzierung beteiligen» müssten, wenn das endgültige Konzept stehe.

Nach Ansicht des Grünen-Haushaltsexperten Alexander Bonde ist bei der Ausschusssitzung deutlich geworden, dass es «bis heute kein wirklich sicher tragfähiges Konzept für Opel» gebe. Zugleich kritisierte er, dass Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) nicht an der Sitzung teilnahm. Die Linke blieb deswegen dem Ausschuss fern. Vertreter der großen Koalition wiesen die Kritik an den Informationen zurück. Hintze nannte seine Ausführungen «eine voll umfängliche, klare Darstellung».

Unterdessen geht die Bundesregierung offenbar davon aus, dass die Staatshilfen für Opel nicht gesondert von der EU genehmigt werden müssten. Es sei vorgesehen, diese nach Maßgabe des bereits genehmigten «'Vorübergehenden Rahmens für Beihilfen in der Wirtschaftskrise' (Temporary Framework) zu gestalten», heißt es in einem Regierungspapier, in das die Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Dienstag Einblick hatte. Endgültige Finanzierungszusagen seien jedoch erst auf Grundlage »einer umfassenden Tragfähigkeitsprüfung der von Magna/Sberbank vorzulegenden Geschäftspläne» möglich.

Weiter wird in dem Papier der Investitionsbedarf bei Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall auf fünf Milliarden Euro beziffert. 500 Millionen Euro sollen vom Käuferkonsortium um den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna kommen, die verbleibenden 4,5 Milliarden Euro «durch eine öffentliche Finanzierung».

Europaweit werden laut dem Papier 10 900 Stellen gestrichen, rund 4100 davon in Deutschland. Opel beschäftigt europaweit etwa 50 000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon an den vier deutschen Standorten in Rüsselsheim, Eisenach, Bochum und Kaiserslautern. Wie aus dem Papier weiter hervorgeht, sollen bis auf den belgischen Standort Antwerpen alle Produktionsstätten erhalten bleiben.

Von Jürgen Wutschke

(ddp)


 


 

Opel
Papier
Milliarden Euro
Hintze
Partner
Weg
Konzept
Zulieferer Magna
Ausschuss

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Opel" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: