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  • 17.07.2014, 08:26 Uhr
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  • Deutschland
Lohnfortzahlungsbetrug

Kein Kavaliersdelikt: Blaumacher im Unternehmen

Unter dem Begriff Lohnfortzahlung wird die Verpflichtung des Arbeitgebers verstanden, den Arbeitnehmern bei unverschuldeter Krankheit bis zu sechs Wochen den vollen Lohn zu zahlen. Ein Betrug liegt hierbei laut Gesetz dann vor, wenn der Arbeitnehmer durch absichtliche Täuschung das Vermögen des Arbeitgebers schädigt. In diesem Fall liegt eine Straftat vor, die mit einer Geldstrafe oder sogar mit einer Freiheitsstrafe geahndet wird.

Um es in einfache Worte zu fassen: Wer einen oder mehrere Arbeitstage blaumacht und keine daraus resultierenden Lohnabzüge hat, macht sich laut deutscher Rechtslage strafbar. Gesamtwirtschaftlich gesehen, bedeutet der Lohnfortzahlungsbetrug Nachteile gegenüber ehrlichen Mitarbeitern sowie Einbußen in den Einnahmen der betroffenen Unternehmen. Neben dem finanziellen Verlust , der für einen Arbeitgeber mit solch einem Betrug einhergeht, bedeutet dies aber vor allem einen Vertrauensbruch zum jeweiligen Mitarbeiter, was eine funktionierende Weiterbeschäftigung wesentlich in Frage stellt.

Warum ist die Ahndung von Blaumachern so wichtig?

Wie bereits angedeutet, gibt es unterschiedliche Aspekte, die eine Ahnung solch eines Vergehens wichtigmachen:

  • Erhebliche finanzielle Einbußen durch die fehlende Arbeitskraft sowie zusätzliche und unbegründete Lohnauszahlungen.
  • Vertrauensbruch erschwert theoretisch zukünftiges Zusammenarbeiten.
  • Ehrliche Mitarbeiter werden durch strengere Arbeitsverträge aufgrund vom Misstrauen des Arbeitgebers bestraft.
  • Bei Nicht-Ahndung werden Betrüger in ihrem Vorhaben zusätzlich bestärkt, so dass Wiederholungstaten wahrscheinlicher werden.

Die Beweislast liegt auf den Schultern des Arbeitgebers, was in vielen Fällen kaum durchführbar ist. Beispielsweise in Situationen, wie eine fälschliche Er krank ung im Urlaub : Hier ist es kaum für den Arbeitgeber nachzuweisen, dass es sich bei einem konkreten Verdacht um Betrug handelt. Aus diesem Grund nutzen zahlreiche Unternehmen die Hilfe von Detekteien, die sich auf solche Gebiete spezialisiert haben, wie beispielsweise die Detektei Lentz in München und Umgebung, die auch weitere Felder wie Industriespionage, Spesenbetrug oder Abrechnungsbetrug im Portfolio aufweisen und Beispielfälle zur Information anbietet. Bei der Wahl einer passenden Detektei ist darauf zu achten, dass diese Qualitätsnachweise bereitstellen kann und über die Arbeitsweise transparent informiert. Mit der Suche sollte bei einem konkreten Verdachtsfall allerdings nicht allzu lang gewartet werden, da eine schnellstmögliche Untersuchung, am besten noch am ersten Krankheitstag des Mitarbeiters, begonnen werden sollte, um einen stichfesten Beweis auch erreichen zu können.

Welche Rechte besitzt der Arbeitgeber bzw. welche Pflichten hat der Arbeitnehmer?

