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Biosphärenreservat

Titelverteidigung am Schaalsee

Im letzten Jahr ging es beim UNESCO Biosphärenreservat Schaalsee um Bestätigung oder Aberkennung des UNESCO Titels. Die Einschätzung des MAB-Nationalkomitees (Mensch und Biosphäre) zu den Ergebnissen der Überprüfung liegen jetzt schriftlich vor. Sie ist überaus positiv.

Umweltminister Dr. Till Backhaus zitiert aus dem Schreiben des Komitees: „Das Biosphärenreservat Schaalsee hat sich in den vergangenen zehn Jahren sehr gut entwickelt und erfüllt die drei vom „Mensch und Biosphäre“ Programm (MAB) der UNESCO geforderten Funktionen, nämlich die Schutzfunktion, die Entwicklungsfunktion und die logistische Funktion zum Teil bereits vorbildlich.“ Es leistet, so der Minister weiter, einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland.

In den vergangenen zehn Jahren wurden die Lebensraumbedingungen für viele Arten verbessert. Die Populationen etlicher Tier- und Pflanzenarten konnten nicht nur stabilisiert werden, sie wachsen auch. So z.B. die Orchideenbestände am Röggeliner See und im Kalkflachmoor bei Zarrentin, oder die Population der Fischotter, Fledermäuse, Seeadler, Amphibien und Libellen. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung der Regionalmarke „Biosphärenreservat Schaalsee – Für Leib und Seele“ zur Vermarktung typischer Produkte und Dienstleistungen sowie die damit verbundene Stärkung der lokalen Wirtschaft und des Handwerks. Seit 1998 stieg die Zahl der Regionalmarkenpartner von 4 auf aktuell 77. Auch der seit 1999 durchgeführte „Biosphäre-Schaalsee-Markt“ hat sich seit 1999 stetig positiv entwickelt – von 5 Märkten im Jahr 1999 mit 8.000 Besuchern zu 8 Märkten im Jahr 2010 mit 18.000 Besuchern.

„Diese Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass sich auf dem Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern unter dem Dach des Biosphärenreservates in der Region eine neue regionale Identität entwickelt hat. Der Slogan „Ruheplatz für Reisevögel“ wurde etabliert und mit regionalen Akteuren ein Biosphäreticket für ein touristisches Angebot entwickelt, das verschiedene nachhaltige Tourismusformen bzw. Erlebnismöglichkeiten miteinander verbindet“, so Backhaus.

Als eines der ersten Biosphärenreservate in Deutschland hat sich das Biospärenreservat Schaalsee entsprechend den Zielen des Madrid-Action-Plans“ (MAP) mit Strategien zum Klimaschutz sowie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels befasst und entsprechende Projekte modellhaft umgesetzt. Bereits vor der Verabschiedung dieses Planes startete das Biosphärenreservat Schaalsee im November 2007 das ambitionierte und langfristige Projekt „Klimaschutz- und Klimaanpassung in der Biosphärenreservatsregion Schaalsee“. Dabei wurde eine Studie erarbeitet, aus der praktische Handlungsempfehlungen z.B. für eine klimafreundlichen Landnutzung oder den Waldumbau abzuleiten sind.

Das große Engagement der Mitarbeiter des BR Schaalsee in den Bereichen Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung wird ebenfalls positiv bewertet. Beleg sind die hohen Teilnehmerzahlen an Umweltbildungsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Diese stiegen in den letzten zehn Jahren von 1648 auf 3938 Teilnehmer jährlich. Und auch das Informationszentrum PAHLHUUS hat sich zu einem Besuchermagneten auch über das Biosphärenreservat hinaus entwickelt. Als Beleg für die enge Verbindung der Bewohner mit dem Biosphärenreservat stellte der Minister die Ergebnisse einer Quantitativen Bevölkerungsumfrage der Universität Greifswald vor. So wurden im November/Dezember 2010 mit einer repräsentativen Anzahl von 342 Anwohnern und mit 18 Kommunalvertretern Interviews durchgeführt.

(Redaktion)


 


 

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