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Norddeutsche Metall-Tarifrunde

Forderungen und Streikdrohung machen Angebot unmöglich

Im Hamburger Haus der Wirtschaft sind die Nordmetall-Arbeitgeber und die IG Metall Küste heute zur ersten Tarifverhandlung für die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie zusammengekommen.

Die Gespräche wurden nach 90 Minuten auf den 29. März vertagt. Dann wollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in Bremen treffen.

Die erste Verhandlungsrunde blieb ohne Fortschritt. „Wir liegen noch eine halbe Ewigkeit auseinander“, sagte Nordmetall-Verhandlungsführer Thomas Lambusch. „Wenn es nur um eine Entgeltforderung der Gewerkschaft ginge, wären die Chancen für eine schnelle Einigung mit einem fairen Lohnplus groß“, so Lambusch. Die IG Metall verknüpfe das Thema Geld aber kompromisslos mit Forderungen, die die Betriebe massiv in ihrer Flexibilität einschränken. „Das macht es uns derzeit unmöglich, mit einem konstruktiven Angebot zu antworten“, sagte der Nordmetall-Verhandlungsführer.

Ebenso schädlich sei, dass die Gewerkschaft schon seit Februar Warnstreiks ankündige.* Lambusch kritisiert: „Wer bereits Wochen vor der ersten Verhandlung Warnstreiks plant, der erwartet gar kein Angebot, sondern will seine Kampagne durchziehen, rote Fahnen in den Zeitungen sehen und Mitglieder werben.“ Wenn die Straße für die IG Metall zurzeit noch der wichtigere Ort sei, dürfe sie am Verhandlungstisch nicht viel erwarten.

Aus der Sicht von Nordmetall gibt es keinen Nachholbedarf beim Entgelt. Seit 2008 seien die Löhne um 9 Prozent gestiegen. Auch nach Abzug der Inflation bliebe ein Plus übrig. Daher sei die Forderung von 6,5 Prozent viel zu hoch und unbegründet. Außerdem dürfe den Betrieben nicht die notwendige Flexibilität durch Zeitarbeit genommen werden. „Mit Zeitarbeit bleiben die Unternehmen in unberechenbaren  Zeiten fit für die Weltmärkte und können Stammarbeitsplätze sichern“, so Lambusch. Genauso wenig wolle man schwächeren Schulabgängern ihre Chancen auf eine Ausbildung verbauen. Genau das passiere aber, wenn die Unternehmen zur Zwangsübernahme eines jeden Azubis verpflichtet würden.

Quelle: Nordmetall/Peter Haas, Pressesprecher

(Redaktion)


 


 

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