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Von der Pflicht, sich selbst zu kümmern -Bernd Kiesewetter: „Zuständig sein heißt, Verantwortung zu übernehmen“

Die Bilder sind seit Monaten in allen Medien: Überall auf der Welt ziehen Schüler freitags geschlossen für den Klimaschutz auf die Straße. „Fridays for future“, lautet das gemeinsame Motto.

Natürlich kann man sowohl von der Bewegung als auch von ihrer Initiatorin, der Schwedin Greta Thunberg, halten, was man will, eines aber zeigen beide allemal: Immer mehr Menschen erkennen, dass die Mächtigen der Welt ihrer Verantwortung nicht nachkommen. „In Sachen Klimawandel, aber auch bei vielen anderen Themen scheint sich schlichtweg niemand zuständig zu fühlen“, sagt Bernd Kiesewetter, Experte für das Thema Verantwortung. Dies gelte nicht nur für die Führungselite und die großen Herausforderungen der Welt, sondern für alle Menschen und all das, was sie im Großen und Kleinen tun.

„Wer Verantwortung übernimmt, muss auch für etwaige Fehler gerade stehen. Zuständig sein bedeutet auch Arbeit. Genau das ist der Grund dafür, dass viele Menschen Pflichten erst gar nicht übernehmen und Zuständigkeiten ablehnen. Wer nicht zuständig ist, kann schließlich auch nicht belangt werden, wenn mal etwas schiefgeht“, bringt es Bernd Kiesewetter auf den Punkt. 

 Dabei sei es völlig egal, ob es um die großen Themen der Welt oder kleine Alltagssituationen geht. Nicht nur in der Politik, auch bei Kundenfragen im Baumarkt, bei der Bestellung im Restaurant, dem Anruf bei einer Service-Hotline oder im Job fühle sich oftmals niemand zuständig.

 „Situationen wie diese begegnen uns immer wieder. Egal, ob es sich um den Angestellten im Supermarkt oder einen hochrangigen politischen Entscheider handelt: Die meisten Menschen sind der Meinung, Verpflichtung sei reine Pflicht – und damit etwas, das man ungern tut und gerne abgibt. Das aber ist viel zu kurz gedacht“, weiß der Experte. Zuständig zu sein bedeute per Definition, sowohl berechtigt als auch verpflichtet zu sein, etwas zu tun. „Verpflichtung ist also weit mehr als bloße Pflicht und damit nicht per se negativ: Wer verpflichtet ist, hat zugleich die Berechtigung, etwas zu tun“, betont Kiesewetter, der Spitzensportler, Unternehmer, Manager und Menschen begleitet, die an ihrer eigenen Verbesserung arbeiten wollen. 

Die Frage, wer eigentlich wofür die Verantwortung hat und wer wofür zuständig ist, stellt sich auch im Job. „Wenn im Betrieb etwas schiefläuft, will es meist niemand gewesen sein. Spätestens dann kommt die Frage auf, wer für das Gelingen der Aufgabe zuständig war: der Vorstand, der Aufsichtsrat oder die Belegschaft? Manager oder Mitarbeiter? Die Führenden oder die Ausführenden? Nur, wenn die Zuständigkeiten von vornherein klar definiert und allen bekannt sind, kann verhindert werden, dass Ursachen ungeklärt bleiben und sich Fehler wiederholen“, fügt Kiesewetter hinzu. 

 „Sprüche, wie ,Ich habe doch nur gemacht, was mir gesagt wurde‘ oder ,Die Mitarbeiter haben nicht getan, was ich ihnen aufgetragen habe‘, bringen an dieser Stelle niemanden weiter.“ Dieses Beispiel sei exemplarisch für alle Bereiche des Lebens. Egal, ob es sich um Gesundheit, Beziehungen oder Freundschaften, Geld, Zeit, Entwicklung oder Erziehung handelt: Immer müsse man sich zuerst die Frage stellen, wer zuständig dafür ist, dass die Dinge gelingen. Oftmals sei das eben jeder einzelne selbst. „So ist es eben nicht die Krankenkasse oder der Arzt, die dafür zuständig sind, dass ich gesund bin. Das bin ich ganz allein – indem ich mich an jedem Tag aufs Neue zuständig fühle und in Sachen Ernährung und Bewegung die richtigen Entscheidungen treffe“, sagt der erfolgreiche Autor. „Zuständig sein heißt, Verantwortung zu übernehmen. Es bedeutet, dass ich selbst zuständig bin für das Ergebnis. Ich selbst entscheide über Erfolg oder Nichterfolg einer Sache. Ich bin in der Pflicht, mich selbst darum zu kümmern“, so Kiesewetter. 

 „Wer verpflichtet ist, hat zugleich die Berechtigung, etwas zu tun. Und zwar ganz unabhängig davon, in welcher Lebenslage er sich gerade befindet. Man muss kein Chef, kein Unternehmer und auch kein Spielführer sein, um die Weichen für sein Leben selbst zu stellen“, fügt der Fachmann hinzu. 

 „Wenn wir begreifen, dass wir selbst für all das zuständig sind, wird sich alles verbessern. Natürlich können wir nicht alles bestimmen, aber wir können das meiste beeinflussen. Dafür aber muss jeder einzelne seinen Teil übernehmen und wenn jeder seinen Teil beiträgt, wird sich das Gesamte verändern. Das gilt für den ,kleinen Mann‘ genauso wie für die Mächtigen der Welt. Wer die Tatsache annimmt, dass er es selbst in der Hand hat, für seinen Erfolg und sein Glück, aber auch für das Wohlergehen der Allgemeinheit zu sorgen, wird sich automatisch zuständig fühlen und das Ruder für das Leben in die Hand nehmen.“

(Redaktion)


 


 

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