Damit es allerdings erst gar nicht so weit kommt, dass der Arbeitgeber einem Verdachtsfall nachgehen muss, können prophylaktisch einige Regeln bezüglich des Verhaltens bei eintretender Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit im Arbeitsvertrag zu Grunde gelegt werden:

  • Der Arbeitgeber ist unverzüglich bei einer Krankheit zu informieren.
  • Spätestens ab dem vierten Werktag ist ein Attest vom Arzt dem Arbeitgeber vorzulegen.
  • Bei Erkrankung im Urlaub ist ebenfalls der Arbeitgeber unverzüglich zu informieren, auch über die voraussichtliche Dauer.
  • Auch im Urlaub ist ab viertem Werktag ein Attest beim Arbeitgeber einzureichen.

Grundsätzlich besteht sogar die Möglichkeit für den Arbeitgeber, bereits am ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu fordern, laut dem Bundesarbeitsgericht. Allerdings sollte dies nur in sehr schwerwiegenden Verdachtsfällen so gehandhabt werden. Schließlich entscheidet das Arbeitsklima, was auf Vertrauen basiert, über Motivation und Mitarbeiterzusammenhalt in einem Unternehmen.

Aufgrund dessen, dass der Arbeitgeber in der Beweispflicht steht, hat das Landesarbeitsgericht in Mainz am 11.07.2013 in einem Urteil entschieden, dass Arbeitgeber bei einem konkreten Verdacht gegenüber eines Mitarbeiters das Recht haben, zu Beweiszwecken Fotos vom Arbeitnehmer in einer dementsprechenden Situation zu tätigen.

Trotz allem ist es aber wichtig, dass jeder Fall gesondert betrachtet wird, da jeweils ein Verdachtsfall von der Art der angekündigten Krankheit abhängt. Besonders bei körperlicher Arbeit wie beispielsweise im Bau- oder Lagerlogistik-Bereich, können Krankheiten wie Rückenprobleme zwar zu einer periodischen Arbeitsunfähigkeit führen, allerdings sind leichte sportliche Aktivitäten im Privaten nicht ausgeschlossen. Aus diesem Grund kann in erster Distanz ein sachliches und unvoreingenommenes Gespräch mit dem jeweiligen Mitarbeiter zu mehr Erfolg führen, als durch Anschuldigungen oder gar eine Anklage vor Gericht.

Wie groß ist die Bereitschaft in der deutschen Bevölkerung zum Blaumachen?

Das Forsa-Institut hat im Auftrag Krankenkasse IKK eine Umfrage bei Arbeitnehmern durchgeführt. Bei der Frage, ob die Arbeitnehmer sich bereits in ihrem Berufsleben krank gemeldet haben, obwohl dies nicht der Wahrheit entsprach, wurde von elf Prozent der Befragten mit Ja beantwortet, wobei jüngere Arbeitnehmer eine weitaus höhere Bereitschaft dazu zeigen als ältere. Dementsprechend kann grundsätzlich eine nicht unerheblich große Bereitschaft erkannt werden, wodurch es sehr wohl nachvollziehbar ist, dass ein gewisses Misstrauen bei vielen Arbeitgebern vorhanden ist und auch sein darf.

Fazit

Aktuell war bei einigen Mitarbeitern die vergangene Fußball WM nicht selten Anlass, um eine Krankheit beim Arbeitgeber vorzutäuschen. Das mag der eine oder andere Chef auch nachvollziehen können und gewillt sein, gern mal ein Auge zu zudrücken. Dennoch ist es auch hier mehr als empfehlenswert, bei konkreten Verdachtsfällen als Arbeitgeber zu reagieren und vor allem streng zu handeln. Egal, ob mit Hilfe eines Observationsprofis oder durch die eigene Hand, sollte sich wiederholtes Fehlen vor allem zu bestimmten Anlässen häufen, ist dem nachzugehen. Schließlich können die dadurch entstehenden finanziellen Ausfälle dem Unternehmen nachhaltigen Schaden zufügen. Aber auch das Arbeitsklima unter den Mitarbeitern wird auf lange Sicht darunter leiden, was im Umkehrschluss zu weniger Motivation und schließlich zu weniger Arbeitsleistung führen kann.

(Redaktion)


 


 

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