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Telefonate

Kündigungsgrund: Telefonate

Private Telefonate während der Arbeitszeit können eine verhaltensbedingte Kündigung rechtfertigen, wenn...

  • der Arbeitgeber ein entsprechendes Verbot deutlich zum Ausdruck gebracht hat und
  • der Arbeitnehmer trotz einer erfolgten Abmahnung gegen dieses Verbot verstößt (zum Abmahnerfordernis: LAG Köln, Urteil vom 2.7.1998, LAGE Nr. 66 zu § 1 KSchG Verhaltensbedingte Kündigung).

Im Hinblick auf den im Kündigungsschutzrecht geltenden Grundsatz der Verhältnismäßigkeit dürfte man im Übrigen wie folgt unterscheiden müssen: Bei längeren Ferngesprächen auf Kosten des Arbeitgebers dürfte bereits ein einmaliger Verstoß nach einer entsprechenden erfolglosen Abmahnung eine Kündigung sozial rechtfertigen. Bei Ortsgesprächen oder kürzeren Ferngesprächen wird erst ein mehrmaliger Verstoß nach einer entsprechenden Abmahnung eine Kündigung sozial rechtfertigen können. Im Übrigen ist stets der Zweck des Telefonats zu berücksichtigen: Ein Gespräch mit der Freundin ist anders zu bewerten als eine nicht aufschiebbare telefonische Besorgung.

Sind private Telefonate zuvor im Betrieb vom Vorgesetzten stillschweigend geduldet worden, scheidet eine Kündigung aus.

Literatur: Besgen/Jüngst, Rdnr. 827 ff, Hönsch/Natzel, Kapitel D Rdnr. 300 b; KREtzel, KSchG, § 1 Rdnr. 469; Schaub, § 130 II 36; Sowka/Schiefer, Teil H, KSchG, § 1 Rdnr. 412

(VSRW-Verlag)


 


 

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