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  • 16.06.2014, 16:17 Uhr
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  • Deutschland
Kredit

Der Ratenkredit – wann lohnt er sich und wo lauern die Gefahren?

Ein sogenannter Ratenkredit kann in der heutigen Zeit in zahlreichen Lebenslagen durchaus sinnvoll sein, insbesondere dann, wenn eine größere Anschaffung für die Zukunft getätigt werden soll. Ganz risikofrei ist das Jonglieren mit den so vorhandenen oftmals hohen Geldbeträgen aber nicht und eben deshalb stehen etliche Verbraucher dem Thema „Kredit“ eher skeptisch gegenüber. Eine wohlüberlegte Risiko-Nutzen-Abwägung sollte daher im Vorfeld in jedem Fall stattfinden, denn die Gefahr der potenziellen Schuldenfalle ist bei so manchem tief verwurzelt.

Ein Ratenkredit – was ist das eigentlich?

Mit einem Ratenkredit wird Verbrauchern eine effektive Möglichkeit geboten, finanzielle Engpässe zu überbrücken und sich trotz aller Geldnöte größere Wünsche zu erfüllen. Das kann beispielsweise die Realisierung des Eigenheims sein oder auch der Kauf eines neuen Autos, aber auch bei kleineren Anschaffungen wie beispielsweise einem Fernseher kann ein Kredit greifen. Generell handelt es sich dabei um ein Darlehen, welches über einen bestimmten Geldbetrag gewährleistet wird und im Verlauf in gleichbleibenden monatlichen Raten zurückgezahlt wird. Bereits seit den 1950ern werden Ratenkredite in Deutschland genutzt und zählen so zu den wohl gebräuchlichsten Kreditarten. Klassischerweise werden sie von Banken an Privatpersonen oder Kleinunternehmen vergeben, wobei sich die Betragsspanne von bescheidenen 200€ bis hin zu 75.000€ oder mehr belaufen kann. Heutzutage gibt es Ratenkredite allerdings auch in anderen Formen, denn unter anderem bieten beispielsweise etliche Händler – vornehmlich im Online-Bereich – die Ratenzahlung als Finanzierungsmöglichkeit an. Per Definition handelt es sich also auch bei diesen Zahlungsvereinbarungen um Ratenkredite.

So funktioniert der Ratenkredit

  • Mit Vertragsabschluss werden der Zinssatz der Raten und der Zeitraum, über den der Betrag zurückgezahlt wird, festgelegt.
  • Der Kreditgeber kann zusätzlich eine Bürgschaft vom Antragssteller fordern, sollte dessen Bonität nicht ausreichen.
  • Aufgrund der Zinsen muss der Kreditnehmer nun mit einkalkulieren, dass weitere Kosten zum eigentliche Kreditbetrag hinzukommen.
  • Der fällige Betrag kann auch vor Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden, allerdings erst frühestens sechs Monate nach der Kreditauszahlung.
    o Bei verfrühter Rückzahlung besteht ansonsten die Gefahr einer Vorfälligkeitsentschädigung.
  • Gegebenenfalls können Verbraucher außerdem Gebrauch vom Widerrufsrecht machen und ihren Kredit demnach also innerhalb von 14 Tagen widerrufen – die bereits ausgezahlte Summe muss in diesem Fall natürlich umgehend zurückgezahlt werden.

Trotz aller Skepsis kann sich ein Kredit jedoch bei bestimmten Anschaffungen und Investitionen lohnen, allerdings sollte im Vorfeld intensiv recherchiert und verglichen werden, da sich die Angebote unterschiedlicher Banken und Kreditgeber zum Teil stark unterscheiden. Sinnvoll ist in einem solchen Fall demnach also der Vergleich, damit die besten Zinssätze herausgefiltert werden können. Hier hat sich beispielsweise der Vergleichsrechner von Verivox bewährt, der einerseits den größten Marktüberblick in Deutschland bietet, andererseits aber auch eine unverbindliche Beratung durch Experten ermöglicht. Abzuwägen gilt aber auch, welche Gründe eine Kreditaufnahme eigentlich rechtfertigen.

Sinnvolle Investitionen stellen dabei in der Regel folgende Anschaffungen dar:

  1. Langlebige Wirtschaftsgüter, beispielsweise eine neue Küche oder ein Auto.
  2. Technische Geräte können sich ebenfalls lohnen, wenn sie mithilfe eines Kredits angeschafft werden. Hierbei sollten Kunden jedoch darauf achten, dass die Kreditlaufzeit nicht die voraussichtliche Nutzungsdauer überschreitet.
  3. Auch bei einer Umschuldung kann ein Ratenkredit sinnvoll sein. Das ist beispielsweise bei einem Dispo-Kredit mit hohen Zinsen möglich, der einmalig auf einen Ratenkredit mit deutlich niedrigeren Zinsen umgeschuldet werden kann. Doch Vorsicht, hier sollte nicht gleich wieder der Dispo-Rahmen voll ausgeschöpft werden, ansonsten kommt es zur Schuldenspirale.

Weniger sinnvoll sind hingegen diese Investitionen:

  1. Jahresurlaube oder andere kurzfristige Investitionen sollten nicht über einen Ratenkredit finanziert werden, hier macht sich doch eher das Sparen bezahlt.
  2. Ein Kredit lohnt sich laut Verbraucherschützern außerdem ebenfalls nicht, wenn die monatliche Belastung durch Ratenkredite 15% des Haushaltsbudgets übersteigt.

Risiken abwägen

Nicht nur der Kreditnehmer geht mit der Nutzung eines Ratenkredits ein gewisses Risiko ein, auch der Kreditgeber muss mitunter Risiken einkalkulieren.

Auf der Kreditnehmerseite sind hier zunächst die flexiblen Zinsen zu nennen, die es ihm erschweren, sein verbleibendes Kapital während des Rückzahlungsraumes zu planen. Weitaus kritischer muss allerdings die mögliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage betrachtet werden und auch eine anfangs zu optimistische Planung kann sich schnell rächen. Beide Faktoren vereint können mitunter zu einer Überschuldung führen und diese wiederum endet nicht selten in einer Privatinsolvenz . Ein letzter sinnvoller Schutz kann hier eine Restschuldversicherung sein, die bei Arbeitslosigkeit oder schwerer Krankheit greift, ansonsten sollte in jedem Fall aber auch der Besuch einer Schuldnerberaterstelle in Erwägung gezogen werden.

Auf der anderen Seite steht hingegen der Kreditgeber, der bei einem Vertragsabschluss stets miteinberechnen muss, dass ihm womöglich wichtige Informationen vorenthalten wurden. Wenn der Schuldner seinen Kredit nun nicht mehr zurückzahlen kann, so fällt dies auf den Kreditgeber zurück, welcher seinerseits sein komplettes Kapital verlieren kann. Sinnigerweise versuchen Kreditgeber sich vor eben jenen Risiken bestmöglich zu schützen, das lässt sich beispielsweise durch die Einholung einer Schufa-Auskunft erreichen, aber auch vorab festgelegte Sicherheiten oder eingesetzte Bürgen vermindern das Risiko.

(Redaktion)


 


 

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