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Konkurrenz zwischen Benzin und Brot

Auf der kürzlich stattgefundenen Mitgliederversammlung des Landesinnungsverbandes des Bäcker- und Konditorenhandwerks in Heringsdorf waren kritische Töne zu Lage der Branche zu hören. Die kämpft mit drastisch steigenden Rohstoffpreisen.

Während der Preis für eine Tonne Brotweizen 2010 noch bei 158,32 Euro lag, liegt dieser in diesem Jahr bei 244,75 Euro/t. Das ist eine Preissteigerung im Vergleich zum vergangenen Jahr von 54,6 Prozent und beim Brotroggen von 62,1 Prozent (2010 130,78 Euro/t und 2011 212,00 Euro/t).

Das Problem ist, dass diese Preissteigerungen kaum oder gar nicht an den Endkunden weitergegeben werden können, mit dem Ergebnis, dass die handwerklich betriebenen Bäckereien Gefahr laufen, den Wettbewerb mit den industriellen Großbäckereien nicht auf Augenhöhe führen zu können. Darauf wies der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, Dr. Stefan Rudolph hin. Die Angaben sind Durchschnittsberechnungen auf Grundlage der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH.

Rudolph weiter: „Trotz steigender Nachfrage durch die wachsende Erdbevölkerung sinkt das Getreideangebot für die Herstellung von Futter- und Nahrungsmitteln. Neue Abnehmer wie China, die Brot als Grundnahrungsmittel gerade erst für sich entdecken, lassen den Weizen- und Roggenpreis weiter ansteigen. Hinzu kommt der subventionierte Anbau schnell nachwachsender Energiepflanzen für Kraftstoffe, der Flächen umwidmen lässt. Die Konkurrenz (zur Definition Konkurrenz) zwischen Benzin und Brot macht dem Bäcker- und Konditorenhandwerk zu schaffen.“

Nach Angaben der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V. wurden in Deutschland auf über 2,1 Millionen Hektar (gut 18 Prozent der Ackerfläche) Rohstoffpflanzen überwiegend für die energetische Nutzung angebaut. 1997 waren es nur ca. 0,4 Millionen Hektar. Das ist eine Steigerung von über 500 Prozent. 2010 erwirtschaften die 14.740 Betriebe (in MV ca. 260 Betriebe) des Bäckerhandwerks mit seinen 295.500 Beschäftigten einen Umsatz von rund 13 Milliarden Euro.

Das Bäckerhandwerk gehört zu den größten Handwerksbranchen in Deutschland. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen hat die Branche ein durchaus ordentliches Ergebnis erzielt, erläuterte der Staatssekretär. Die ca. 3.000 Betriebe des Konditorenhandwerks mit ihren ca. 36.000 Beschäftigten erwirtschafteten im letzten Jahr einen Gesamtumsatz von ca. 1,5 Milliarden Euro. Sein Fazit: „Handwerk zeichnet sich vor allem durch die Fähigkeit aus, individuelle Produkte und Leistungen anbieten zu können. Beruht deren Erstellung zwar auf Traditionen, schließt diese Innovationen aber nicht aus. Nur die stetige Weiterentwicklung des Angebots sichert den Betrieben die Zukunftsfähigkeit und erfüllt die unverändert hohen Qualitätserwartungen der Kunden. Hochwertige Arbeit ist die Grundlage für das Handwerk, um sich im Wettbewerb erfolgreich abzugrenzen.“

Der Landesinnungsverband des Bäcker- und Konditorenhandwerks Mecklenburg-Vorpommern ist einer von 16 Landesverbänden des Bäckerhandwerks in Deutschland. Er arbeitet mit dem Landesparlament, den Landesministerien, Landesämtern, Wirtschaftverbänden und den Handwerkskammern zusammen. Die Betreuung der Innungen und der Betriebe ist eine weitere zentrale Aufgabe des Landesinnungsverbandes. Seine Beratungsstellen bieten Hilfestellungen in allen betriebswirtschaftlichen, -technischen und rechtlichen Fragen. Zur Zeit zählen sechs Bäcker- und Konditoreninnungen in Mecklenburg-Vorpommern zu den Mitgliedern des Verbandes.

(Redaktion)


 


 

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