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Leistungsschutzrecht

Suchmaschine Google macht gegen deutsche Verleger mobil

Der Suchmaschinenanbieter Google hat am Mittwoch eine eigene Internetseite freigeschaltet, auf der Stellung gegen das geplante Leistungsschutzrecht bezogen wird. Klassische Verlage sehen die neue Macht der Suchmaschinen-Giganten kritisch. Sie freunden sich nur schwer mit dem neuen Kräfteverhältnis in der schönen neuen Medienwelt an.

Die Berliner Koalitionsparteien hatten die Suchzugriffe von Google zuletzt als irreguläre Zugriffe auf Verlagsinhalte gewertet und wollten den Suchmaschinenanbieter in der geplanten Novelle des Leistungsschutzrechtes zu Zahlungen an die Verlage verpflichten (business-on.de berichtete). Nicht zuletzt auf Druck großer Verlagsgruppen wie Axel Springer und Burda, die sich anfangs noch wesentlich mehr Vorteile vom neuen Leistungsschutz erhofft hatten.

Internetzeitalter: Gewichte haben sich verschoben

Da sich im Internetzeitalter erkennbar die Gewichte verschoben haben und seit geraumer Zeit selbst ehemalige Print-Wochenmagazine wie "Der Spiegel" online täglich aktuell berichten, befindet sich die Medienlandschaft im Wandel. Der Markt bestand früher aus kostenpflichtigen Tageszeitungen mit überregionalem Anspruch, Wochenzeitungen wie „Die Zeit“ sowie regionalen Tageszeitungen und anzeigenfinanzierten Wochenblättern. Kostenpflichtige Magazinformate wie „Spiegel“ und „Stern“ rundeten das Angebot ab. Verkauft wurden diese Medien am Zeitungskiosk.

Durch die im Internet frei verfügbaren hochwertige journalistische Inhalte gerät die Hoheit der Verlage und der Vertrieb über Zeitungskioske und Abo-Kunden zunehmend ins Wanken. Dennoch sind die Regionalverlage bislang noch in einer komfortableren Position als Tageszeitungen mit überregionalem Anspruch, bei denen durch die kostenlose Internetkonkurrenz von Spiegel und Co. praktisch der Anreiz für einen Kauf der kostenpflichtigen Verlagsinhalte weggefallen ist. Nicht zuletzt verdeutlichte dies kürzlich die Insolvenz der Frankfurter Rundschau und das Aus für die hoch defizitäre Financial Times Deutschland (FTD). Hinzugekommen sind zugleich Medienangebote wie business-on.de.

Insbesondere Suchmaschinen wie Bing und Google generieren heute für Verlagsinhalte Jahr für Jahr in Deutschland Millionen Zugriffe. Nach Angaben der Marktforschungsagentur Nielsen werden alleine für die Internetangebote Welt.de (Springer) und Focus.de (Burda) zwischen 45 und 49 Prozent der Zugriffe über den Anbieter Google vermittelt. Bei zahlreichen Angeboten der regionalen Verlage liegen die Werte noch deutlich höher. Den übrigen Teil der Zugriffe teilen sich andere Suchmaschinenanbieter und eine überschaubare Anzahl von Stammlesern auf. Diese suchen sich ihre Informationen aber heute immer häufiger bei verschiedenen Quellen im Internet.

Allenfalls generierte Nachrichten-Seiten wie die „Google News“-Hauptseite, in denen Lesern Artikel zu tagesaktuellen Themen verschiedener Medien automatisch zusammengestellt werden, bedrohen die Verlage direkt wirtschaftlich. Leser können auf der "Google News"-Hauptseite die Schlagzeilen des Tages samt Kurztext – sog. Snippets – überfliegen und meiden womöglich die eigentlichen Verlagsangebote, aus denen diese Inhalte stammen. Das Angebot macht zugleich unbestritten die Suchmaschinen attraktiver.


 


 

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