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  • 27.01.2012, 08:57 Uhr
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  • Deutschland
Kredit

Ein Darlehen aus dem Netz - günstig oder nicht?

Einen passenden Kredit zu finden ist heutzutage so leicht, wie nie zuvor. Diverse Vergleichsportale stellen den Besucher komfortable Suchfunktionen und schematische Darstellungen zur Verfügung.

Anhand von Tabellen, die Laufzeiten und Zinsen beinhalten, kann der Verbraucher auf einen Blick herausfinden, welcher Geldgeber für ihn in Betracht kommt. Dabei ist es sekundär, für welchen Zweck das Geld benötigt wird. Ob Immobilienfinanzierung, Autokauf oder nur zum Ablösen anderer Verbindlichkeiten, der Geldmarkt bietet alle Möglichkeiten. Da auch das Antragsverfahren sehr einfach und übersichtlich gestaltet ist, entscheiden sich die Kreditsuchenden in vielen Fällen sehr schnell für ein Angebot. Die Europäische Union betrachtet diese Offerten jedoch gleichermaßen mit einem kritischen Blick.

Worauf sollte man beim Thema Kredit aus dem Netz achten?

Im Ergebnis werden von der Kommission aus Brüssel nicht die Zinsen oder Verfahrensweisen der Geldgeber kritisiert. Vielmehr handelt es sich um fehlende Angaben, die die Verbraucherschützer stören. Die groben Angaben zu Laufzeiten und Zinsen, sowie die mangelhafte Darlegung der Gesamtkosten seien das größte Manko bei Onlinekrediten. Der Verbraucher verliert zu leicht die Übersicht über die Gesamtsumme zu der er sich verpflichtet. Auch Abschlussgebühren sind nicht immer so angegeben, wie man sich das aus EU-Sicht wünscht.
Jene Vorgehensweise deutet darauf hin das die Interessenten dazu gedrängt werden den Kredit sofort zu beantragen, ohne einen Überblick über die Gesamtkosten zu haben.

Zudem verzichten einige Internetanbieter, zirka 20 Prozent, beispielsweise in Gänze auf die Angabe der Kosten von bindenden Versicherungen, von denen die Zusage abhängig gemacht wird. Dies könnte eine Restschuldversicherung sein, die natürlich im Rahmen der monatlichen Raten mitbezahlt werden muss.

Besonders verbraucherfreundlich wäre es, wenn in einer Spalte der tabellarischen Übersicht der Gesamtaufwand zusammengefasst wäre. Bei manchen Anbietern, nämlich bei mehr als der Hälfte, kann man auf einen Blick nicht sehen, wie viel das Darlehen komplett kostet. In diesen Angaben sind Abschlussgebühren genauso enthalten wie die anfallenden Zinsen und die Tilgung.

Die Präsentation der Relation der Laufzeit zum effektiven Jahreszins ist für die Nachvollziehbarkeit eines Kreditangebotes unverzichtbar. Auch diese Angaben werden bei 50 Prozent der Webseitenangebote vernachlässigt. Der Werbezinssatz, also die günstigste Offerte wird zwar gezeigt, wer allerdings eine längere Laufzeit wünscht, der muss mit abweichenden Sätzen rechnen. Diese lassen sich erst im weiteren Verlauf des Antragsverfahrens erkennen. Der Antragsteller glaubt, dass er für jede Laufzeit die gleichen Zinsen bekommt.

Die EU-Prüfungsergebnisse werden nun an die national zuständigen Aufsichten übergeben. Diese sollen im Rahmen von Auflagen die Betreiber von Online-Kreditangeboten dazu auffordern, den geforderten Verbesserungen Rechnung zu tragen.

(Redaktion)


 


 

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