Sie sind hier: Startseite Mecklenb.-Vorpommern
Weitere Artikel
Der Meisterbrief

Meisterbrief ist Chance für Karriere in MV

In Ostmecklenburg und Vorpommern gibt es mehr als zweihundert neue Meister und Meisterinnen. „Der Meisterbrief bedeutet Spitzenqualifikation für das Handwerk.


Die jungen Meister und Meisterinnen sichern den Fachkräftebedarf im regionalen Handwerk. Sie stehen für Qualität im Handwerk“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe am Dienstag bei der Feierstunde der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern in der Stadthalle Rostock. Wirtschaftsminister Glawe überreichte 239 Meisterbriefe in 13 Gewerken. „Seit diesem Jahr ist die Meisterqualifikation dem Niveau eines Bachelorabschlusses an der Hochschule zugeordnet. Beide Qualifikationen sind gleichwertig“, sagte Glawe. „Das ist ein klares Bekenntnis zum Meisterbrief. Durch die deutliche Aufwertung dieses Abschlusses im Handwerk erhoffen wir uns, dass sich künftig bewusst mehr junge Menschen für diesen Karriereweg entscheiden.“
„Jeder Meisterbrief zeigt aufs Neue, dass mit dem Abschluss der hervorragenden Ausbildung eine Karriere in Mecklenburg-Vorpommern möglich ist. Hier sage ich: bitte mehr davon. Wir brauchen mehr Meister im Land“, so Glawe weiter. Von den 239 Meisterbriefen erhielten 27 Frauen, alle im Friseurhandwerk tätig, den Großen Befähigungsnachweis. Das ist ein Frauenanteil von rund elf Prozent. Bei den 212 Meistern sind besonders stark die Gewerke Kraftfahrzeugtechniker (76), Installateur- und Heizungsbauer (26), Tischler (25), Maler- und Lackierhandwerk (22), Dachdecker (16), Metallbauer (14), Maurer und Betonbauer (13), Elektrotechniker (11) sowie Zimmerer, Boots- und Schiffbauer, Glaser und Schornsteinfeger vertreten.

„Die aktuellen Herausforderungen im Handwerk sind Nachwuchs- und Fachkräftesicherung sowie Unternehmensnachfolgen. Dafür müssen die Handwerksfirmen verstärkt bei Jugendlichen für die Berufsvielfalt im Handwerk werben und die Attraktivität der Branche stärken sowie die Qualifizierungsmöglichkeiten aufzeigen“, sagte Glawe. „Es muss deutlich werden, dass das Handwerk ein traditioneller und zugleich moderner Wirtschaftszweig mit vielfältigen Aufstiegschancen ist. Eine gute Übernahmequote nach der Ausbildung sichert zudem die Zukunft des Handwerks.“

Nach Aussage der beiden Handwerkskammern im Land gibt es weiterhin ein hohes Interesse an der Meisterausbildung, jedoch ist aufgrund des demografischen Wandels ein leichter Rückgang zu den Vorjahren zu verzeichnen. „Für Jungmeisterinnen und Jungmeister gab es seit 1990 noch nie so gute Chancen, einen bestehenden Betrieb zu übernehmen“, so Glawe. „In den kommenden zehn Jahren steht potentiell jeder fünfte Handwerksbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern zur Übernahme an.“

Auf die Nachwuchssicherung zielt die Landeskampagne „Besser ein Meister“, mit der Wirtschaftsministerium und Handwerkskammern gemeinsam für die Karriereperspektive „Meister“ werben. Die Kampagne wird u.a. aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Der Meisterbrief sorgt für wirtschaftliche Stabilität im Handwerk, die Kampagne soll das Image der Meisterausbildung verbessern. Das Land unterstützt Handwerks- und Industriemeister, die ein Studium in ihrem Fachgebiet an einer Fachhochschule im Land absolvieren. Sie können für die Dauer der Regelstudienzeit ein „Meisterweiterbildungsstipendium“ zum Lebensunterhalt (monatlich 600 Euro) erhalten. Für Handwerksmeister und -meisterinnen gibt es im Zusammenhang mit einer erstmaligen Existenzgründung durch eine Betriebsübernahme auch die Meisterprämie. Der Zuschuss beträgt einmalig 7.500 Euro.

An diesem Tag erhielten auch 33 Betriebswirte des Handwerks, davon 13 Frauen, ihre Zeugnisse. „Hier liegt die Frauenanteil bei 40 Prozent“, sagte Glawe. „Die Absolventen haben jetzt die Voraussetzungen, um in den Handwerksunternehmen betriebswirtschaftliche Führungsfunktionen zu übernehmen.“ Diese Fortbildung wird überwiegend von Handwerkerinnen und Handwerkern absolviert, die bereits eine Meisterprüfung abgelegt haben.

Das Handwerk ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Mecklenburg-Vorpommern. Mehr als 20.000 Handwerksbetriebe mit rund 100.000 Beschäftigten und über 6.000 Lehrlingen erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von rund neun Milliarden Euro. Jeder vierte Ausbildungsplatz in Mecklenburg-Vorpommern wird von einem Handwerksbetrieb gestellt.

(Redaktion)


 


 

Meisterbrief
Handwerk
Handwerksmeister
Glawe
Mecklenburg-Vorpommern
Karriere
Abschluss
Wirtschaftsminister Glawe

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Meisterbrief" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: