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Caspar-David-Friedrich-Zentrum

Eröffnung in neuem Gewand

Die Umbauarbeiten im Caspar-David-Friedrich-Zentrums in Greifswald sind abgeschlossen. In 13 Monaten wurde das Gebäudeensemble saniert und ausgebaut und am 28. Mai 2011 mit einem Festakt feierlich eröffnet. Einen Tag später präsentiert sich die Geburtsstätte des berühmtesten Sohnes Greifswalds erstmalig der Öffentlichkeit.

Mit dem Umbau wurde eine Verbindung zwischen dem Vorderhaus zur jetzigen Seifensiederei für einen Rundgang durch die Gesamtausstellung geschaffen und der Haupteingang von der Turmgasse in die Lange Straße verlegt. Damit steht jetzt das gesamte „Friedrich-Quartier“ den Greifswalder Bürgern und Gästen der Stadt offen. Mit der Eröffnung des erweiterten Caspar-David-Friedrich-Zentrums wird die Vision der Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft Wirklichkeit, die überregional bedeutende Geburtsstätte von Caspar David Friedrich zu stärken. Das war nur durch die Unterstützung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald möglich.

Bisher stand nur das Werkstattgebäude der historischen Seifensiederei für die Dokumentation zu Leben und Werk Friedrichs zur Verfügung. Die Ausstellung wird nun von 120 Quadratmeter um das Hauptgebäude des Friedrich-Quartiers auf knapp 500 Quadratmetern erweitert. Die Ausstellungspräsentation misst dem authentischen Charakter des Ortes eine eminent wichtige Bedeutung zu. So nimmt die Inneneinrichtung Bezug auf die Geburtsstätte von Caspar David Friedrich und die Nutzung des Gebäudes als Wohn- und Geschäftshaus der Familie Friedrich über 200 Jahre. In den Kellergewölben wird beispielsweise die ursprüngliche Trennung der beiden Handwerke der Seifenherstellung im Hinterhaus und der Lichtgießer bzw. -zieherei im Vorderhaus wieder hergestellt.
Schwerpunkte der Ausstellung sind insbesondere Friedrichs Herkunft und Werdegang, die Geschichte der Familie, des Hauses und die Geschichte des Seifen- und Kerzenhandwerks, das seine Familie über Generationen ausübte. Es werden vor allem auch die neusten Erkenntnisse aus den Stadtarchivforschungen der Gesellschaft präsentiert.

In der neu gegründeten Caspar-David-Friedrich-Galerie wird zeitgenössische Kunst zu sehen sein, deren Wurzeln und Bezugspunkte in der historischen Romantik liegen oder die sich kritisch mit romantischen Positionen in der Kunst auseinandersetzen. Der Wettbewerb um den seit 2001 vergebenen Caspar-David-Friedrich-Preis bildet daher das programmatische Grundkonzept der Galerie. Zur Zentrumsneueröffnung werden drei ehemalige Preisträger mit einer Ausstellung die Galerie einweihen. Jeder von ihnen vertritt dabei einen Wirkungsort Friedrichs: Elena Kozlova (Greifswald), Johanna Domke (Kopenhagen) und Jan Kromke (Dresden).

Außerdem werden mit der Errichtung eines Caspar-David-Friedrich-Archivs die stärker wissenschaftlich geprägten Aufgabenstellungen der Gesellschaft weiter vorangetrieben. Materialien aus den wissenschaftlichen Archivprojekten zur Geschichte des Hauses und der Familie Friedrich in Greifswald bilden den Ausgangspunkt des Archivs. Forschung bezieht auch explizit Schulprojekte ein, die sich mit Leben und Werk Friedrichs auseinandersetzen.

Seit 2004 befindet sich im Hinterhaus des Gebäudekomplexes Lange Straße 57 das Caspar-David-Friedrich-Zentrum mit der historischen Friedrichschen Seifensiederei. Finanziert wurde es mit Mitteln der Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung.  2006 entwickelte die Gesellschaft ein Nutzungs- und Betreiberkonzept zur Erweiterung des Friedrich-Zentrums und legte einen architektonischen Entwurf für den Ausbau des Vorderhauses Lange Straße 57 vor. Mit dem Beschluss des Landes Mecklenburg-Vorpommern, den Ausbau des Zentrums im Rahmen des Konjunkturpakets II zu fördern, konnte dieses Konzept nun umgesetzt werden.

Das Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung Mecklenburg-Vorpommern stellte 555.000 Euro bereit, wobei die Stadt Greifswald mit einem 15-prozentigen Eigenanteil von 84.000 Euro beteiligt6 ist. Letztendlich lagen die Kosten mit insgesamt 577.275 Euro günstiger als erwartet. Bei einer zu sanierenden Fläche von 500 Quadratmetern entspricht das 1.154 Euro Baukosten pro Quadratmeter. Laut des leitenden Architekten Frank Bräsel vom Architekturbüros pbG ist das der bislang beste Baukostenwert für die komplette Grundsanierung eines Denkmals während seiner langjährigen Tätigkeit. 24 gewerbliche und ingenieurtechnische Auftragnehmer aus Greifswald und Vorpommern verwirklichten die Sanierung. Die Umbauten des Einzeldenkmals stellten die Planer und Handwerker vor erhebliche Herausforderungen: lang anhaltender Frost, Starkregen mit vollgelaufenem Keller, Fledermausverdacht und unerwarteter Hausschwamm stellten den Zeitplan immer wieder in Frage.

Bei der Sanierung des historischen Gebäudes legten die Restauratoren großen Wert auf Details. So wurde die Fassade nur warm gewaschen, um den Kohlenruß des letzten Jahrhunderts sichtbar zu lassen. Im Treppenhaus wurde originale Malerei erhalten und ergänzt, auch die Innentüren aus dem Jahr 1908 wurden aufgearbeitet.

Am 2. Februar 2011 wurde das sanierte Haus an den Nutzer, die Friedrich-Gesellschaft, übergeben. Seitdem waren 11 gewerbliche Handwerksbetriebe damit beschäftigt, das Konzept der Friedrich-Gesellschaft zur Innenausstattung umzusetzen. Die Innen- und Museumsausstattung finanziert die Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft mit einem Eigenanteil von 40.000 Euro, die Stadt Greifswald hat sich mit 46.000 Euro daran beteiligt. Hinzu kommen einzelne betriebliche und Privatspenden sowie Sachspenden durch Mitglieder der Gesellschaft. Durch diese Gelder konnte sichergestellt werden, dass sich an Friedrichs Geburtsstätte die neuen Räumlichkeiten im Mai 2011 den Besuchern mit einer erweiterten Ausstellung als Museum präsentieren können. Das Zentrum ist Dienstag bis Sonntag von 11.00 – 17.00 geöffnet.

(Redaktion)


 


 

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