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Ausbildungsmarkt

Generationenwechsel auf dem Ausbildungsmarkt

Für eine Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern hat der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe gemeinsam mit der Leiterin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann in der Schweriner Bäckerei Zander geworben.

Anlass war der Tag des Ausbildungsplatzes. „Auf dem Ausbildungsmarkt hat sich ein Generationenwechsel von Ausbildungsplatzsuchenden zu Ausbildungsplatz-AUS-suchenden vollzogen. Dies ist in der Ausbildungsplatzgeschichte bei uns im Land einmalig", sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Mittwoch in Schwerin.

In MV übersteigt aktuell die Zahl offenen Ausbildungsstellen (6.659) deutlich die Nachfrage (4.323). Rein rechnerisch entfallen rund 1,54 Angebote auf einen derzeit noch unversorgten Bewerber. „Gut gebildete Jugendliche haben immer bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Der rote Teppich ist ausgerollt. Wird ein Angebot vom Bewerber abgelehnt, öffnet sich im besten Fall schon die nächste Tür, hinter der sich ein weiteres Angebot einer Firma findet", so Glawe weiter.

Bundesweit findet der Tag des Ausbildungsplatzes zum 18. Mal statt. In Mecklenburg-Vorpommern sind 200 Arbeitsvermittler und Berufsberater im Einsatz. Von der Vorstellung ausgewählter Bewerberunterlagen in Betrieben, die noch keinen Auszubildenden gefunden haben, über Ausbildungsbörsen bis hin zu Informations- und Vortragsveranstaltungen in den Berufsinformationszentren (BIZ) reicht das Spektrum ihrer Aktivitäten. Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, betonte: „Die duale Ausbildung ist für die Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern immer noch die beste Möglichkeit, ihren zukünftigen Fachkräftenachwuchs zu sichern. Dazu gehört es auch, Jugendlichen mit Startschwierigkeiten eine Chance zu geben. Deshalb möchte ich besonders an die Möglichkeit der ‚betrieblichen Einstiegsqualifizierung‘ (Info-Kasten) erinnern. Aktuell nutzen 311 Jugendliche dieses Angebot. Hier kann ich mir - angesichts des wachsenden Fachkräftebedarfs und der demografischen Entwicklung - deutliche höhere Zahlen vorstellen.“ Darüber hinaus empfahl Haupt-Koopmann den Betrieben, auch über etwas ältere Lehrlinge nachzudenken. „In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Gleichzeitig leben hier rund 7000 Arbeitslose zwischen 25 und 35 Jahren, die keinen Berufsabschluss haben. Diese Menschen, fast alle mit Berufserfahrung, haben noch gut 30 bis 40 Jahre Lebensarbeitszeit vor sich. Es lohnt sich also, sie zu qualifizieren“, sagte Haupt-Koopmann. Eine Berufsausbildung junger Erwachsener dauere nur zwei statt drei bis dreieinhalb Jahre.

Der Wirtschaftsminister nutzte den Tag des Ausbildungsplatzes, auch um besonders auf die Möglichkeiten der "betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ)" aufmerksam zu machen, die Jugendlichen den Einstieg in einen späteren Beruf erleichtern und zugleich Unternehmer mit ihrem potentiellen Fachkräftenachwuchs vertraut machen. Die EQ bietet den Unternehmen die Möglichkeit, im Rahmen eines Praktikums den jungen Menschen besser kennen zu lernen und stellt in vielen Fällen eine Brücke in betriebliche Ausbildung dar. „Das ist eine Symbiose zwischen Unternehmern und Praktikanten. Beide Seiten können testen, ob sie zusammenpassen. Rund 60 Prozent der Unternehmen übernehmen die Jugendlichen in eine betriebliche Ausbildung, die in besonderer Weise voneinander profitieren", so Glawe.

Minister Glawe betonte darüber hinaus: „Unternehmer sind mehr gefordert. Entscheidend ist bei der Ausbildungsplatzsuche nicht mehr das Unternehmen allein, sondern vielmehr das Angebot des Unternehmens an die Jugendlichen. Hier empfehle ich einen Blumenstrauß voller Angebote. Das geht beispielsweise über das Aufzeigen von Karrieremöglichkeiten, Entlohnung oder auch Fortbildungen. Aber auch das Anbieten von Betriebspraktika und Ferienjobs sind gute Möglichkeiten auf Ausbildungsberufe aufmerksam zu machen. Frühzeitige Bindung von Azubis an das Unternehmen sichert langfristig die Planung für den Fortbestand des Unternehmens", so Glawe. "Noch zu wenig beachtet ist, dass erfahrene Mitarbeiter und Auszubildende voneinander profitieren. Frische Ideen und langjährige Berufserfahrung können sich am Arbeitsplatz wunderbar ergänzen und langfristig auszahlen."

Deshalb unterstützt das Wirtschaftsministerium Projekte zur Berufsfrühorientierung in der Freizeit und in der Zeit des Schülerpraktikums. Diese Maßnahmen bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, sich über einen längeren Zeitraum zu qualifizieren, in verschiedenen Berufsfeldern auszuprobieren und an Betriebsbesichtigungen teilzunehmen. Im Rahmen der Berufsfrühorientierung stellt das Wirtschaftsministerium für die Förderperiode von 2009 bis 2013 insgesamt 4,15 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Das Wirtschaftsministerium fördert u.a. Projekte, Schülerexkursionen zu Unternehmen, Großbetrieben, Technologiezentren, Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Universitäten und Messen sowie Schülerfirmen.

Durchstarten in MV - Dein Land, deine Chance
Die Sicherung des Fachkräftebedarfs in Mecklenburg-Vorpommern steht auch im Fokus der gemeinsamen Kampagne "Durchstarten in MV – Dein Land, deine Chance" (www.durchstarten-in-mv.de) des

(Redaktion)


 


 

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