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Zurück in die Stadt!

Die Stadt als Gegenmodell zur Grünen Wiese

Diese Ansätze betonen ausdrücklich die Innenstadt als den klassischen Einzelhandelsstandort. Zu Beginn der 70er Jahre erwuchs dem innenstädtischen Einzelhandel jedoch zunehmend Konkurrenz durch nicht-integrierte Standorte im Stadtumland. Diese großflächigen Einkaufszentren „auf der Grünen Wiese“ entstanden u.a. als Reaktion auf die zunehmende Suburbanisierung: Der Einzelhandel folgte der aus den Innenstädten abwandernder Bevölkerung. So erklärt sich das heute existierende Versorgungsnetz in Agglomerationsräumen wie der Region Bonn: Neben eines ersten Versorgungsnetzes im Stadtkern bildete sich ein zweiter und dritter Versorgungsring in Stadtrandgebieten und im Stadtumland heraus. Für den Einzelhandel hat diese ab ca. 1970 einsetzende Entwicklung bis heute weitreichende Folgen. Der traditionelle, inhabergeführte klein- und mittelbetriebliche Einzelhandel ist in vielen Fällen aufgrund der Konkurrenz im Stadtumland gezwungen, seine Ladengeschäfte aufzugeben - es kommt zu einer zunehmenden Filialisierung, die Stadtzentren verlieren ihr charakteristisches Profil.

Wohnstandortnahe Versorgung muss gesichert werden

Für die Stadtbevölkerung stellt sich vorrangig die Frage der wohnstandortnahen Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs: Die Erosion der wohnstandortnahen Lebensmittelgeschäfte ist im Laufe der letzten Jahrzehnte dramatisch verlaufen, dies gilt nicht nur für ländliche Gebiete sondern auch für Stadtteile. Als nah gelten gemein-hin Geschäfte des täglichen Bedarfs, v.a. Lebensmittelgeschäfte und Drogeriemärkte, die auch ohne Auto in einem Radius von rund 1.000 Metern zur Wohnstätte liegen. Tausende von Einzelhändlern schlossen ihre Geschäfte, vor allem aufgrund des enormen Wettbewerbsdruck der großflächigen Betriebstypen (Verbrauchermärkte, SB-Warenhäuser) und der Expansion der Discounter wie Aldi, Lidl, Plus. Im Zeitraum 1991 bis 2003 ist die Anzahl der LEH-Geschäfte um knapp 28% gesunken (1991: 85.200; 2003: 61.600), während der Umsatz im selben Zeitraum von 106 auf 122 Mrd. Euro um rund 15% anstieg. Aufgrund des nun wieder verstärkten Zuzugs in den Innenstadtbereich ist der Lebensmitteleinzelhandel gefordert, dem Bedürfnis der Stadtbevölkerung nach Nahversorgung Rechnung zu tragen. Zwar betreiben alle großen Ketten auch kleinflächige Standorte in unmittelbarer Nähe zum Wohnort (z.B. Edeka „Nah und Gut“, Rewe „Nahkauf“), allerdings wird dieses Konzept von vielen Anbietern nicht mehr weiterentwickelt, sondern nur - mit dem Ziel der Kaufkraftabschöpfung - auf dem bisherigen Stand gehalten bzw. sogar zurückgefahren.


 


 

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