Altersarmut
Weiblich, alt und pleite
Düsseldorf / Hamburg. Pleiten und Insolvenz treffen zunehmend Senioren und Frauen: Die Privatinsolvenzen von Bundesbürgern über 60 Jahre stiegen 2011 an; Pleiten nahmen deutlich zu – vor allem Frauen sind betroffen. Das zeigt eine Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.
Im Zusammenhang mit der anhaltenden Diskussion um die Altersarmut in Deutschland analysierte die Auskunftei die Entwicklung der Privatinsolvenzen von Bundesbürgern über 60. Und errechnete für das Jahr 2011 einen Anstieg um 6,7 Prozent. Frauen ab 60 Jahren sind laut Studie stärker von Verbraucherinsolvenzen betroffen als Männer. Im Vergleich zu den männlichen Senioren, bei denen der Anstieg 3,3 Prozent beträgt, liegt der Zuwachs bei den Seniorinnen bei deutlichen 12,3 Prozent.
In absoluten Zahlen stiegen die Pleiten der Senioren von 9532 (2010) auf 10.173 (2011). Der Anteil der Männer ist mit 59,5 Prozent (6048 Privatinsolvenzen) höher als der der Frauen (40,5 Prozent; 4125 Privatinsolvenzen).
Im Vergleich der Bundesländer verzeichnet Bremen mit einem Anstieg um 20 Prozent bei den Privatinsolvenzen in der Altersgruppe 60-plus den höchsten Wert. Es folgen Hessen (plus 19,4 Prozent), Nordrhein-Westfalen (plus 17,6 Prozent), Thüringen (plus 16,1 Prozent) und Rheinland-Pfalz (plus 13,9 Prozent). In fünf Bundesländern sinken die Privatinsolvenzen in der entsprechenden Altersgruppe. Den stärksten Rückgang meldet Schleswig-Holstein mit einem Minus von 9,7 Prozent.
Betroffen von der Privatinsolvenz in der Altersgruppe 60 Jahre und älter sind vor allem Arbeitnehmer mit geringem Einkommen. Gerade bei den Frauen sind viele der Betroffenen geringfügig oder befristet beschäftigt oder arbeiten in Teilzeit. Neben dem weiter sinkenden Rentenniveau tragen auch Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne dazu bei, dass immer mehr Menschen im Alter von Armut bedroht sind.
(Redaktion)
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