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Bildungsmonitor

Wirtschaft erkennt Fortschritte im Bildungssystem an

Deutschlandweiter Bildungsmonitor belegt Mecklenburg-Vorpommerns Stärke bei der Integration und Schwächen bei Effizienz

„Mecklenburg-Vorpommern zehnter Platz im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer zeigt, dass wir mit der positiven Gesamtentwicklung in Deutschland mithalten können. Fast alle Bundesländer haben ihre Bildungssysteme in den letzten Jahren verbessert“, erklärte heute (Mittwoch, 15. August 2012) in Schwerin Dr. Ute Messmann, zuständig für Bildungspolitik bei der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern zur Veröffentlichung des Bildungsmonitors 2012 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft .
Das Land sei bundesweit führend bei der Integration von Mädchen und Jungen aus bildungsfernen Schichten. Auch die Förderinfrastruktur und Ganztagsschulen seien Stärken des Landes. Bei gebundenen Ganztagsangeboten der Sekundarstufe I erreiche Mecklenburg-Vorpommern mit 45 Prozent den Bestwert in Deutschland. Das Land schneide in den untersuchten Handlungsfeldern jedoch sehr unterschiedlich ab, so Ute Messmann
„Unser großes Problem ist die dramatisch hohe Zahl von Ausbildungsabbrüchen, wissenschaftlich ausgedrückt die ‚geringe Zeiteffizienz‘. Über viertausend Ausbildungsverträge sind im Jahr 2010 vorzeitig aufgelöst worden. Gemessen an fast zehntausend neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen betrug die Abbruchquote damit 41 Prozent – die höchste bundesweit! Das sehen wir angesichts von immer mehr unbesetzten Ausbildungsplätzen und einem sich abzeichnenden Fachkräfteproblem in einigen Wirtschaftsbereichen sehr kritisch“, schätzte Bildungsexpertin Ute Messmann ein. Heute könne sich niemand mehr leisten, nach mehreren erfolglosen Startversuchen verspätet in das Berufsleben einzusteigen.
Die Gründe für vorzeitige Ausbildungsabbrüche seien allerdings sehr unterschiedlich. Großes Potenzial sehe Ute Messmann bei den Schulen.
„Um späteren Enttäuschungen und Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen, sollten die Jugendlichen schon in der Schule ihre individuellen Stärken und Neigungen erkennen. Daran lässt sich eine erfolgreiche Berufsorientierung anschließen. Geeignete Methoden, wie der bewährte Berufswahlpass, werden von uns intensiv unterstützt. Zudem verstärken auch viele Firmen ihre Anstrengungen, um im Vorfeld der Berufswahl über die Herausforderungen und Chancen der einzelnen Ausbildungsberufe zu informieren. Damit senken sie das Risiko einer vorzeitigen Auflösung der Ausbildungsverhältnisse“, erklärte Ute Messmann weiter.
Der Bildungsmonitor zeige zwar deutlich, dass das Land in einigen Bildungsbereichen gut sei, dass es aber gelte, die größten Herausforderungen noch zu bewältigen. Dazu sei auch eine noch engere und zielgerichtete Zusammenarbeit aller Bildungsverantwortlichen in Politik, Verwaltung und Wirtschaft notwendig“, sagte Dr. Ute Messmann, Bildungsverantwortliche der Wirtschaftsverbände in Mecklenburg-Vorpommern, abschließend. 

Dr. Ute Messmann ist Geschäftsführerin für Bildungspolitik bei der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV) und Geschäftsführerin des Bildungswerkes der Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V..
Die VUMV ist die Dachorganisation von 27 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden in Mecklenburg-Vorpommern und zugleich Landesvertretung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und Landesvereinigung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Die VUMV-Mitgliedsverbände repräsentieren mit fast 4.000 Mitgliedsunternehmen und knapp 200.000 Arbeitnehmern über 40 Prozent aller Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern ab einer Größe von 10 Mitarbeitern.
Hintergrund
Der Bildungsmonitor 2012, die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und 110 Indikatoren, inwieweit ein Bundesland die Infrastruktur verbessert, Teilhabechancen sichert und Wachstumskräfte stärkt.
Mecklenburg-Vorpommern belegt den 10. Platz im Vergleich der Bildungssysteme der deutschen Bundesländer. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2012 hervor.
Die Vergleichsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) bewertet anhand von 13 Handlungsfeldern und 110 Indikatoren, inwieweit ein Bundesland die Infrastruktur verbessert, Teilhabechancen sichert und Wachstumskräfte stärkt. Mecklenburg-Vorpommern schneidet in den untersuchten Handlungsfeldern unterschiedlich ab.
Eine besondere Stärke weist Mecklenburg-Vorpommern bei der Integration von Schülern aus bildungsfernen Schichten (Platz 1) auf. Eine weitere Stärke ist die Förderinfrastruktur (Platz 4). Schwächen bestehen in einem geringen Beitrag zur Akademisierung und einer geringen Zeit- und Inputeffizienz. Beim Ausbau der Infrastruktur, der Sicherung der Teilhabechancen und der Stärkung der Wachstumskräfte sind Fortschritte in Mecklenburg-Vorpommern erzielt worden.
Seit der Jahrtausendwende ist der Anteil der Kinder in der frühkindlichen Förderung und an Ganztagsschulen erhöht worden. Dies stärkt langfristig insbesondere die Teilhabechancen von Kindern von Alleinerziehenden und Migranten. Fortschritte im Bildungssystem haben zu einer Stärkung der Wachstumskräfte im Land beigetragen.
Seit dem Jahr 2000 haben knapp 10.400 Jungakademiker mehr die Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern verlassen, als unter der damaligen Absolventenquote zu erwarten gewesen wäre. Die zusätzliche Ausbildungsleistung der Hochschulen geht mit einem jährlichen Wachstumsbeitrag von gut 180 Millionen Euro einher.
Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg bilden das Spitzentrio im Bildungsmonitor 2012. Dahinter folgt Bayern. Die übrigen Bundesländer liegen eng beieinander. Gegenüber dem Bildungsmonitor 2011 haben sich Hamburg (+6,0 Punkte), Bremen (+3,9 Punkte), Brandenburg (+3,6), Thüringen (+3,5) und Niedersachsen (+2,9) besonders stark verbessert.
(Quelle: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM): Bildungsmonitor 2012: Der Leistungscheck der Bundesländer)

(Redaktion)


 


 

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