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Kündigungsgrund: Auftragsmangel

Auftragsmangel

Ein Auftragsmangel liegt vor, wenn die für den jeweiligen Betrieb vorhandenen Aufträge nicht ausreichen, um die vorhandene sachliche und personelle Kapazität auszulasten.

Um den Auftragsmangel festzustellen, muss man die augenblickliche Produktionskapazität des Betriebs mit dem Volumen des Auftragsbestandes vergleichen. Es liegt im Ermessen des Unternehmers, wie er auf einen Auftragsmangel reagiert: ob er z.B. Kurzarbeit einführt oder Personal entlässt. Falls er die zweite Möglichkeit wählt, kann der Auftragsrückgang als mittelbare Ursache für den Wegfall von Arbeitsplätzen eine betriebsbedingte Kündigung rechtfertigen. Wie bei jeder betriebsbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber die Grundsätze der Sozialauswahl berücksichtigen (vgl. zur Sozialauswahl).

In einem Kündigungsschutzprozess muss der Arbeitgeber Folgendes darlegen und ggf. beweisen:

  • den Auftragsmangel durch einen Vergleich der augenblicklichen Produktionskapazität mit dem Auftragsbestand
  • die unternehmerische Entscheidung, wie er dem Auftragsmangel begegnet
  • den Überhang an Arbeitskräften infolge der Umsetzung der getroffenen unternehmerischen Entscheidung
  • die Beachtung der Grundsätze zur Sozialauswahl

Literatur: Berkowsky, Die betriebsbedingte Kündigung, § 7 Rdnr. 20; Schaub, § 131 II 2; Preis/Stahlhacke/Vossen, Rdnr. 651; KR-Etzel, KSchG, § 1 Rdnr. 583 f

(VSRW-Verlag)


 


 

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