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Aufklärung

Mehr Patientensicherheit durch bessere Aufklärung

Auf dem 47. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (www.degam.de) in München wurde gestern Abend auch der Dr. Lothar Beyer-Preis 2013 verliehen. Es ist der höchste Deutsche Forschungspreis für Allgemeinmedizin.

Der erste Preis wird zu gleichen Teilen der Arbeitsgruppe von Prof. Jean-Francois Chenot von der Universitätsmedizin Greifswald für ein Aufklärungsprojekt für Hausarztpraxen und der Arbeitsgruppe von Dr. Tobias Freund von der Universität Heidelberg für das Projekt PraCMan zuerkannt.
Der Hauptpreis ist mit jeweils 7.500 Euro dotiert. Der Deutsche Forschungspreis für Allgemeinmedizin wird zum vierten Mal (nach 2008/2009/2011) verliehen und hat sich als Qualitätsauszeichnung in der Allgemeinmedizin etabliert. Der Preis wird in diesem Jahr über die Stiftung der Familie Beyer hinaus von der DEGAM sowie dem Deutschen Ärzte-Verlag unterstützt.

Die Wettbewerbsbeiträge sollten sich sowohl mit spezifischen Feldern innerhalb der hausärztlichen Versorgung wie zum Beispiel Familienmedizin oder Palliativversorgung, als auch mit hausärztlichen Vorgehensweisen in der Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Beratung befassen. Die Greifswalder Wissenschaftler überzeugten mit ihrer vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Studie zur „Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit und Patientenkompetenz bei antikoagulierten Patienten in der Hausarztpraxis“.

In Deutschland werden rund 800.000 Patienten, ca. ein Prozent der Bevölkerung, mit einer lebenslangen gerinnungshemmenden Arzneimitteltherapie behandelt, um gesundheitliche Probleme mit den Gefäßen und dem Herzen unter Kontrolle zu halten. Die Gabe eines Medikamentes zur Hemmung der Blutgerinnung wird als Antikoagulation bezeichnet. Die mangelnde Aufklärung der Patienten bei der Langzeitbehandlung führt jedoch immer wieder zu ernsthaften Komplikationen. Die Greifswalder Forschergruppe um Prof. Jean-Francois Chenot, Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin, hat in enger Zusammenarbeit mit 22 Hausarztpraxen und über 300 Patienten moderne Methoden der Aufklärung getestet und mit herkömmlichen Informationsmedien verglichen. „Wir konnten zeigen, dass die Patientensicherheit beim Umgang mit Gerinnungshemmern durch eine videounterstützte Schulung durch Medizinische Fachangestellte erheblich verbessert werden konnte“, so Chenot, der gestern den Preis in München entgegennahm.

(Redaktion)


 


 

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