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Zuversicht bei den ISE-Verantwortlichen nach Insolvenzantrag/ISE Intex gerettet

ISE Intex – Erfolgreiche Restrukturierung nach Insolvenz

Über 900 Mitarbeiter der ISE Intex am Standort Morsbach waren am 22. November 2006 von der Insolvenz überrascht worden, trotz voller Auftragsbücher , wie das Unternehmen damals betonte. Auch sie hatten zuvor auf einen Teil ihres Lohns verzichtet und gleichzeitig zugesichert, bis zu sieben Tage die Woche zu arbeiten. Wie Insolvenzverwalter Seagon nun am Mittwoch bekannt gab, konnten die Bemühungen um eine Fortführung der ISE Intex inzwischen erfolgreich abgeschlossen werden. So sei eine 100-prozentige Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter mindestens für das laufende Jahr gesichert. Auch sei für den laufenden Geschäftsbetrieb genügend Liquidität vorhanden, erklärte Seagon weiter. Die relativ kurze Zeitspanne zwischen Beginn des Insolvenzverfahrens und der nun verkündeten Einigung sei „beachtlich“, wie Seagon sichtlich zufrieden kommentierte. ISE Intex produziert an den beiden Standorten Morsbach-Lichtenberg und Waldbröl Verkleidungen aller Art für Autoinnenräume. Die Kapazitätsauslastung beider Standorte liege bei 100 Prozent, wie das Unternehmen abschließend betonte.

Trotz Insolvenzantrag herrscht Zuversicht

Mit den zwei Insolvenzanträgen scheint die Befürchtung eines „Domino-Effektes“, der bei der Insolvenz der ISE Intex im November 2006 öffentlich geäußert wurde, nun offenkundig zur Realität zu werden. Doch gab sich die Unternehmensführung in einer ersten Stellungnahme zuversichtlich, die drohende Pleite noch abwenden zu können. Nachdem der Antrag am Montag (22. Januar 2007) beim Amtsgericht Bonn eingereicht wurde, wollen sich der vorläufige Insolvenzverwalter Seagon und das Management gemeinsam um eine Stabilisierung des operativen Geschäftes bemühen, wie es in einer Presseerklärung des Unternehmens hieß. Und da gebe es positive Signale.

Auch der Insolvenzverwalter versuchte zu beruhigen. „Es gilt nun, möglichst schnell einen fundierten Überblick über das Geschäft der beiden Unternehmen zu bekommen“, erklärte Seagon. Bereits in den nächsten Tagen will er mit Kunden, Lieferanten und Banken Kontakt aufnehmen, um die Weiterführung der Unternehmen zu sichern. Der Erhalt der über 2500 Arbeitsplätze komme absolute Priorität zu, erklärte Seagon. Zudem habe es bereits zu diesem frühen Zeitpunkt erste Angebote von Marktteilnehmern gegeben, die Interesse am Kauf der beide ISE-Gesellschaften zeigten, erklärte der Insolvenzexperte abschließend. Die ISE innomotive Systems Europe GmbH ist ein so genannter Management-Buyout. Eine fünfköpfige Gruppe von Investoren hatten die ISE Innomotive Systems im Jahr 1997 erworben, 2001 kam dann mit der Übernahme der damals insolventen Lunke Ventra Automotive (heute ISE Industries) ein weiterer Automobilzulieferer hinzu. 2004 erwarb das Management darüber hinaus noch die IBS Brocke, die danach als ISE Intex firmierte.

Die beiden Gesellschaften ISE erwirtschaften zusammen einen Jahresumsatz in Höhe vo 448 Millionen Euro und beschäftigen an ihren deutschen Standorten insgesamt 2550 Mitarbeiter. Mit 331 Millionen Euro Umsatz und 1780 Mitarbeiter ist die ISE Innomotive Systems Europe die größere der beiden Gesellschaften. Sie hat sich am zentralen Produktionsstandort Bergneustadt auf die Herstellung von Überrollschutzsysteme für Cabrio sowie auf Karosseriemodule und –komponenten spezialisiert. Die Schwesterfirma ISE Industries ist Spezialist für die Entwicklung von Rohrsystemen für Autodächer sowie Getriebekomponenten bekannter Automobilhersteller. ISE Industries erwirtschaftete zuletzt mit 770 Mitarbeitern einen Jahresumsatz in Höhe von 117 Millionen Euro. Nicht betroffen von der Insolvenz der beiden Gesellschaft ist die ISE Industries Hainichen GmbH, die in Dresden ansässig ist sowie die ausländischen Tochterunternehmen der beiden ISE-Gesellschaften.

(Redaktion)


 


 

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