Sie sind hier: Startseite
Weitere Artikel
Kur

Kündigungsgrund Kur

Der Kuraufenthalt eines Arbeitnehmers und die dadurch bedingte Fehlzeit begründen im Regelfall keine Kündigung, wenn die Kur der Erhaltung, Besserung oder Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit dient und ihre Dauer nicht unangemessen lang ist (LAG Düsseldorf, Urteil vom 19.3.1963, BB 1963, 938).

Die Frage, welche Dauer einer Kur noch angemessen ist, hängt dabei im Wesentlichen von der bisherigen Dauer des Beschäftigungsverhältnisses ab.

Eine Kur rechtfertigt selbst dann keine Kündigung, wenn sie sich an eine längere krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit anschließt, falls nach ärztlicher Erkenntnis mit der Wiederherstellung der Gesundheit zu rechnen ist. Der Arbeitgeber ist in diesem Fall verpflichtet, die Durchführung der Kur abzuwarten, bevor er das Arbeitsverhältnis wegen Krankheit kündigt (Krankheit).

Insbesondere in Fällen der Alkohol- oder Drogensucht soll der Arbeitgeber nach einer verbreiteten Ansicht grundsätzlich verpflichtet sein, dem Arbeitnehmer vor einer Kündigung die Durchführung einer Entziehungskur zu ermöglichen (Alkoholsucht, Drogensucht).

Eine verhaltensbedingte Kündigung kommt allerdings – regelmäßig nach einer Abmahnung – in Betracht, wenn der Arbeitnehmer seine Pflicht verletzt hat, dem Arbeitgeber eine bewilligte Kur rechtzeitig mitzuteilen (LAG Frankfurt, Urteil vom 29.1.1982, ArbuR 1983, 186; LAG Düsseldorf, Urteil vom 6.5.1955, DB 1955, 900). Rechtzeitig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es dem Arbeitgeber möglich sein muss, wegen des Ausfalls des Arbeitnehmers die erforderlichen Maßnahmen treffen zu können.

Literatur: Hönsch/Natzel, Kapitel D Rdnr. 232 f; KR-Etzel, KSchG, § 1 Rdnr. 406

(VSRW-Verlag)


 


 

Arbeitgeber
Kur
Dauer
Urteil
LAG Düsseldorf
Durchführung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Arbeitgeber" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: