Sie sind hier: Startseite Wirtschaftslexikon
Weitere Artikel

Für weitere Artikel aus dem Wirtschaftslexikon bitte den Anfangsbuchstaben auswählen:

Kreditwürdigkeit

Definition Bonitätsprüfung

Als Bonität bezeichnet man die Kreditwürdigkeit einer Person, eines Unternehmens oder eines Staates. Genauer geht es dabei um die Fähigkeit einmal aufgenommene Schulden auch wieder zurückzahlen zu können und zu wollen. Bei Abschluss eines Vertrages, z. B. über einen Kredit, möchte ein Partner oft über die Bonität des anderen im Vorfeld Bescheid wissen und strengt eine Bonitätsprüfung an.

Die Anlässe einer Bonitätsprüfung

In aller Regel wird eine Bonitätsprüfung vor dem Abschluss eines Vertrags durchgeführt, um das Risiko besser abschätzen zu können. Oft werden nach dem Ergebnis der Bonitätsprüfung auch die Konditionen des Geschäfts entsprechend angepasst.

Der Anlass für eine Bonitätsprüfung kann die Vergabe eines Kredites an einen Kreditnehmer sein - aber auch die Lieferung einer Ware gegen Rechnung, vor allem wenn ein Lieferantenkredit eingeräumt werden soll. Finanzierungsinstitute für, die die Kreditgeschäfte der Geschäftszweck sind, prüfen die Bonität regelmäßig.

Auch im Emissionsgeschäft wird die Bonität durch ein Emissionskonsortium überprüft, weil dies für die Risikoeinschätzung von Wertpapieren und Anleihen wichtig ist. Während der Emissionslaufzeit wird dann regelmäßig nachgeprüft.

Das Verfahren

Als Grundlage der Bonitätsprüfung gelten die Kreditfähigkeit (rechtliche Verhältnisse) und die Kreditwürdigkeit (wirtschaftliche Verhältnisse) des geprüften Kunden oder Unternehmens. Um diese zu überprüfen, gibt es im Groben drei verschiedene Methoden. Das häufigste Verfahren ist die Verwendung von qualitativen und quantitativen Kriterien, wie Marktchancen und Einkommenshöhe und eine anschließende Gewichtung dieser Kriterien. Um die Bonität von Privatkunden zu überprüfen, wird dazu häufig eine Auskunftei wie die Schufa zurate gezogen, welche Auskünfte über das übliche Zahlungsverhalten des Kunden geben kann.

Ein anderes Verfahren ist die mathematisch-statistische Analyse. Dazu gehören z. B. die Diskriminanzanalyse und das Credit-Scoring-Verfahren, durch die eine objektive Bonitätsbeurteilung erreicht werden soll.

Die dritte Methode ist die Risikoeinstufung durch ein standardisiertes Ratingsystem. Diverse Ratingagenturen wie Moody's oder Standard and Poor's sind weltweit dafür bekannt, die Bonität von Staaten einzuschätzen. Ratings können aber auch intern durchgeführt werden und Kreditinstitute müssen schon per Gesetz alle Kreditkunden auf ihre Bonität überprüfen.

Eine Wirtschaftsprüfung von Unternehmen im Rahmen einer Bonitätsprüfung kann z. B. beinhalten:

  • Höchstkredit
  • Finanzlage
  • Zahlungsverhalten
  • Negativmerkmale
  • Bankverbindungen
  • Bilanzen, Immobilien, Beteiligungen und Niederlassungen
  • Branche und Firmenhistorie

Je nach Höhe des abzusichernden Risikos können für Bonitätsprüfungen aber deutlich unterschiedliche Informationen nötig sein. Generell gilt, dass für Geschäfte mit hohem Risiko strengere Kriterien gelten als für Geschäfte mit nur geringerem Risiko.

(Florian Weis)


 


 

Definition Bonitätsprüfung
Bonitätsprüfung
Bonität
Geschäfte
Risiko
Kriterien
Kreditfähigkeit

Auch für Sie interessant!


Die Eximbank wurde im Jahre 1934 in den USA ins Leben gerufen

Definition

Eximbank

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Definition Bonitätsprüfung" - jetzt Suche starten:

Für weitere Artikel im Wirtschaftslexikon bitte den Anfangsbuchstaben auswählen:
ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: